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Bote aus dem Bieletal (1956)

Bibliografische Daten

fullscreen: Bote aus dem Bieletal (1956)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Band, Heft, Nummer:
1956
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
M 101
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091_1956

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
April 1956
Band, Heft, Nummer:
4

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Bote aus dem Bieletal
  • Bote aus dem Bieletal (1956)
  • Januar 1956 (1)
  • Februar 1956 (2)
  • März 1956 (3)
  • April 1956 (4)
  • Mai 1956 (5)
  • Juni 1956 (6)
  • Juli 1956 (7)
  • August 1956 (8)
  • September 1956 (9)
  • Oktober 1956 (10)
  • November 1956 (11)
  • Dezember 1956 (12)

Volltext

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(Siegenhalfer Stadtblatt in der $rembde) 
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Jahrgang 3 
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Folge 4 / April 1956 
— ‚Begleitest mich du lieber Fluß .. 
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Ein glücklicher Gedanke gab unserem 
Aeimatblatt: den: Titel. „Bote aus dem 
Bieletal“. Herausgeber und ein Stab. von 
Mitarbeitern wetteifern, das Blatt .inter- 
essant und lesenswert zu ‚erhalten; Ab- 
handlungen,. kleine Artikel, Zeichnungen 
und Bilder‘ und . mundartliche Gedichte 
zaubern Heimaterinnerungen herbei. Fa- 
milienmitteilungen schaffen eine schicksal- 
hafte Atmosphäre. Der Leserkreis wächst, 
Mit Sehnsucht erwarten die Heimatfreunde 
allmonatlich das Heimatblättchen. 
Uns Älteren ist es leicht, die Erinnerung 
zu Gaste.zu laden. Wir sind in Gedanken 
gar ‘oft im Zuhause. Doch wie steht es 
mit den Jüngsten, mit den Allerjüngsten? 
Die Kultusministerien. der Länder verfüg- 
ten zwar die erhöhte Berücksichtigung des 
deutschen. Ostens im Unterricht. Man 
denkt wohl dabei zu allererst an seine 
wirtschaftl. Bedeutung für ganz Deutsch- 
l'and. Für uns aber geht es bei der Lösung 
des Ostproblems um unsere Heimat mit 
‚hren Menschen, ihrem Brauchtum, ihren 
Arbeitsmöglichkeiten, ihren Bergen, ihren 
Wiesen und Äckern. 
Unsere Heimat jet eken das Rielatal, 
Hast du deinen Kindern schon ‚einmal von 
der Biele erzählt, versucht, ihnen‘ den 
Zauber des Bielestrands zu Herzen zu 
führen? Wie blau die Berge dämmern, 
wie silbern . die Biele flimmert, und wie 
nachts der Mond hinter den Bergen gei- 
stert und den bleiernen Schein über die 
Adöhen wirft2 
zlücklich zufriedene Herzen. Das Bächlein 
nimmt ein bißchen Glück mit und plät- 
schert talwärts durch Thomasdorf, Adels- 
dorf, Buchelsdorf. Von den Kirchtürmen 
äuten wie zum Empfang die Glocken. 
Schornsteine erzählen von dem fleißigen 
Sebirgsvölkchen, Buben und Mädel quel- 
‚en aus dem Tor des Schulhauses, wie ein 
Bienenschwarm &us dem Flugloch. Am 
Wege stehen genug Häuser, wo ein Ochs 
sein Horn, ein Hirsch sein Geweih oder 
ain Bär seinen Rüssel herausstreckt, und 
der Wirt sein Glatzkäppchen dreht. Er hat 
seinen guten Tag. Sein fröhliches Gesicht 
glänzt sonntäglich, doch noch sonntäg- 
‚icher die. Nase drin, wie sie ein Wirt 
braucht als Empfehlung für seinen Wein, 
Links und rechts der Biele ragen, wie neu 
arschaffen, die Berge :im blaven Dunst. 
Täler tun sich auf, ferne Wälder leuchten 
herein. Wiesen liegen im satten Grün, 
und im tiefsten Blau erstrahlt der Himmel. 
Dort, wo die Staritz in die Biele mün- 
det, liegt Freiwaldau. Hier ist die Biele 
schon_ ein "ansehnliches: Flüßchen gewor- 
den. Stolz blinkend rauscht sie durch das 
fast 9000 Einwohner zählende Städtchen 
und lauscht dem Klappern der Webstühle. 
Hoch aus dem Häusermeer erhebt sich der 
Turm _der Propsteikirche, Sehenswert ist 
das Fürsterzbischöfliche Schloß. In den 
Josefsgarten hat der Bildhauer Obeth das 
Prießnitzdenkmal, ein Meisterwerk schle- 
sischer Kunst, gestellt. Cafe Teuber, Hotel 
Kretschmer und die Tanzdiele Riedel la- 
den die zahlreichen Ausflügler zum Be- 
such ein. Im Städtchen pulst reges Ge- 
schöftsieben. In Gausser und Güßchern. 
verstecken sich Jauschige Winkel. Hier 
xriecht die Ruhe: Zu den Fensterr hinein. 
Sie kommt aus dem Rauschen, das. den 
‚algrund erfüht, eine Musik‘ der. heimat- 
ichen Erde. An eine aussichtsreiche Ter- 
:asse des Hirschbadkammes schmiegt sich 
Sräfenberg. Hier befinden sich die Prieß- 
xitzschen Heilanstalten, in denen Kranke 
durch Kaltwasseranwendungen  Heilun 
suchen. Die Hirschbadterrasse steigt auf 
zum Quellengebiet der Nesselkuppe, de- 
ren dunkle Wälder von den Hängen her- 
niedersteigen. Auf der anderen Seite 
grenzt der Bielekamm mit seiner Gold- 
koppe den blauen Horizont ab. Am Hang 
winken die klüftigen Harrichsteine. Mär- 
chenhaft schöne Wanderwege über die 
Adohe Tanne und durch den Hammergrund, 
vorbei an der. idyllischen Mühle und dem 
Hammerkirchel, führen ins 780 m ü.d:M. 
gelegene Rei hwiesen.‘ Wer. denkt da 
nicht an den sagenumwobenen „Sühnteich“ 
und an. die „Schlesische Stube“ im Gast- 
haus „Zum Seehirten”. 
Unten im Tale rauscht dunkel die 
Biele. Nun tut das Bieletal sich auf. ‚Bei- 
derseits liegt das Land aufgebrochen un- 
ter. dem Werdehauch: des Schöpferaeistes. 
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Auf dem Leiterberg, nicht allzu weit 
vom Altvater, gluckert aus moosigem Ge- 
stein die Quelle hervor. Gar bald spru- 
deln die Wasser am steinigen Waldsaum 
vorbei. Auf jedem Wellchen schaukeli 
ein blitzendes Krönlein, das ihm die Sonne 
aufgesetzt. Die Silberweilen hüpfen von 
Stein zu Stein und überstürzen sich voll 
kindseliger Tollheit, In den leuchtenden 
£bereschen am Ufer singen die Vöglein, 
und unter den Erlen blühen Strauch und 
Stauden, reckt ‚sich. junges Waldgeblüm 
an den glatten Stämmchen hinauf. Weiter 
oben ragen Fichten, auf und auf voll hell. 
grün sprossender Zier, Bald aber verspü- 
ren die kristallklaren Wasser Sehnsucht 
nach Menschen und werden. vom kleinen 
Dörfchen. Waldenburg freudig begrüßt. 
In den weißgetünchten, schmalbrüstigen 
Häuschen . klopfen trotz harter Arbeit 
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