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Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse (1954)

Bibliographic data

fullscreen: Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse (1954)

Structure type:
Periodical
Collection:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Title:
Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse
Subtitle:
Organ des Neisser Kultur- und Heimatbundes e.V., Hildesheim verbunden mit "Bote aus dem Bieletal" (Ziegenhalser Stadtblatt in der Fremde) ; Mitteilungsblatt des Neiser Kultur- und Heimatbundes e.V.
Place of publication:
Hildesheim
Year of publication:
1949
Publisher:
Neisser Kultur- u. Heimatbund

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010079289
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Title:
Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse
Subtitle:
Organ des Neisser Kultur- und Heimatbundes e.V., Hildesheim verbunden mit "Bote aus dem Bieletal" (Ziegenhalser Stadtblatt in der Fremde) ; Mitteilungsblatt des Neiser Kultur- und Heimatbundes e.V.
Volume,Issue,Number:
1954
Place of publication:
Hildesheim
Year of publication:
1949
Publisher:
Neisser Kultur- u. Heimatbund

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Shelfmark:
Z 423
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010079289_1954

Periodical issue

Structure type:
Periodical issue
Title:
März 1954
Volume,Issue,Number:
38/39

Contents

Table of contents

  • Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse
  • Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse (1954)
  • März 1954 (38/39)
  • Juni 1954 (40/41)
  • August 1954 (42/43)
  • Dezember 1954 (44/45)

