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Bote aus dem Bieletal (1956)

Bibliografische Daten

fullscreen: Bote aus dem Bieletal (1956)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Band, Heft, Nummer:
1956
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
M 101
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091_1956

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Juni 1956
Band, Heft, Nummer:
6

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Bote aus dem Bieletal
  • Bote aus dem Bieletal (1956)
  • Januar 1956 (1)
  • Februar 1956 (2)
  • März 1956 (3)
  • April 1956 (4)
  • Mai 1956 (5)
  • Juni 1956 (6)
  • Juli 1956 (7)
  • August 1956 (8)
  • September 1956 (9)
  • Oktober 1956 (10)
  • November 1956 (11)
  • Dezember 1956 (12)

Volltext

Gaggenau / Murgtal ; Bote aus dem Bieletal 
(Siegenhalfer Stadtblatt in der fremde) 
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Folge 6 / Juni 1956 
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Jahrgang 
Ein Chang auf, die Pischofskoppe 
Wandert mit, liebe Landsleute, und atmet Heimatluft ! 
Die Sommersonne lacht — und die Bi- 
ichofskoppe lockt. Wanderlust lodert in 
mir. Ich verabrede mich mit Gleichgesinn- 
'‚en.für den kommenden Tag, der schulfrei 
st. Am frühen Morgen treffen wir uns auf 
dem Ringe und lenken unsere Schritte auf 
dem Arnoldsdorfer Wege dem Ziele ent- 
zegen. Wie herrlich ist der Weg zwischen 
lien-wogenden Getreidefeldern, aus de- 
ı1en blaue Kornblumen und roter Klatsch- 
mohn leuchten! Die Hutberge winken. 
Schon grüßt die Turmspitze der Arnolds- 
dorfer Kirche, und bald schauen wir die 
läuser im Goldbachtale, In St. Antoni, 
lem schönen Waldwinkel am Nordhange 
jer Bischofskoppe, halten wir in der holz- 
nellen Baude im Tiefgrün des Waldes 
3ine kurze Rast, nachdem wir einen Blick 
in die Waldkapelle mit dem winzigen 
"ürmlein getan haben. Zum hl, Antonius 
wurde früher hier gebetet, um die richtige 
Sattin, den rechten Gatten zu finden. 
Auf steilem Zickzackwege geht es hinauf 
zur Koppe. Nun stehen wir oben auf dem 
Freien Fleck, nicht weit‘ vom Turme., Nach 
5üden sperren die Bäume die Aussicht, 
nach den übrigen Himmelsrichtungen ist 
die Sicht frei. Der -Blick steigt hinunter 
ber den grünen Mischwald in die Ebene 
nd wandert langsam von Ost nach West. 
Alles, alles grüßt ‚herauf. Ich .sehe der 
Dörfer lange Reihen, hingeduckt in der 
weiten Flur, Wie ruhig ist es hier oben! 
Wie. eigen ist es im Herzen, wenn die 
Heimat grüßt! 
Noch nicht habe ich das Ganze gese- 
hen, das schenkt erst der Turm, der um 
die Jahrhundertwende erbaut wurde: Die 
Kaiser-Franz-Josefs-Warte, nach der ich 
von meinem Wohnzimmer jeden Tag 
Ausschau hielt. 
Die reichsdeutsche Ebene liegt zu Fü- 
Ben, genau so, wie ich sie vorhin sah. 
Nun locken andere Sichten. Zuckmantel 
grüßt herauf, unsere Nachbarstadt, Wie 
schön und friedlich liegt sie da, eingebet- 
tert im Grün der Bergwälder. Und unser 
Mariahilf am Abhange des Querberges! 
Schön, wie ihn andere Orte nicht haben. 
Behüt’ dich Gott, du liebe, kleine Berg- 
stadt! | . 
: In breiter Wucht stehen die Berge da! 
Der Altvater mit seinem ganzen Hofstaat. 
Das grüne Wäldermeer hat tausend Berg- 
wogen. Ich ging in deinen Wäldern, ich 
‘Uhr in deinen Tälern, ich lebte auf deinen 
döhen. Sommer- und Winterwanderglück! 
Auf dem breiten Rande des Turmkran- 
;es sind Richtungspfeile mit vielen Namen 
Äingelassen:  Arnoldsdorf, Ziegenhals, 
Jeisse, Ludwigsdorf, Schnellewalde, Wild- 
ırund, Langenbrück, Neustadt, Zülz, Neu- 
'eck, Hotzenplotz, Hennersdorf, Peters- 
orf, Johannestai, Jägerndorf, Hermann- 
tadt, Mariahilf, Zuckmantel, Schönwalde. 
'on den vielen Bergen werden genannt: 
eskiden, Burgberg; Peterstein, Altvater, 
Juerberg, Schloßberg, Fuhrmannsteine, 
epernik, Hochschar, Schneeberg, Hirsch- 
adkamm, Reichensteiner-Gebirge, Heu- 
cheuer, Riesengebirge,Zobten, Steinberg, 
olzberg.- Die ganze Bergherrlichkeit der 
'eimat, ; 
Nun folgt der:Besuch des Rudolfhei- 
nes; Glück haben wir, daß uns nicht 
äne Masse stört, der Trinken, Tanzen 
ınd Toben Höhenziel hier oben ist, 
Dann führt uns der Weg ‘zur Ober- 
‚chlesierbaude. Die blaugelbe Oberschle- 
Hertohns flattert im Winde, Die Tür steht 
Ten. 
„Freudig tritt herein; und froh 
entferne dich wieder! 
Ziehst du als Wanderer vorbei, 
segne die Pfade dir Gott!” 
So grüßt uns ein Wandspruch beim 
zintritt. Und: über der Tür‘ zum kleinen 
astzimmer lese ich in großer Schrift: 
„Erbaut von wetterfesten Mannen 
aus alten, sturmumtobten Tannen 
und Berggestein, mit Müh gespalten, 
so hoff” mit Gott ich standzuhalten.” 
Von einem Fenster sehe ich noch einmal 
die ganze Ebene. Die kleinen Fremden- 
zimmer, ausgestattet. von Wohltätern aus 
Neustadt, ” Ziegenhals, Neisse, Oberglo- 
Jau, Leobschütz, Ratibor und Oppeln, 
tragen die Namen der Städte. 
Was gäbe ich drum, wenn ich mit lie- 
Jen Weggenossen die heimatlichen Berge 
durchwandern könnte! Gott gebe es, daß 
es nicht nur ein frommer Wunsch bleibt! 
Alfred! Müller 
-eldkapelle bei Dürr Kunzendorf mit dem schönen Blick auf Hutberg und Bischofskoppe 
(Foto: W. Biedermann)
	        

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