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Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse (1961)

Bibliographic data

fullscreen: Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse (1961)

Structure type:
Periodical
Collection:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Title:
Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse
Subtitle:
Organ des Neisser Kultur- und Heimatbundes e.V., Hildesheim verbunden mit "Bote aus dem Bieletal" (Ziegenhalser Stadtblatt in der Fremde) ; Mitteilungsblatt des Neiser Kultur- und Heimatbundes e.V.
Place of publication:
Hildesheim
Year of publication:
1949
Publisher:
Neisser Kultur- u. Heimatbund

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010079289
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Title:
Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse
Subtitle:
Organ des Neisser Kultur- und Heimatbundes e.V., Hildesheim verbunden mit "Bote aus dem Bieletal" (Ziegenhalser Stadtblatt in der Fremde) ; Mitteilungsblatt des Neiser Kultur- und Heimatbundes e.V.
Volume,Issue,Number:
1961
Place of publication:
Hildesheim
Year of publication:
1949
Publisher:
Neisser Kultur- u. Heimatbund

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Shelfmark:
Z 423
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010079289_1961

Periodical issue

Structure type:
Periodical issue
Title:
April 1961
Volume,Issue,Number:
82

Contents

Table of contents

  • Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse
  • Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse (1961)
  • April 1961 (82)
  • Juni 1961 (83)
  • Oktober 1961 (84)
  • Dezember 1961 (85)