Full text

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1.0 FREIMALDAU SU VASE 
Herausgeber: Neisser Kultur- und Heimatbunde. V. (13a) Schwabach 
Penzendorfer Str. - Postscheckkonto Nürnberg Nr. 20077 - Schrift- 
leitung: Erich Schade; alle Einsendungen an Neisser Kultur- und 
Heimatbund, Schwabach - Druck: H. Millizer, Schwabach . 
—_. 
Zwischen Hoffnung und Enttäuschung 
Nr. 28/30 
(13a) Schwabach /Mittelfranken, März 1954 
® 2 ® ® 
Heimat in Hildesheim 
Schon vor zwanzig Jahren verschlug uns der 
Jolitische Wind nach Hildesheim, und zaghaft 
und beklommen stand meine Familie vor den 
nohen Häuserreihen unseres neuen Wohn- 
riertels, Irgendwie schienen sie uns bedroh- 
äich anzuschauen, und wirklich, es währte 
Ainige Zeit, bis wir mit der neuen Umwelt ein 
wenig vertraut wurden. Ganz auf uns selbst 
gestellt, ohne Freunde und nähere Bekannten, 
machten wir den Versuch, uns die neue Hei- 
nat zu ercbern. Aus Herders Lexikon wußten 
vir um Hildesheims geschichtliche Bedeutung 
ınd seine städtebauliche Schönheit, und mit 
liesem bescheidenen Rüstzeug machten wir 
msere ausgedehnten Spaziergänge. 
Da umfing uns bald eine Welt, in der wir 
mmer mehr heimisch wurden, “ 
im Kranz von weiten Wäldern und Bergen 
Bg diese Stadt im Tal der Innerste und immer 
vieder zog es uns hinauf auf die Höhen, die 
ktadt von oben überschauen zu können, Vom 
+algenberg sah man sie lang ausgedehnt, ge- 
<hützt vor den östlichen Winden, Vom Berg- 
Vi2GICH Her KIUJIG Sie Gas Volle Licht er 
{achmittagssonne, umschimmerte die herr- 
:hen Kirchen, die ihre Pforten dem Westen 
ugewandt hatten. Ein Wanderweg über den 
teinberg aber zeigte den von der Kupfer- 
‚hmiede Heimkehrenden die breitgelagerte 
‘tadt mit Zinnen und Türmen in südöstlicher 
'icht und das Bild wurde besonders vertraut, 
venn abends ungezählte Lichter aufblinkten. 
Tie fröhlich wanderten wir Hildesheim zu. 
der Heimweg ließ uns bis heute Geborgen- 
ıeit fühlen, so wie die Stadt selbst geborgen 
ijegt zwischen Tal und Hügel, zwischen Berg 
nd Fluß. ) 
In ihrem inneren Kern, im Schatten der 
fen Stadtwälle, schien das Leben seit ein 
aar Jahrhunderten stülzustehen. 800 Fach- 
‚erkhäuser aus dem 15., 16. und 17. Jahrhun- 
art formten sich zu breiten Straßenzeilen oder 
inkeligen Gassen und alles wirkte so trau- 
-h und heimelig, daß man unwillkürlich den 
hritt verhalten mußte. Trutzig überragte der 
‚.ehrwiederturm das beschauliche Leben seiner 
ürger und durch alte Anlagen und Gärten 
isperten die alten Mären, die von früheren 
eschlechtern überkommen und im Dasein 
"ldesheims unsterblich sind. Mittelpunkt war 
r Marktplatz, in seiner Geschlossenheit eine 
Sdliche Insel dicht bei dem geschäftigen 
eiben der Hauptstraßen. Baukunst aus allen 
irhunderten war in den einzelnen Häusern 
»rtreten, die trotzdem eine harmonische Ein- 
% bildeten, geschart um das alte Rathaus, 
8 die ganze Ostseite einnahm, Steil reckte 
h der Giebel des weltberühmten: Knochen- 
zueramtshauses empor. Mit seinen vielen 
ervorragenden Geschessen und dem reichen 
chmuck an Bildern und Ornamenten zog es 
äglich hunderte von Bewunderern an, Zu 
„nem tiefen Erlebnis aber wurde Hildesheims 
l[arktplatz abends, wenn die Dunkelheit da- 
iber lagerte, Dann träumte als einziges Licht 
och über dem Platz eine grüne Ampel, die 
.]} den Fassaden einen märchenhaften Zauber 
r‚erlich und den Beschauer in eine andere Welt 
ntrückte, in der er Bürger in mittelalterlichen 
sewändern, stolz und selbstbewußt um den 
lolandbrunnen wandeln sah, dessen plät- 
icherndes Lied aus dieser in jene Zeit herüber- 
murauschen schien. 
‚ängst war mir diese Städt so lieb und ver- 
raut geworden, daß nicht mehr ich sie, son- 
lern sie mich erobert hatte. Stolz zeigte ich 
je allen Besuchern aus dem Westen als 
neine Stadt. Sie mußten-sie mit meinen 
Augen sehen und waren auch immer dankbar 
afür, So staunten wir von dem herrlichen 
3ild, das Domschenke und Gildenhaus in 
