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Bote aus dem Bieletal (1956)

Bibliografische Daten

fullscreen: Bote aus dem Bieletal (1956)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Band, Heft, Nummer:
1956
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
M 101
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091_1956

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Juli 1956
Band, Heft, Nummer:
7

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Bote aus dem Bieletal
  • Bote aus dem Bieletal (1956)
  • Januar 1956 (1)
  • Februar 1956 (2)
  • März 1956 (3)
  • April 1956 (4)
  • Mai 1956 (5)
  • Juni 1956 (6)
  • Juli 1956 (7)
  • August 1956 (8)
  • September 1956 (9)
  • Oktober 1956 (10)
  • November 1956 (11)
  • Dezember 1956 (12)

Volltext

Baggenau/ Murgtal Bote aus dem Bieletal 
(Siegenhalfer Stadtblatt in der fremde) 
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Folge 7./ Juli 1956 
Ab. 
BAAR ADD MAN Rh? 
„Wit Ders Güter (SHE DETUHOCH my chen 
Ein Beitrag zur Geschichte des Gastwirtsgewerbes im Neisser Lande 
in den Dörfern waren die Kretschame 
stets die Mittelpunkte des politischen 
Lebens der Dorfgemeinde, in den Städ- 
‚en wurden sie zumeist vor den Toren an 
den wichtigsten Zufahrtsstraße angelegt, 
um den Fuhrleuten und Bauern, die zur 
Stadt auf den Markt kamen, eine Über- 
aachtungsmöglichkeit zu bieten. Bereits 
‚591 genehmigte der damalige Landes- 
‘ürst echo Andreas von Jerin den Zie- 
ıenhalsern einen Kretscham, der vor dem 
Niedertore gebaut und „zum schwarzen 
3ären" genannt wurde. Der Rat der Stadt 
zing bei der Verpachtung des Kretschams 
sehr-vorsichtig zu Werke. Er gab, wie uns 
lie Kutzer'sche Stadtgeschichte berichtet, 
‚597 den Schank- und die Gasterei auf 
aur 1 Jahr (in der späteren Zeit auf 3 Jah- 
te) für 26 schwere Mark. (a 42 Groschen 
gerechnet) an Hans Wicke, der Bürgen 
zu stellen hatte. Im Jahre 1611 besaß 
Michael Olmether den Stadtkretscham, 
der jährlich 50 Thlr. Zins (a 36 Gr.) zu ent- 
richten hatte und neben Bier und Brannt- 
wein auch Wein im Ausschank führte, 
„Von dem Miste, den er machen wird (!), 
hat er das Recht, 15 Fuhren abzufahren, 
von dem übrigen bekommt er für jede 
Fuhre 3 Groschen.“ Weiter heißt es „Er 
nat eine Mandel Kapauner zu halten und 
auf seine Kosten zuerzienen ‘1640 ıSt des 
Wirtshaus in den Händen von Martin 
Zneifel aus Niklasdorf, der schon 70 Thlr. 
dacht zu zahlen hat. In ‚seinem Pacht- 
vertrage finden wir folgende Auflage 
„Für das gemeine Vieh, als 3 Och- 
sen und 2 Schweine, soll er. das freie Fut- 
ter Ohne Entgelt versehen"; „Mit den 
Gästen soll erbescheiden umgehen, keine 
Aaufhändel dulden und nur anständige 
Leute: übernachten Jassen:'--Die--Pächter 
wechselten sehr oft und wir finden in.den 
Verträgen immer neu vereinbarte Rech- 
je und Pflichten. Hans Dobroschke hatte 
als Pächter 1651”, dem Pfarrer den Decem 
zu entrichten und dem Hirten die Hirten: 
:chütte .zu..geben.!. „Der. Stadtschreiber 
soll für jedes Achtel 3 Heller erhalten:“ 
Im Jahre 1717. hören wir bereits, daß. der 
Stadtkretschmer Georg Peter „nicht recht 
fortkommen” kann. und 1725 erwarb 
Melchior Nafe für 1270‘ Thir. „den in 
Schulden gefallenen  Kretscham” kauf- 
weise, „doch muß er Vorspanndienste 