Full text

SCHAU SCHMELZOORF rim 
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Das „Neisser Heimatblatt“ erscheint je nach Bedarf als Mitteilungs« 
blatt des Neisser „Kultur- u. Heimatbundes e. V,“ (13a) Schwabach. 
Allen Mitgliedern, die laufend den festgesetzten Vereinsbeitrag von 
jährlich DM 6,— entrichten, wird es kostenlos geliefert. 
I 
a. 
De 
Herausgeber: Neisser Kultur- und Heimatbund e. V. (13a) Schwabach, 
Nördliche Ringstraße 17 - Postscheckkonto Nürnberg Nr. 20077 - 
Schriftleitung: Alfred Jahn; alle Einsendungen an Neisser Kultur«- 
und Heimatbund, Schwabach - Druck: Herm. Millizer, Schwabach. 
= 
Nr. 82 
; (13a) Schwabach/Mittelfranken, April 1961 
0 14. Jahrgang 
OSTERN 
TDEUTSCHE 
Geistl. Rat Dr. Fun Schinke 
Die Kehrseite 
Urbayern söhnten sich mit Saupreußen aus 
ınd nicht wenige schlossen sogar den Bund 
wiger Liebe und Treue. Ich selbst muß als 
‘chlesischer Ostpriester gestehen, daß ich mich 
n Bayern sehr gut eingelebt habe. Ich ver- 
tand die Bayern, allmählich sogar ihren 
Dialekt, wenigstens in groben Umrissen; ich 
lieb meinem schlesischen Akzent treu, und 
ne Bayern verstanden auch „alleweil“ meine 
>redigten. Die Umstellung „pressiert“ ja auch 
ıicht so. Immer mit der Ruhe, dazu a Maßl 
tutes bayerisches Bier, woran es wahrhaftig 
ılcht fehlt, da kommen wir schon aus mit- 
änand. So wurde schließlich aus dem Misch- 
nasch von Einheimischen und Zugeroasten aus 
ıllen Ecken und Enden Europas ein einig Volk 
on Brüdern. Gehört das nicht auch zur guten 
Zehrseite der Medaille? Was wir auch nicht 
zergessen wollen: Die Steuersäckel schwollen 
ın in die Milliarden! Es gäbe noch manches 
zu berichten, aber der Redakteur hat. den Rot- 
tift gespitzt. 4 
vom Münster Trauerglocken kImgen, 
vom Tal ein Jauchzen schalit herauf. 
Zur Ruh sie dort dem Toten singen, 
e Lerchen jubeln: Wache auf! 
Mit Erde still sie ihn bedecken; 
das Grün aus allen Gräbern bricht, 
die Ströme hell durchs Land sich strecken, 
der Wald ernst wie in Träumen spricht, 
und bei den Klängen, Jauchzen, Trauern, 
soweit ins Land man schauen mag, 
es ist ein tiefes Frühlingsschauern 
als wie ein Auferstehungstag. 
Zichendorff 
Die Vertreibung aus der Heimat mit dem 
Verlust aller Habe bleibt für immer eine 
bittere Erinnerung. Darüber helfen nicht ein- 
mal gute Taten, geschweige denn schöne 
Worte. Die Wunde bleibt bei den Betroffenen 
Nür immer offen. Aber es bleibt auch wahr: 
Jedes Ding hat 2 Seiten, auch die Vertreibung. 
Es ist gut, auch darüber ein klein wenig nach- 
zudenken. 
len “in das Wirtschaftswunder eingeschaltet. 
jo wurde die Vertreibung zu einem Stahlbad 
tarker Willenskraft, schöpferischen Schaffens, 
ınd mancher Einheimische schaute mit Neid 
ıuf das Werk des „Zugeroasten“, dem gewiß 
ıicht das Glück in den Schoß gefallen war. 
Jem Mutigen gehört die Welt. Es wäre inter- 
*sant, einmal statistisch festzustellen, wie- 
ziele sich aus dem Nichts, ja aus dem Nichts, 
wieder emporgearbeitet haben. Ist das nicht 
ne erhebende Kehrseite? 
m 
Religiös ist auch so mancher neu erweckt 
vorden. Aus einem bequemen, leichtfertigen, 
jottvergessenen Leben wurde durch die 
urchtbaren Erlebnisse, wie durch eine gewal- 
ige Mission, ein neuer Mensch in Christus 
nit neuer Willenskraft, Zielstrebigkeit, Aus- 
auer und mutvollem Ertragen. Wieder eip 
‚tahlbad mit heilsamem Erfolg, für gar viele 
jo ergab das abgrundtiefe Defizit des Krieges 
inen berghohen Saldo, ein Kapital, das sich 
war nicht in DM ausdrücken läßt, das aber 
estimmie zy den besten Aktiva des- ganzen 
‚eutschs Volkes he Ob es nicht auch in de 
veisen =» sicht der göttlichen Vorsehung lag, 
inmal die deutschen Stämme, die sich oft gar 
ılcht kannten, nicht einmal dem Namen nach, 
‚urcheinander zu mischen wie man beim Spiel 
ıue Karten mischt? Zunächst gab es ein wirk- 
iches Durcheinander und Gegeneinander. Aber 
1lmählich kam doch ein wohlschmeckender 
7intopf. heraus. Sie vertrugen sich. Woh- 
‚ungen über Wohnungen wurden gebaut, 
ı‚afür konnten die üblen Lagerbaracken ab- 
ebaut werden. Schließlich fanden sie zu- 
inander und wurden ein Volk von Brüdern. 
a 
Die Vertreibung war ein seelisches Reini- 
zungsbad für die Vertriebenen und für das 