jnem Blick vereinigte, so stiegen wir empor 
um Kreuzbrink, auf dem sich Kreuzkirche 
nd Choralei am Eingang zum Brühl zu einem 
ı1armonischen Ganzen fügten. x 
So besuchten wir vor allem die Kirchen mit 
hrer reichen Pracht im Aeußeren und Inne- 
‚en. Vom Stadtwall her hatten wir schon den 
nerrlichen Anblick von Dom und St. Gode- 
nard in uns aufgenommen, In ihren hohen und 
In einer mit größeren Zwischenräumen er- 
Cheinenden Zeitung, wie das „Neisser Heimat- 
latt“ eine ist, ist es schwer, zu aktuellen 
"agesfragen Stellung zu nehmen. Es kann da- 
ei passieren, daß durch die Zeit, die zwischen 
er Vorbereitung, dem Druck und dem Ver- 
md liegt, das behandelte Thema durch die 
reignisse beim Erscheinen der Zeitung bereits 
berholt ist oder ein ganz anderes Gesicht be- 
mmen hat. Und doch können wir trotz dieser 
'edenken heute an Berlin nicht vorübergehen, 
'o zur Zeit, in der diese Zeilen geschrieben 
‚erden, die vier Außenminister der Sieger- 
lächte zusammensitzen und zur Hauptsache 
ber die Wiedervereinigung Deutschlands und 
üe damit zusammenhängenden Fragen -ver- 
‚andeln, . 
Und was kann die Heimatvertriebenen 
rsten und letzten Endes mehr interessieren, 
ls dieser Fragenkomplex, in dessen. letzten 
\uswirkungen beim Abschluß eines Friedens- 
ertrages ja nach den Potsdamer Beschlüssen 
‚uch die endgültige Festsetzung der Ostgrenze 
jeutschlands liegt und.-damit die friedliche 
Viedergabe deiuns geraubten, geliebten Hei- 
af 8. rn 
Daß es allerdings bis dahin noch ein dornen- 
„spigklar-Wag sch wird, heven Gie bisherigen 
erhandlungen seit Beginn der Konferenz 
rkennen, die im Augenblick jeden Tag zu 
'atzen drohen, 
Wir können in diesem Rahmen nicht die 
Jzogenen Stellungen und die täglich wech- 
alnden Schach- und Winkelzüge der Diplo- 
ıaten des Westens und des Ostens beleuchten 
nd können nur, wie die Diplomaten vielleicht 
elbst, pendeln. zwischen Hoffnung und Ent- 
iuschung. 
Aus diesem Pendeln zwischen den: Gegen- 
ätzen offenbarte sich uns in Berlin aber ein 
rfreulicher Lichtblick durch die drei west- 
hen Außenminister in Bezug auf die Welt- 
immung zu Deutschland, Von staatsmänni- 
her Klugheit und von hohem ethischem Wert 
tragen‘ waren die Worte Außenministers 
‚ulles, als er in seiner Antwort an Außen- 
ıinister Molotow die Ursachen der jüngsten 
ntwicklungen und der jetzigen Schwierig- 
eiten auf den Friedensschluß nach dem ersten 
/eltkriege zurückführte und den Geist von 
rersailles verurteilte, Nie werde die Zukunft 
ine Zukunft des Friedens sein, wenn nicht 
ıeue Ideen und neue Visionen sie’ tragen, 
agte er weiter, und Molotow habe den Geist 
ler Rache und des Hasses heraufbeschworen, 
vie er in Versailles und Potsdam verankert 
7ar. 
Solche mannhaften und von Verantwor- 
ıngsbewußtsein vor der Menschheit getrage- 
arm Worte, die auch von Eden und Bidault er- 
änzt und untermauert wurden, zeigen uns, 
‚aß wir trotz mancher Selbstschuld, die wir 
jelleicht an manchen Dingen und Zuständen 
‚ei uns und in der Welt tragen, doch verste- 
iende, verzeihende und helfenwollende Nati- 
nen auf der Welt haben, denen daran liegt, 
1aß wir unseren bezeugten, aufrichtigen Vor- 
atz zur Mithilfe an dem friedlichen Aufbau 
iner glücklichen Menschheit verwirklichen 
ännen, 
Lassen wir bei aller Fragwürdigkeit des 
'jerertreffens aus Hoffnung und Enttäuschung 
icht Ungeduld werden, So menschlich be- 
reiflich eine Ungeduld namentlich von uns 
leimatvertriebenen ‚wäre, so gibt uns allein 
ie Tatsache des Zustandekommens der Vierer- 
‚onferenz schon die Gewißheit, daß unsere 
ache rollt und weiter rollen. wird, ganz 
leich; welchen .Azsgang die Viergrkonferenz 
ümmt oder‘ beim- Erscheinen dieses’ Heimat- 
‚lattes bereits genommen hat. Die Hauptsache 
it, daß anstelle des bisherigen die Ansichten 
ersteifenden Notenwechsels die Konferenz 
‚etreten ist, die eine Grundlage für spätere 
‚espräche bilden kann und bilden wird und 
