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Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse (1968)

Bibliographic data

fullscreen: Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse (1968)

Structure type:
Periodical
Collection:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Title:
Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse
Subtitle:
Organ des Neisser Kultur- und Heimatbundes e.V., Hildesheim verbunden mit "Bote aus dem Bieletal" (Ziegenhalser Stadtblatt in der Fremde) ; Mitteilungsblatt des Neiser Kultur- und Heimatbundes e.V.
Place of publication:
Hildesheim
Year of publication:
1949
Publisher:
Neisser Kultur- u. Heimatbund

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010079289
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Title:
Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse
Subtitle:
Organ des Neisser Kultur- und Heimatbundes e.V., Hildesheim verbunden mit "Bote aus dem Bieletal" (Ziegenhalser Stadtblatt in der Fremde) ; Mitteilungsblatt des Neiser Kultur- und Heimatbundes e.V.
Volume,Issue,Number:
1968
Place of publication:
Hildesheim
Year of publication:
1949
Publisher:
Neisser Kultur- u. Heimatbund

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Shelfmark:
Z 423
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010079289_1968

Periodical issue

Structure type:
Periodical issue
Title:
März 1968
Volume,Issue,Number:
104

Contents

Table of contents

  • Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse
  • Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse (1968)
  • März 1968 (104)
  • Juni 1968 (105)
  • September 1968 (106)
  • Dezember 1968 (107)

