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Bote aus dem Bieletal (1956)

Bibliografische Daten

fullscreen: Bote aus dem Bieletal (1956)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Band, Heft, Nummer:
1956
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
M 101
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091_1956

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Oktober 1956
Band, Heft, Nummer:
10

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Bote aus dem Bieletal
  • Bote aus dem Bieletal (1956)
  • Januar 1956 (1)
  • Februar 1956 (2)
  • März 1956 (3)
  • April 1956 (4)
  • Mai 1956 (5)
  • Juni 1956 (6)
  • Juli 1956 (7)
  • August 1956 (8)
  • September 1956 (9)
  • Oktober 1956 (10)
  • November 1956 (11)
  • Dezember 1956 (12)

Volltext

wma Wote aus dem Bieletal 
(Siegenhalfer Stadtblatt in der fremde) 
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Folge 10 / Oktober 1954 
Jahrgang 3 
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Heimat in der Fremde! 
(Treffen der Ziegenhalser in Werl/Westf., am 9. 9. 1956) 
nöglich, die weite Reise ins ferne Westfalen 
inzutreten. Nicht nur das, es war ihnen mög- 
ich. Landsleuten aus der Zone und dem 
‚ektor den Weg nach Werl zu ebnen. — Wie 
esagt, es wogte Kopf an Kopf im kleinen 
kaum. Erst nachdem die Berliner den Wirt 
lazu brachten, eine große Veranda frei zu 
nachen, fanden alle Platz. Schon jetzt nahm 
Jas Wiedersehen, das Begüßen und Erzählen 
cein Ende. Viel zu schnell vergingen die Stun- 
Schon sind wieder Tage und Wochen ins 
vand gezogen, als hinter uns die Türme der 
alten Wallfahrtsstadt Werl versanken. Und 
doch ist es uns, die wir dabei sein konnten, 
als wäre es erst gestern gewesen. Monatelang 
wurde geplant und die Vorfreude steigerte 
zich von Tag zu Tag. Wieder einmal wurde es 
Wahrheit, daß wir uns wiedersehen sollten. 
DerGedankeandie vorangegangenen Treffen 
ließ bei vielen den Wunsch übermächtig wer- 
den, dieses Mal aber ganz be- 
stimmt mit dabei zu sein. Hatte 
swreich-deckh trerumgesprochen, 
daß es hier in weiter Ferne ein 
Stück alter Heimat zu erleben 
zäbe. — Wohl boten die jähr- 
(ichen großen Treffen der ver- 
schiedenen Landsmannschaf- 
:;en Möglichkeiten einer Begeg- 
aung. Aber es fehlte dort doch 
las besondere „heimatliche”. 
Es fehlte die Atmosphäre des 
<leinen Städtchens, das unsere 
Jeimat war. Die konnteuns nur 
Jort gegeben werden, wo Men- 
chen der gleichen Straße, ja 
desgleichen Hauses zusammen- 
xamen. Das konnten wir nur 
in Wer] erleben. Dieser Gedan- 
<e rief sie auf. Rief sie auf die 
Menschen, aus dem Waldhof, 
dem Eichwald, vom Ring, der 
Promenaden-und der Königstr. 
Sie kamen alle aus Ostund West. 
Per Bus, per Bahn, per Auto. 
Sie kamen herbei, getrieben 
von der Sehnsucht und erfüllt 
von der Erinnerung an das Ver- 
zangene. 
So war es nicht verwunder- 
lich... daß sich bereits am 
Abend des 8. 9. Hunderte bei 
siner ersten Begegnung im 
‚Schützenhof” zusammenfan- 
Jen. Viel zu eng war der kleine 
5aal, der dafür vorgesehen war. 
Er hätte aus Gummi sein müs- 
sen. Zum ersten Male war auch 
2ine Abordnung von der Insel 
Berlin, von der „Heimatgruppe 
Bad Ziegenhals im Heimatver- 
band der Schlesier zu Berlin” 
zu diesem Treffen gekommen 
und am späten Abend nach 
äber 10-stündiger Fahrt in 
sinem kleinen Bus eingetrof- 
fen. Dank der Spenden, die man 
ihnen zuechickte. war es ihnen 
len, aber es war ja erst der Anfang. So trenn- 
‚e man sich in der Vorfreude auf den kom- 
menden Tag, der den Höhepunkt bringen 
‚ollte. 
Ee brach an der Tag unseres Zusammen: 
jeins, Strahlender Sonnenschein ergoß sich 
iber das Land und erfüllte die Menschen, 
lie von der Freude auf ein Wiedersehen ge- 
rieben, herbeieilten. Aus allen Teilen 
Deutschlands kamen sie, aus all den Orten, 
wohin sie das unbarmherzige 
Schicksal der Vertreibung ver- 
schlagen hatte, — Wer zählt die 
Menschen, wer die Namen, die 
sich zusammenfanden. Sie wa- 
ren unübersehbar. Nach einer 
Schätzung, die‘sich am Abend 
des Tages ermöglichte, waren 
es weit über 1200 Landsleute, 
die dem Rufe nach Werl gefolgt 
waren. 
Unser Treffen, unser Tag, 
der Tag der Ziegenhalser wurde 
singeleitet mit einem gemein- 
3amen Kirchgang. Die Kirchen 
beider Konfessionen waren 
überfüllt. Dicht gedrängt stan- 
jen alt und jung unter dem 
Kreuz und gedachten im Gebet 
ıller derer, die fern der Heimat 
für immer von ihnen gegangen 
waren. — Lassen wir auf Seite 3 
ınsere beiden Heimatpfarrer 
zu Wort kommen. Lassen wir 
3ie zu uns sprechen, wie sie es 
ın der Heimat und wie sie es in 
Werl taten. 
Gegen 11 Uhr fand sich 
dann wieder alles im Schützen- 
hof zusammen. Wohl keiner 
‚on denen, die sich in selbst- 
aufopfernder Weise für das Ge- 
lingen des Treffens eingesetzt 
hatten, hatte wohl je im Traum 
Jaran gedacht, daß ihr Ruf ein 
solches Echo finden würde. 
Diese Tatsache machte es ver- 
3tändlich, daß die mühsam auf- 
gebaute Organisation leicht ins 
Wanken geriet. Aber seien wir 
ehrlich, haben wir es wirklich 
zo störend empfunden? Über: 
ıchattete nicht das Bewußtsein, 
anter Landsleuten der alten 
Heimat zu sein, alle evtl. auf- 
ıretenden Schwierigkeiten? — 
Wie in einem Bienenhaus ging 
es zu in den Sälen. Langsam. 
4& 
3ild oben: Der 2. Vorsitzende der Heimatgruppe Bad Ziegenhals in Berlin, 
ng. Jürgen Janusch bei seiner Ansprache. Bilddarunter: Auch die jüngere 
zeneration unserer Heimatstadt war zahlreich vertreten. Foto: Kunert
	        

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