laß die Politik der mündlichen Verhandlung 
nit ihren erst hohen Forderungen die sach- 
ichen. Gegensätze zu glätten imstande ist, wo- 
jei ‚allerdings unsere Hoffnung die Voraus- 
etzung ist, daß, wie bei Dulles, Eden und Bi- 
ault, auch bei den weiteren Staatsmännern, 
je das Schicksal der Welt zu schmieden be- 
ufen sind, die Einkehr ‘zur Vernunft folgt, 
amit eines Tages die ganze Menschheit den 
angersehnten, wahren und dauernden Frieden 
’nden kann, 
Neuregelung der 
Ausbildungsbeihilfe 
Ueber die Gewährung von Ausgleichsbeihil» 
en an Vertriebene heißt es in einem neuen 
jeschluß des Kontrollausschusses beim Bun- 
‚eslastenausgleichsamt: „Die Beihilfe soll so 
‚emessen sein, daß die Durchführung der 
\usbildung sichergestellt wird, Beihilfen kön= 
ıen laufend oder einmalig gewährt werden, 
line laufende Beihilfe wird gewährt, wenn 
ler Auszubildende nur. bei laufender finan-.- 
ijeller Förderung eine Schul- oder Berufs- 
usbildung aufnehmen oder beenden kann; 
ine einmalige, wenn nur bei Beginn oder 
vährend der Schul- oder Berufsausbildung 
ediglich eine einmalige Förderung benötigt 
vird, Die Gewährung mer einmaligen Bei« 
ulfe ist auch neben ‚einer laufenden Beihilfe 
nöglich.“ Die Ausbildungshilfen waren bisher 
jegrenzt,. Nach einem neuen Beschluß des 
Zontrollausschusses : beim Bundesausgleichs- 
ımt können Heimatvertriebene für die Aus- 
xildung ihrer Kinder jeweils den Betrag be« 
:ommen, den sie dafür benötigen, . 
2 VE 
‚.  Enischüdigurat 
der Vertriebenen-Altsparer 
Im Laufe des Februars wollen nach einer 
3eschluß der Spitzenverbände der Kredit- 
nstitute diese einen Teil der sonst vom La- 
tenausgleich . zu tragenden. Altsparerenft- 
chädigung bis zu. einem vorläufigen Betrage 
e Fall von 100. —DM vorfinanzieren und zur 
‚uszahlung bringen. Auch die Vertriebenen 
rhalten bis zum gleichen Betrag eine Vor- 
23istung auf die Altsparerentschädigung. Als 
\ltsparguthaben gilt bei. ihnen grundsätzlich 
ler fünfte Teil der nach dem Gesetz über 
inen Währungsausgleich für Sparguthaben 
rertriebener (Ostsparergesetz} angemeldeten 
‚parerschäden. Diese werden, wie dies-nach 
Jem Altsparergesetz für alle Altguthaben ver- 
ügt ist — auf insgesamt 20 v.H. des RM- 
Jennwertes aufgewertet; Da nach dem Ost« 
parergesetz der Gesamtbetrag (also auch der 
‚ünfte Teil eingeschlossen) bereits auf 6,5 v. H, 
ıufgewertet und die entsprechenden Beträge 
chon ausgezahlt worden sind, beträgt die 
etzt für diesen fünften Teil vorzunehmende 
\ufwertung demgemäß nur noch 13,5 v.H., 
Wer also z, B. für nach dem Ostsparergesetz 
jereits angemeldete Sparverluste yon ins- 
‚esamt 10000 RM bereits 650 DM erhalten 
ıat, erhält für das Altsparguthaben, also für 
-000 RM jetzt noch 13,5 v.H., d. h. 270 DM. 
Wovon also vorläufig 100 DM ausgezahlt wer- 
an und der Rest später folgt. 
Vom Altsparer ist in dieser Angelegenheit 
ur Erlangung der ersten Rate nichts zu un» 
ernehmen, da die Banken bzw. Geldinstitute 
uf Grund der seinerzeitigen Anmeldungen 
iber die notwendigen Unterlagen verfügen 
nd. von sich aus alle Berechnungen und 
Jeberweisungen durchführen. Nur in den 
rällen, in denen der geschädigte Sparer nach- 
seisen kann, daß sein Altsparguthaben, alse 
ein Sparguthaben am 1. Januar 1949, höher 
var als der pauschal angenommene fünfte 
’eil des nach dem Ostsparergesetz angemel- 
eten und am Tage der Vertreibung vorhan- 
lenen Sparguthabens, wird er sich zur gege- 
jenen Zeit an das Institut wenden müssen, 
)ei dem er seinen Ostsparverlust angemeldet 
ıat und dort nachweisen, daß sein Spargut- 
ıaben zum angegebenen Zeitpunkt tatsächlich 
2öher war. 
7 ® 
'nbensversicherung und Altsparer 
Zu den Ansprüchen, für die das Altsparer- 
esetz eine Entschädigung bringt, gehören 
auch Ansprüche aus: Lebensversicherungs- 
erträgen aller Art, Ausgenommen sind jene 
„‚ebensversicherungsverträge, die bereits durch 
as ARentenaufbesserungsgesetz . begünstigt 