Full text

HCl 
für den Stadt- und Landkreis Neisse - Organ des „Neisser Kultur- und Heimatbundes” e.V., Hildesheim 
Ha, 
Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Gewähr über- 
nommen. — Das „Neisser Heimatblatt“ erscheint je nach Bedarf 
als Mitteilungsblatt des Nelsser „Kultur- und Heimatbundes e. V.“, 
32 Hildesheim. — Verkaufspreis Ist durch Mitgliedsbeitrag abgegolten. 
Nr. 104 
März 1968 - 1 B 21430 F 
Aderausgeber: Neisser Kultur- und Heimatbund e. V., 32 Hildesheim, 
Kaiserstraße 21. — Schriftleiter: Herbert Langer, 4 Düsseldorf, 
Immermannstr. 21. — Versand und Familiennachrichten: Karl Fabian, 
39 Augsburg, Jakoberstraße 45. — Druck: Ottodruck, Buchdruckerei 
Bernh. Otto, 4052 Dülken, Sternstraße 49. 
20. Jahrgang 
Von Geschlechte zu Geschlecht .... 
568 ist, wie das neben- 
stehende Stadtsiegel 
zeigt, für Neisse ein 
Jubiläumsjahr, denn 
Kaspar von Logau 
*ürstbischof von Bres: 
au und Neisse von 1562 
5is 1574, vordem Bischof 
n Wiener- Neustadt, 
jzab den Neisser Gold. 
nd Silberschmieden 
1eve Zunftgesetze. 
Diese Angaben stammen aus 
‚Minzbergs”‘ Chronik vor. 
Neisse.)} 
arnrößert! 
Bei solchen Anlässen machten Innungen und Körper- 
schaften den vorgesetzten Ämtern Geschenke, und 
as Jiegt wohl nahe, daß die Neisser Gold- und 
Silberschmiede damals diesen Ring der Stadt Neisse 
schenkten. Es ist ein massiv. goldener Ring von 
40 Gramm Gewicht, Ein glücklicher Umstand hat ihn 
uns in die Hände gespielt. Er befindet sich z. Zt. im 
Tresor unseres Bundesvorsitzenden Rechtsanwalt 
und Notar Funke in unserer Patenstadt Hildesheim 
Diese verwahrt als unsere Patenstadt noch mancher- 
lei Kostbarkeiten von Neisses Größe und Ansehen 
in ihrem altehrwürdigen Rathaus, in Vitrinen, im 
großartigen Treppenhaus, zur allgemeinen Ansicht, 
darunter auch das Modell des inneren Holzgerüstes 
des Glockenturmes von St. Jakobus, maßgetreu mit 
allen Glocken in mühevoller Arbeit von unserem 
rleimatfreund Fritz Luda, dem einstigen Ober- 
läuter all_der Glocken erstellt. Die größte Glocke 
wog 160 Zentner. 16 Männer mußten beim Läuten 
ziehen, wenn der „Jakob“ brummen sollte. Die 
Slocke hatte den Namen „Jakobus major“. 
Nach Angaben unseres letzten Neisser Chronisten, 
Geistlichen Rat Müller aus Neunz, Kreis Neisse, in 
seiner mir geschenkten Arbeit über „Neisser Pfarr- 
herren von St. Jakobus, angefangen von Magister 
Wilhelm von Neisse (ca. 1248—1252}, bis Kanonikus 
Dr. Karl Wawra (1918—1947)“ war von 1558—1573 
Silvester Hangk Stadtpfarrer von Neisse. Er war, 
ebenso wie Magister Wilhelm und Kanonikus 
Wawra, ein gebürtiger Neisser, denn sein Vater 
war von 1540—1560 Kantor in Neisse. Pfarrer 
Hangk war demnach in der Zeit des Stadtsiegels 
amtierender Pfarrer in Neisse., 
Neisse war unter den Habsburgern nächst Breslau 
die wichtigste Stadt von Schlesien, und da die 
3reslauer Bischöfe zumeist in ihrer Fürstentums- 
hauptstadt residierten, von diesen mit vielen Rechten 
ausgestattet. Es hatte schöne breite Straßen, große 
Plätze, prächtige Kirchen und Bürgerhäuser, große 
Klöster und Bildungsanstalten, sogar zwei Latein- 
schulen. 
Nach Geistl. Rat Müller wurde die Neisser Druckerei 
schon_unter dem Bischof Turzo (1506—1520) durch 
sine Zweigstelle gegründet; den Anfang machte 
die schon 1496 bestehende: Papiermühle. Der erste 
aekannte Drucker war Johannes Creuzinger, der 
1555 einen Hirtenbrief des Bischofs Balthasar 
druckte. Man liest in den wenigen greifbaren Akten, 
nach Minsberg, daß die Bürger sich durchzusetzen 
r‚ermochten, daß reiche Kaufleute in Neisse lebten, 
ınd die namentlich aufgeführten Zünfte, Zechen und 
Silden, mit Privilegien in den verschiedenen Jahr- 
ı‚underten ausgestattet, beweisen einen blühenden 
landels- und Handwerkerstand. Ebenso war die 
;tadtverwaltung nicht untätig. Man erkennt das 
ım besten an dem großen Besitzstand, der ständig 
Jurch Kauf oder Tausch vermehrt wurde. Auch war 
je gegen die bischöfliche und staatliche Hoheit 
ınd deren gelegentlich versuchte Übergriffe nicht 
atenlos. 
Aan könnte Neisse nicht nur das „Schwarze Neisse“, 
ondern auch das „Goldene“ nennen, denn in keiner 
Stadt Schlesiens waren so viele Stiftungen, so viele 
;tipendien und Präbenden für Studierende, Alte, 
£ranke und Kinder vorhanden, wie in Neisse; Das 
'eugt von dem guten Herzen und der Großzügig- 
teit der Neisser Bürger und anderer Testatoren, wie 
ıuch von dem Wohlwollen der Landeshoheit, der 
tädtischen und anderer Behörden. 
Schedel“ und „Merian“ berichten, daß Neisse 
‚einerzeit zu den schönsten damals bekannten 
;tädten in deutschen Landen gehört haben soll. 
Jarauf können wir mit Recht stolz sein. Stolz wie 
lieser aber verpflichtet, dessen sollten wir uns alle 
jerade heute bewußt sein. Karl Elsner 
Eine Fülle von glauzvollen Namen aus der Vergangenheit 
Mit freundlicher Erlaubnis des Verfassers ent- 
nehmen wir nachstehenden in der „Neisser 
