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Bote aus dem Bieletal (1956)

Bibliografische Daten

fullscreen: Bote aus dem Bieletal (1956)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Band, Heft, Nummer:
1956
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
M 101
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091_1956

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Mai 1956
Band, Heft, Nummer:
5

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Bote aus dem Bieletal
  • Bote aus dem Bieletal (1956)
  • Januar 1956 (1)
  • Februar 1956 (2)
  • März 1956 (3)
  • April 1956 (4)
  • Mai 1956 (5)
  • Juni 1956 (6)
  • Juli 1956 (7)
  • August 1956 (8)
  • September 1956 (9)
  • Oktober 1956 (10)
  • November 1956 (11)
  • Dezember 1956 (12)

Volltext

m A Vote qus dem Bieletal 
(Siegenhalfer Stadtblatt in der fremde) 
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Klage. 
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Folge 5:/ Mai 1956 
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„Annahme verweigert... 
Ein Blatt der Erinnerung - Vor 90 Jahren erschien das erste „Stadtblatt“ 
Am 19. Mai 1956 jährt sich zum neun- 
zigsten Male der Tag, an dem unser „Zie- 
jenhalser Stadtblatt” erstmals den Weg 
n die Öffentlichkeit antrat. Als treue 
°reunde und Leser wollen wir aus diesem 
Anlaß unserem Heimatblatt die herzlich- 
sten Glückwünsche aussprechen, heißt es 
1eute zwar auch „Bote aus dem Bieletal” 
und es trägt jetzt den Namen „Ziegen- 
halser Stadtblatt in der Fremde“ auch nur 
als Untertitel. Laßt uns im Folgenden den 
Entwicklungsgang unserer Heimatzeitung 
mit mir gehen! Auch er ist ein Stück Zie- 
genhalser Kulturgeschichte, Im Abdruck 
der ersten Ausgabe, der Nr. 1 vom 19. Mai 
866, einem Sonnabende, lese ich: 
„Um Bekanntmachungen und Verfü- 
Jungen etc. der städtischen Behörden von 
allgemeinem Interesse zur Kenntnis der 
3ewohner der hiesigen Stadt zu bringen, 
und um diesen Gelegenheit zu geben, 
auch ihrerseits Bekanntmachungen aller 
Art, als Käufe und Verkäufe, Auktionen, 
Yerpachtungen, Wohnungs-Vermietungen 
atc. zur allgemeinen Kenntnis zu bringen, 
‚st in Übereinstimmung mit der Stadtver- 
ardneten-Versammlung die Errichtung 
aines Stadtblattes beschlossen worden... 
Ziegenhals,- den 14. 5. 1866, . 
Der Magistrat” 
Redaktion, Druck und Verlag lagen in 
den Händen der Buchdruckerei A. Letzel- 
Neiße, die Expedition für Ziegenhals ob- 
lag dem Stadtsekretär Marx. Bescheiden 
wie damals noch alle Leute und alle Din- 
Je waren, umfaßte das Ziegenhalser 
»tadtblatt nur 4 Seiten im Format 23:18 
cm. Allsonnabendlich flatterte es den Bür- 
Jern ins Haus, sofern diese Hausbesitzer 
waren. Dafür durften diese dann pro 
auartal 2,5 Silbergroschen entrichten ge- 
gen die Verpflichtung, es bei ihren Mie- 
ern zirkulieren zu lassen. Hatte aber ein 
‘Aieter selbst Ambitionen ‘aufklärerischer 
Art, dann mußte er das doppelte, 5 Sil- 
sergroschen, berappen. Und so kommen 
wir Zu unserer Überschrift: Verruchte Dun- 
c<elmänner ihrer Zeit, die Verordnungen 
und Steuerdekrete nach Vogel-Strauß-Me- 
'hode nicht zu Gesicht bekommen woll- 
en und mochten, lehnten in nicht einmal 
zu geringer Zahl „das verfl... Käseblaat- 
a” ab. Aber bei damals 4300 Einwohnern 
der Stadt im 1866er Jahr hatte das Stadt- 
»latt immerhin einen einigermaßen gesi- 
cherten Abnehmerkreis. Und das mittel- 
alterliche „Ausschellen“ seitens des Stadt- 
büttels gehörte fortan der Vergangenheit 
AS 
ın. Wer sich vor 1866 über das Walten 
ler kaiserlichen Vorsehung ä la „Wilhelm 
‚on Gottes Gnaden” informieren wollte, 
‚atte zum „Neisser Kreisblatt“, „Neisser 
\nzeiger” oder aber dem umfangreichen 
Oberschlesischen Bürgerfreund für Stadi 
ınd Land des Neisse-Grottkauer Wahl- 
reises” greifen müssen. Ein Neisser Kind 
var "also vorerst unser „Ziegenhalser 
;tadtblatt”. Aber das sollte sich gar rasch 
indern: Ein unternehmungslustiger Jünger 
5utenbergs, der Mecklenburg-Strelitzer 
riedrich Wilhelm Nebe, schaltete sich 
orsch in das Geschehen :ein. Er hatte 
zhon in Neustadt eine Zeitung geschaf- 
en und ließ sich nun in unserer Heimat- 
tadt 1875 nieder, woselbst er im jetzigen 
‚onsum auf dem Hirtenplatz einen Zweig- 
‚etrieb errichtete, der allerdings nur aus 