ind. Soweit Lebensversicherungen mach dem 
iltsparergesetz entschädigt werden sollen, ist 
notwendig, daß der Begünstigte den An- 
pruch aus dem Lebensversicherungsvertrag 
Jereits am 1. 1. 1940 hatte, es genügt also 
4Aicht, wie sonst im Lastenausgleichsrecht, daß 
ler Anspruch am 21.6. 1948 bestand. 
Wir aber leben derweil weiter zwischen 
Ioffnung und Enttäuschung, die nun mal zu 
len kleinen und großen Dingen . unseres 
‚ebens gehören und sind uns bewußt, daß die 
;rfüllung mancher Hoffnung schon oft wieder 
len Keim einer Enttäuschung in sich trägt. 
\ber was wäre all unser Leben ohne Hoff- 
ıung und ohne Enttäuschung? ES. 
‚eiten Hallen redeten die Zeugen aus alter 
eit vor 700 und 900 Jahren, als Bischof 
‚ezilo das schon 812 an dieser Stelle errichtete 
Jarienheiligtum in seinen heutigen Maßen 
ufbaute. Kostbarkeiten des Domschatzes, St. 
‚ernwards bedeutsames Schaffen durften nicht 
versehen werden und unter Hezilos berühm- 
«m Radleuchter huldigten wir in stillem 
‚ebet dem gewaltigen .Gott, der sich hier vor 
aehr als 1100 Jahren seine Wohnung geschaf- 
na. Herüber ging es zu St. Bernwards stolzem 
‚auwerk St. Michael, in seinem romanischen 
‘austil und seiner klaren Gliederung noch 
eute ein Prunkstück unter den Kirchen 
"orddeutschlands, St. Mauritius, St. Magda- 
men, St. Jakobi, St, Lamberti halten in der 
‚tadt die Gotteswacht, und weit reckte sich in 
je Lande der neuere Turm von St. Andreas, 
n dessen Pforte einstens die Reformation für 
üldesheim ihren Anfang nahm, 
Viel Interessantes wußte das Römermuseum 
u bieten und im angegliederten Pelizäus- 
nuseum erlebten wir Jahrtausende alte ägyp- 
jelogische Kunst, wie sie in dieser Fülle nur 
a wenigen Museen der Welt zu finden ist. Daß 
je darum Besucher aus allen Ländern zu fes- 
e]n weiß, bedarf keiner weiteren Begründung. 
So durfte ich Hildesheim erleben in jenen 
ahren, in denen es der Kriegssturm unbe- 
elligt ließ. Aber es kam doch anders. Noch 
egen Ausgang des Krieges schlug seine här- 
este Schicksalsstunde und ich sah es wie eine 
inzige Riesenfackel zum Himmel lodern, den 
ellen Tag und.den strahlenden Sonnenschein 
uslöschend. Es schien uns hernach selbst aus- 
‚elöscht zu haben, so sehr lag das Grauen in 
einen zerstörten Mauern, 
Heute erleben wir, wie Fleiß und unbän- 
liger Lebenswille den Wiederaufbau meistert, 
Jnd ging auch vieles unwiederbringlich. ver- 
yren:; Schon läuteg aus vielen Kirchen wieder 
üe Glocken über das Land und künden Dank 
nd Lob dem Herrn, der dieser Stadt neues 
‚eben schenkte und so ihr: die Kraft gab, 
atenschaft zu nehmen über eine Stadt, die 
enau So zerschlagen ward, über Neisse. der 
‚erle Oberschlesiens, 
- ” ® 
rmittlung von Zeugenanschriften 
Mancher * Heimatvertriebene, der für die 
eute oft erforderlichen Anträge keine -Be- 
zeismittel in Händen hat und auf persönliche 
'eugen angewiesen ist, kommt insofern oft 
n Schwierigkeiten, als er die derzeitigen 
\dressen der benötigten Zeugen nicht weiß, 
Hier findet er in den Heimatortskarteien eine 
Iilfe. Anfragen können direkt an nachstehend 
‚ufgeführte Heimatortskarteien gerichtet wer- 
en: . - 
Mark Brandenburg (östlich Oder-Neiße) und 
‚aritas-Suchdienst für Zivilvermißte (westlich 
der-Neiße) in Augsburg, Volkhartstraße 9. 
Niederschlesien, einschließlich Grafschaft 
latz, in Bamberg, Obere Königstraße 4. 
Neisse Stadt und Land: Heimatkartei, (13a) 
chwabach, Penzendorfer Straße, (Bei An- 
'agen Rückporto beifügen.) . 
Oberschlesien, einschließlich Ost-Oberschle- 
jen in Passau, Innsbruckgasse 9. Groß-Bres- 
au in Recklinghausen, Schaumburgstraße 2. 
In Zweifelsfällen, welche Heimatkartei zu- 
tändig ist, kann unmittelbar bei der Zentral- 
‚telle der Heimatortskarteien der Kirchlichen 
Nohlfahrtsverbände, München 15, Lessing- 
straße 1, Tel, 54561 - 63, angefragt werden. 
(fs 
4 
774 
f fr 
: zu u? 
„PM
	        

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