leisten, von der Meile für jedes Pferd 4 
Sgr.' Der.Grundzins an die Stadt betrug 
20 Thlr. 1743 wird erstmals gesagt, daß 
Tanz und Spiel an Kirchweih, den Jahr 
märkten, Hochzeiten, Handwerker-und 
Zechtagen erlaubt sind. Trotzdem scheint 
ıs schwer gewesen zu ‚sein, den Kret- 
icham; der uns noch 1801 als ein Wirts- 
ıaus „für die Reisenden gemeinen dan- 
tes” bezeichnet wird, ‚wirtschaftlich zu 
ıalten, denn auch als Kaufobjekt ging 
‚er „schwarze Bär" aus einer Hand in 
lie andere, 1821. verkaufte nach nur drei- 
ährigem Besitz Karl Patschkowsy den 
'retscham für 5000 Thlr. an Johann He- 
ing aus Dürrkunzendorf. Laut Vertrag 
ıatteder Erwerber die Pflicht, 3Gemeinde- 
tiere und einen Eber zur Zucht zu halten. 
‚1 genoss dafür die Zahlung eines jähr- 
‘chen Zinses, das Recht der Graserei auf 
'er Stadtfreiheit an der Biele und dem 
"iehwege an der Ludwigsdorfer Grenze. 
jesen Lasten und Gerechtsamen wurde 
345 durch die „Ablösung” ein Ende-be- 
zıitet. Um diese Zeit muß auch das Gast- 
aus neu erbaut worden sein. Im Jahre 
376 erfolgte der Umbau der Brennerei 
les linken Seitenflügels und aus dem im 
Srünen prangendem alten ,Bärenkret- 
icham” mit seinem eigenartigen impo- 
ıuerenden Säulenvorbau’ wurde in den 
Nortes wahrster Bedeutung ein‘ anhei- 
nelndes „Waldschlößchen”, unter wael- 
ham ame sich dus CTe.othous bis em 
Jahre 1945 siets allgemeiner Beliebtheit 
arfreute. . 
Am 1. Februar 1894 erwarb’ der Destil- 
lateur Max Schirduan &us Militsch Gast- 
Umddie Jahrhundert- 
wende entstand-die« 
. ‚ses. Bild vom. 
„Waldschlößchen.” 
Jahrgang 3 
yäte PBranesrei, Rrennsrei, Likörfebrik 
ind das dazugehörige 100 Morgen große 
Stadtgut für 78000 Mark. Mit gesundem 
Dptimismus ging er an sein Vorhaben, 
Sästen und Kunden alles Erdenkliche zu 
»ieten. Ziegenhals erlebte damals gerade 
lien Aufschwung zum Badeort und Schir- 
luan verstand es, sich den Erfordernissen 
ler Zeit anzupassen. Er dirigierte- nicht 
iur sein Uuternehmen — die Gaststätte 
‚atte er an tüchtige Fachleute (Stein und 
päter ‘ Schubert) verpachtet — sondern 
chaltete sich auch in das öffentliche Le- 
en der Stadt ein. Bürgerschaft und Ma- 
Jistrat erkannten gar bald die Fähigkei- 
en dieses umsichtigen Bürgers und den 
nitreißenden Schwung, der seiner Pöer- 
;önlichkeit anhaftete. und wählten ihn 
‚um Stadtverordneten‘ und Ratsherrn, 
Ämter, in denen Schirduan viele Jahre 
egensreich für die Wahlheimat gewirkt 
ıat. Am 3. April 1934 verstarb er im Al- 
er von 65 Tahren, Seine Frau Anna Schir- 
Juan und seine Kinder führten das muster- 
ıafte Unternehmen weiter und waren 
tändig bemüht im Zeichen der Gastlich- 
zeit all die Forderungen zu erfüllen, die 
nan an eine neuzeitige Gaststätte stellte. 
Nie gern erinnern wir uns noch an die 
jemütlichen‘ Gasträume, ‘ u. a. des 
Schwarzbeerstübls” einer Trinkstube von 
iebenswürdiger Heimlichkeit. Vorbei... 
‚ur noch das Einst Klingt aus der Erin- 
ıerung. Die Witwe des Besitzers konnte 
ten Verlust der Heimat nicht überwinden. 
Va haiden Sähne Rruno und Eugen nahm 
ler unselige Krieg. Heute leben nur noch 
lie Tochter, Fräulein Annemarie Schir- 
luan und der Sohn Oskar in: Senden in 
Nestfalen. Der älteste Bruder Georg
	        

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