Zeitung” vom 16. August 1938 veröffentlichten 
Artikel: . 
der vor kurzem ins Leben gerufene Kulturverband 
Veissegau hat sich den kulturellen Zusammenschluß 
ner siedlungsgeschichtlich zusammengehörigen 
‚andschaft, die Jahrhunderte hindurch auch eine 
‚olitische Einheit bildete, zur Aufgabe gestellt. Es 
ıandelt_sich dabei räumlich um das ehemalige 
Jeisse-Grottkauer Fürstentumsland der Breslauer 
3ischöfe, das mit dem Gemärke und dem Altvater- 
and beiderseits der Freiwaldauer Biele über die 
3renze nach Sudetenschlesien hinüberreicht. An- 
äßlich dieses Gründungsaktes dürfte es wissenswert 
arscheinen, was das Neisser Land bisher an kultur- 
chöpferischen Persönlichkeiten hervorgebracht hat 
Nir können diese Übersicht mit einem Mann be 
jinnen, dem einer der ersten Plätze in der Geistes- 
Jeschichte der Menschheit gebührt, mit dem Astro- 
1omen Nikolaus Koppernikus, dem Begründer der 
ehre von den Kreisbewegungen der Himmelskörper 
‚nd damit dem heutigen Kiassischen Weltbilde 
(oppernikus (473—1543) wurde zwar in Thorn ge- 
»oren, seine Ahnen väterlicherseits stammen jedoch 
1us dem Dorfe Köppernig bei Neisse, nach dem der 
Aannesstamm auch seinen Namen erhalten hat. Zu 
der Zeit, als die väterlichen Ahnen dem ostwärts 
jerichteten deutschen Siedlungszuge folgend, nach 
‚rakau auswanderten, war Köppernig Bereits seit 
angem rein deutsch. Die mütterliche Linie Watzel- 
‘ode war übrigens ebenfalls in Schlesien beheimatet, 
nd zwar in dem benachbarten Kreise Frankenstein, 
Mit gutem Grund wird daher die auf dem Steinberg 
»ei Köppernig von der deutschen Wissenschaft er- 
ichtete Jugendherberge dem Andenken Koppernikus 
;ewidmet sein. 
)jen Anteil des Neisser Landes an der deutschen 
‚iteratur hat Paul Klemenz in einer in den Berichten 
ler Neisser Philomathie Mn veröffentlichten Ab- 
1andlung eingehend dargestellt. Aus der Fülle von 
Jamen verdienen einige besondere Hervorhebung 
Vie Schlesien überhaupt, so hat auch das Neisser 
‚and im Zeitalter des Humanismus, also der lateini- 
‚chen Dichtung, eine besondere Regsamkeit entfaltet. 
n Georg Werner aus Patschkau stellt es den Hof- 
Jichter Kaiser Ferdinand I. und mit Melchior Adam 
ıus Grottkau, gleichfalls ein kaiserlicher Poet, einen 
kektor der Universität Heidelberg (+ 1620); der 
Neisser Nikolaus Merboth berief der Renaissance: 
apst Nikolaus V. zu seinem Sekretär. Ebenfalls aus 
Neisse stammte Martin Helwig SH 1570 der be- 
<annte Kartograph Schlesiens, Zu den ersten Io 
ichen Lieddichtern in deutscher Sprache gehörte 
der in Neisse geborene Michael Weisse. Er gab 1531 
als Mitglied Sr Böhmischen Brüdergemeinde „Ein 
New Gesangbuchlen“ heraus, das 157 von ihm ge- 
Jichtete Lieder in deutscher Sprache umfaßte. Der 
jedeutendste Dichter des Neissegaues ist zweifellos 
ler Romantiker Friedrich von Sallet (geb. 1812 in 
Veisse), der allerdings einem ursprünglich. im Balti- 
‚um beheimateten Geschlecht entstammt. Er hat sich 
ıls Verfasser trefflicher Balladen und geistlicher 
Dichtungen einen Namen gemacht. Zu den viel- 
ımstrittensten Persönlichkeiten seinerzeit zählte der 
ı1us Bischofswalde gebürtige Kaplan Johannes 
longe (1813—1867), weniger allerdings wegen seiner 
eligiösen-Iyrischen Gedichte denn als Begründer 
ler deutsch-katholischen Glaubensbewegung. 
'eicher als die dichterische scheint die musikalische 
jegabung der Bevölkerung des Neissegaues eigen 
u sein. Vielleicht ist der Grund dafür ein stärkerer 
inschlag  bayrisch-österreichischen. und thüringi- 
chen Siedierblutes, also seitens unserer vorwiegend 
nusikbegabten Stämme. Auch in dieser Kunst- 
ıchtung glänzt allen anderen voran ein Name, der 
ıls einer der größten Sterne am Musikhimmel der 
Menschheit leuchtet. Es ist Franz Schubert (1797 bis 
828), den man zwar immer wieder als Urwiener 
'eiert, weil seine Wiege im Wiener Vorort Lichten- 
hal gestanden hat, dessen beide Eltern aber un- 
:weifelhaft Schlesier waren. Das Geburtshaus der 
Autter stand in der Bergstadt Zuckmantel, der Sitz 
ler väterlichen Linie war Neudorf am Glatzer 
;chneeberg. Die gemeinsame Herkunft führte die 
iltern in Wien zusammen, wohin die Mutter in Stel- 
ung gegangen und wo der Vater eine Lehrerstelle 
ingenommen hatte. Franz Schubert gehört zu den 
Aeistern, die Deutschlands Weltgeltung auf dem 
zebiete der Musik begründet haben. Er war ein 
5enie von erstaunlichem Fleiß und seltener Frucht- 
yarkeit, dessen Lebenswerk uns leider nur teilweise 
‚halten geblieben ist. 
\n musikalischen Talenten: des Neisser Landes ver- 
eichnet die Musikgeschichte folgende Namen: Karl 
osef Birnbach (1751—1805) aus Köppernig, Kapell- 
neister am Deutschen Theater in Warschau und 
‚omponist von Klavierkonzerten und Violinsonaten; 
ein. Sohn Josef verfaßte Instrumentalwerke und 
-hrieb eine Musiklehre. Der Grottkauer Josef
	        

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