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Bote aus dem Bieletal (1956)

Bibliografische Daten

fullscreen: Bote aus dem Bieletal (1956)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Bote aus dem Bieletal
Untertitel:
Ziegenhalser Stadtblatt in d. Fremde
Band, Heft, Nummer:
1956
Publikationsort:
Gaggenau
Veröffentlichungsjahr:
1954
Verlag:
Torzewski

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
M 101
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=012125091_1956

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Januar 1956
Band, Heft, Nummer:
1

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Bote aus dem Bieletal
  • Bote aus dem Bieletal (1956)
  • Januar 1956 (1)
  • Februar 1956 (2)
  • März 1956 (3)
  • April 1956 (4)
  • Mai 1956 (5)
  • Juni 1956 (6)
  • Juli 1956 (7)
  • August 1956 (8)
  • September 1956 (9)
  • Oktober 1956 (10)
  • November 1956 (11)
  • Dezember 1956 (12)

Volltext

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mm Worte aus dem Bieletal 
(Siegenhalfer Stadtblatt in der fremde) 
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Folge 1 / Januar 1956 
Jahrgang 3 
Vom Bergbau in unserer Gebirgsecke 
nen Pingen Kunde von der seit dem 13. Jahr- 
aundert betriebenen Goldwäscherei. Über 
jen Vorgang bei der Goldwäscherei berichtet 
Kutzer: „Nachdem das Vorhandensein von 
5old festgestellt war, wurde mittels Picken 
and Rodehacken der Boden aufgelockert. 
Sodann leitete man Wasser darüber, welches 
lie erdigen Bestandteile‘ und lehmigen Bo- 
Jenschichten unterwusch und das Gestein 
ınd Geröll bloßlegte. Das wurde sorgfältig 
jortiert, das taube Gestein getrennt und 
las goldhaltige in Haufen aufgeschichtet. 
Dieses wurde dann mittels Schaufeln in 
1ölzerne, mit Schaffellen ausgelegte‘ Rinnen 
zeworfen, durch welche man Wasser leitete. 
Dieses wusch‘ den Schutt sorgfältig. aus. Er 
aahm die leichteren Teile weg, während die 
‚röberen mit Rechen durchgezogen wurden, 
Jas Gold setzte ‘sich in den Haaren der 
elle fest. Sodann »gab män die Felle in 
»inen größeren Behälter oder Trog zwecks 
weiterer Reinigung und dann schüttelte man 
las erhaltene Goldin Mulden oder Schüssehn, 
wo es völlig rein gewaschen wurde. So er- 
4ielt man das Waschgold, welches man der 
Münzerei bringen konnte”. Dort wurde es 
gewogen und bezahlt. In Neisse wird um 
1300 schon ein Goldschmied genannt 
° Stollenbergbau zur Goldgewinnung . 
Eine alte Zuckmantler Grenzbeschrei- 
bung von 1300 besagt, daß neben der Gold- 
Schon in den ältesten Zeiten schätzten 
tie Menschen das Gold. Moses erwähnt es 
in der Genisis, und beim Bau des hl. Zeltes 
nach‘ dem Auszuge nach Ägypten wurden 
die „Tempelgeräte” aus Gold gefertigt. Die 
Ägypter bezogen das Gold aus Aethiopien. 
Reiche Phönizier sollen ihre Schiffe mit 
zoldenen Ankern und ihre Kamele mit gol- 
jenen Ketten versehen haben. Wir hörten 
vom Goldenen Vließ und den unermeß- 
ichen Goldschätzen der Nibelungen und 
Inkas, 
Im Schlesien hören wir vom Golde erst 
‘n: der Zeit der deutschen Wiederbesiedlung 
;m 13. Jahrhundert. Bei Goldberg ist die 
Goldgewinnung seit dem Jahre 1211 nach- 
weisbar. Auch unsere heimatliche Gebirgs- 
ecke im Raum Ziegenhals-Zuckmantel-Frei- 
waldau kann den Ruhm in Anspruch neh- 
men, in den Quarzgängen und Schwefel- 
kiesadern der Bergfelsen und in den Sand: 
ablagerungen unserer Biele, des Miserichs- 
baches und der Elsnitz bei Zuckmante}l Gold 
zu beherbergen. ‚ ; 
Schlesische Siedler als Goldschürfer und 
Kampf ums Goldrecht. - 
‚Im Zuge der im Jahre 375 n.Chr. be- 
ginnenden Völkerwanderung waren 
die: germanischen Wandalen zum gro- 
50a Tel sus dia Üdegebiet durch 
Mitteldeutschland, Frankreich und 
Spanien nach Afrika ausgewandert 
and hatten dort unter ihrem König 
Geiserich im Jahre 429 ein Wanda- 
lenreich gegründet. In der Zeitschrift 
„Kristall” las ich, daß die ausgewanr- 
Jerten Wandalen mit den in Schle- 
sien verbliebenen alten Stammesge- 
nossen durch reitende Boten noch 
Verbindung hielten. Nach gleicher 
Quelle haben Forscher der Neuzeit 
in Nordafrika den Germanen in 
Wuchs, Haar- u. Augenfarbe ähnelnde 
Bewohner festgestellt, die heute noch 
ın Webart und Farbe Kleidung tragen, 
wie sie die germanischen Vorfahren 
hatten. Möglich, daß es die letzten 
Spuren der Wandalen sind, die im 
Völkergemisch Nordafrikas unter- 
gingen. 
‚In den fast menschenleeren Raum 
an der Oder sickerten in kleinen 
Gruppen nach 600 die ersten Slaven 
ein, die sich zwischen den zurückge- 
bliebenen Wandalen festsetzten. Die 
ahnten aber nicht, welchen Goldschatz 
der fast undurchdringliche Grenz: 
wald barg. 
Als Siedler aus Franken und Thüringen 
im 13. Jahrhundert den schützenden Grenz- 
wald lichtend durchkreuzien, wurde unter 
3ischof Lorenz (1207—-1232) im Miserich- 
ale 1220 das Goldvorkommen entdeckt. 
Nur ein Jahr konnte sich der Bischof 
lieses Segens ‚erfreuen. Schon 1221 streckte 
ier Mährenmarkgraf Wladislaus erfolgreich 
eine Hände danach aus, ohne sich von 
\cht- und Bannandrohung des Papstes Ho- 
10rius I. beeinflussen zu lassen. Nichtanders 
‚rging es dem Bischof Thomas I. (1232-1268) 
nit den an der Freiwaldauer Biele ausge- 
nachten Goldfundstellen. (Wir kannten sie 
‚es die „Pingen” zm Glogner-Methnerfschen 
Vehr an der. Biele.) Als Besitzer des Berg: 
‚egals glaubte der Schlesierherzog Heinrich 1. 
üch zu dieser Maßnahme berechtigt. 
Totz des Streites der Großen haben die 
Siedler auf Grund ihres Privileges fleißig 
5old aus dem Schwemmsande gewaschen. 
Jaß Gold in Siedlerhänden war, ist dadurch 
»rwiesen, daß Ziegenhalser 1263 und Frei- 
valdauer 1295 ihren Zins für Hufe und Bau- 
»latz in Gold zahlten. 
Nicht nur bei Ziegenhals, auch bei Nik- 
iasdorf, Endersdorf, Grund, im Miserich bei 
Zuckmantel geben heute noch die vorhande- 
Das Heidebrünn’l im Winterkleid
	        

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