zanze: deutsche Volk. Woran niemand im 
Kriege gedacht. hatte, wurde wahr: Wir wur- 
den von Haus und Hof vertrieben, dazu unter 
ganz schändlichen Umständen. Daß der Krieg 
ainen: schlimmen Ausgang nehmen würde, war 
/ielen. klar, aber auf die Vertreibung war 
zeiner gefaßt. Aber sie kam in aller Grausam- 
zeit, so plötzlich, daß viele nicht - damit fertig 
wurden. Sie nahmen sich das Leben aus Ver- 
zweiflung. Der Allbarmherzige möge ihnen 
gnädig sein. Sie konnten es gar nicht fassen 
und wußten. in dunkler - Seelennacht sich 
zeinen anderen. Rat. In anderen wieder; er- 
wachte. auf einmal ‚tiapferer Seelen-. und 
Lebensmüut, Nun. erst recht. Sie ließen sich 
aicht niederkriegen. Sie fingen wieder von 
vorn an, auf Arbeitsgebieten, die sie nie im 
Leben gekannt hatten. Der Geistesarbeiter 
zriff nach Schippe, Schaufel, Mistgabel, als 
Hilfsarbeiter, Bauarbeiter, Feldarbeiter. Sie 
aatten nur eine Bitte: Unser täglich Brot gib 
ıns heute, Und siehe da, allmählich, oft ganz 
ıllmählich, gings voran. Sie kamen auf: den 
ichtigen Platz. Der Arbeitswille wuchs. Die 
Arbeit ging von der Hand. Sie verdienten, ver- 
lienten sogar Noch mehr als daheim. Sie wur- 
ler Herrgott auch zu Gericht gesessen über 
‚en Nationalsozialismus? Dieses furchtbare 
Tolksübel, das manchem erst nach dem Kriege 
lurch die vielen grausigen KZ-Prozesse offen- 
:undig in seiner: ganzen Schändlichkeit ge* 
vorden ist, wurde mit Stumpf und Stiel aus- 
‚erottet. Das ganze deutsche Volk, einige Un- 
ntwegte ausgenommen, rief wie aus einem 
Aunde: Deo gratias! In. Rußland dagegen 
j‚errscht der Bolschewismus seit Lenins Re- 
‚olution im Jahre 1917 unvermindert bis 
eute, also fast ein halbes Jahrhundert. Wir 
nd das 1000jährige Reich in einem sehr sum- 
narischen Verfahren, eben durch den 2. Welt- 
‚.rieg, schon nach 12 Jahren losgeworden. Der 
Jazismus hat sich durch den Selbstmord des 
ührers selbst beseitigt. Ja, es ist wahr, jedes 
Ding hat seine 2 Seiten, neben der schlechten 
‚uch eine gute. Man muß beide wägen, dann 
tcommt man zu einem gerechten Urteil. So ist 
»s mit der nachtschwarzen Seite der Vertrei- 
vung, sie’hat auch eine helle, leuchtende Seite, 
der Allmächtige, Allweise und Allgerechte 
kann auch auf. krummen Linien gerade schrei- 
ven. Schließlich müssen alle bekennen: Er hat 
2s gut gemacht, : x ; 
; Seite 2 = 
Aber eines wird -er. mir noch erlauben, 
ös. ist ein dunkles Kapitel, an das man 
ıicht gern rührt. Weltkriege sind auch Gottes- 
serichte. Wenn Gott jedem einzelnen Men- 
‘chen in Liebe nachgeht, dann patürlich um 
;o mehr, wenn es um “ganze Völker geht, 
jott schaut aus der Ferne in aller Ruhe unc 
;elassenheit. dem Treiben der Völker ‚zu. 
Jichts regt ihn auf, er läßt alles geschehen 
ınd behält doch die Zügel straff in der Hand, 
Jichts entgeht ihm, alles ist in seine Hände 
jelegt. Auf Recht und Gerechtigkeit ist sein 
hron der Herrlichkeit aufgebaut. Mit Müde 
ınd Barmherzigkeit sind seine Hände be- 
‚leidet. Freilich können wir kurzsichtigen Men- 
chen die einzelnen Fäden des großen bunten 
Jeppichs des Völkergeschehens nicht im ein- 
zelnen dechiffrieren, entziffern. Aber manches 
jegt doch ziemlich offen zu Tage. Hat nicht 
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Eriumpb, der Tod ijt überwunden, zum Seben 
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Weg gejunden; Berenner Jeju, Jinat orjrent! 
Serjtreut jind num des Todes Ketten auf Je 
mädtiges Gebot: uns UON des Todes Madht 
jur vetten, bejiegte Jejn Jelbit den Tod! 
Berjhmwunden ind des Grabes Gehreten; Wir 
Eujen: od, wo lt dein Gieg? Auch uns Wird 
Sejns aUFeLwWEdEN, DE Jiegend einjt dem Grab 
Mtitieg!.. 2 
Heil uns zu diesem hoben Glauben: au wir, 
wir werden auferjteh'n. Wer Kanıl des Sim 
mels Trojt uns rauben, verhertliht einjt her 
DOLZUGCN'U? ae, 
Setrojt, nadı diejes Sehens GOLALM——Le> 
yurhijchlummern wir des Grabes Nacht, bis an 
. dem ew’gen Stählinasmorgen nujterblid TeDLE 
Pr ‚einjt erwacht. Allelnja! Allelnja 1; 5 _ 
Rath. Bjarrlicha zu F“:barf — Peigplchugoglfoh Qus DOM BEOSICHEL Didzejangejanabud - Zeidnungen Aljeod Jahn — nase Yjgerliche „Ehritustiche“ zu Neil!
	        

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