iner Hand-, einer Schnellpresse und dem 
ıllernotwendigsten Schriftmaterial be- 
tand. Schon am 5. Juni verlautbarte der 
‚tesige Magistrat, daß ab 1. Juli 1875 die 
imtlichen Bekanntmachungen nicht mehr 
Jem in Neisse gedruckten, sondern dem 
‚hierorts erscheinenden Wochenblatt für 
Ziegenhals und Umgebung (Ziegenhalser 
)tadtblatt) zu entnehmen seien“. F. W. 
Nebe gründete daneben ein „Wüochen- 
»°latt für Zuckmantel“, verkrachte sich 
ıber bald mit dem heimatlichen Magi- 
trat, der demzufolge seine Bekanntma- 
hungen ab Mitte 1880 wieder bei Letzel- 
leisse drucken ließ. Aber Nebe gab un- 
‚eirrt weiter „sein“ Ziegenhalser Stadt- 
ılatt” heraus, das er in Ermangelung von 
»esetzen und Dekreten der Stadtverwal- 
ung eben anderweitig journalistisch in- 
eressant gestaltete, Und der Bürger hatte 
un die Wahl zwischen zwei „Stadtblät- 
arn“. Ende März: 1881 verließ Nebe aber 
ach Verkauf der Zeitung den ungastli- 
hen Boden der Stadt — hat sicher dabei 
‘uch auf die Preißen geschimpft —-, um 
ıach weiteren Zeitungsgründungen in Ot- 
machau, Salzbrunn, Berlin und Köln 
chließlich im Anschluß an schwere finan- 
jjelle Verluste ein bescheidenes Auskom- 
1en dem Gründerwirbel vorzuziehen. 
Nenn wir bedenken, daß dieser Pionier 
ler Presse erst 21 Jahre alt war, als er 
n Neustadt Fuß faßte, müssen wir ihm 
alle Achtung zollen. 
Sein Nachfolger wurde 1881 also Adolf 
Auerbach. Auch er zeigte sich als Mann 
der Tat und des Wagemuts, und ein „hel- 
er Sachse” aus Heinichen war er ja von 
Seburt her, Ab. 2. April erschien das 
‚Stadtblatt” unter seiner Regie, und schon 
Jahrgang % 
Ende Juni 1881 finden wir es sogar in 
der Preisliste der Post, Auerbach ließ sein 
Blatt nun zweimal wöchentlich erscheinen 
und veröffentlichte auch ab 1881 eine 
‚Amtliche Fremdenliste“. Daneben schuf 
ar noch als zweite Zeitung eine „Ziegen- 
1alser Zeitung“ mit einer Illustrierten Bei- 
age. Doch war unsere Ahnenschaft eben 
wohl doch noch nicht so „zeitungssüchtig” 
vie heute: Ab 1. Juli 1899 gibt Auerbach 
wieder nur eine Zeitung, „Ziegenhalser 
>tadtblatt und -Zeitung“ N Koraus, die drei- 
nal in der Woche den Weg in die Bür- 
Jerhäuser nimmt, ab 4. November 1899 
Jann aber wieder nur als „Ziegenhalser 
Stadtblatt” firmiert. ; 
Am 15. August 1899 kauft Herr Anton 
Torzewski das Stadtblatt, Er war bisher 
n Salzbrunn tätig gewesen und ent- 
‚tammte der Provinz Posen. In Kolmar / 
>osen erblickte er am 7.Mai 1868 das 
„icht der Welt; somit wäre er auch fast 
zin Neunziger. Mit ihm kam wieder ein 
1evuer Auftrieb in das Pressewesen unse- 
er Heimat, Die Räume des Stadtblattes 
waren im Grundstück des Ziegeleibesit- 
zers Joseph Grondei schon längst unzu- 
änglich geworden. Also erwarb er das 
ım Ring gelegene Besitztum des Buch- 
ıändlers Raschdorff und brachte Setzerei 
ınd Druckerei in dem bisher von der Dar- 
ahnskasse benutzten Hinterhaus am 
ichulplatz unter, Ein Deutzer Gasmotor 
arleichterte bald die Arbeit, und die Be- 
dienung der diversen Maschinen mittels 
{and und Fuß. fiel fort. Als kluger, ge- 
vissenhafter, christlich-ethischen und so- 
zialen Grundsätzen sich verpflichtet füh- 
ender Bürger errang sich Herr Torzewski 
n der Folge recht schnell das Vertrauen 
ınd die Achtung seiner Mitbürger. So be- 
tleidete er gar bald verschiedene Ehren- 
imter und wurde Mitglied des Stadtver- 
rdneten-Kollegiums. Hier konnte er nun 
»ine ideale Zusammenarbeit zwischen 
’resse und Behörden verwirklichen und 
‚orbildlich Kulturpolitik im heimatlichen 
jektor anstreben. War das Stadiblatt um 
900 noch erst in 1000 Exemplaren hin- 
ıusgewandert, waren um 1914 schon 
500 Bezieher zu verzeichnen. Und in den 
chicksalsschweren Tagen des Ersten Welt- 
<rieges ließen Exirablätter, der Druck von 
‚ebensmittelkarten, von Bezugscheinen 
ind hunderter Stadtblätter, als Heimatgruß 
ın die Front versandt, den Betrieb auf 
Hochtouren laufen. Die Zeitumstände er- 
;schwerten mit ihrem Mangel an Kohlen, 
>apier und Fachleuten trotzdem dem Ver- 
eger die Arbeit zur Genüge. Am 3. Sep- 
ember 1921 schlossen sich die Augen des 
;o schaffensfroh dem Leben verbundenen 
derrn Torzewski zur ewigen Ruhe. Seine 
Nitwe, Frau Martha Torzewski, mußte
	        

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