Digishelf Logo Full screen
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse (1953)

Bibliographic data

fullscreen: Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse (1953)

Structure type:
Periodical
Collection:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Title:
Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse
Subtitle:
Organ des Neisser Kultur- und Heimatbundes e.V., Hildesheim verbunden mit "Bote aus dem Bieletal" (Ziegenhalser Stadtblatt in der Fremde) ; Mitteilungsblatt des Neiser Kultur- und Heimatbundes e.V.
Place of publication:
Hildesheim
Year of publication:
1949
Publisher:
Neisser Kultur- u. Heimatbund

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010079289
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Title:
Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse
Subtitle:
Organ des Neisser Kultur- und Heimatbundes e.V., Hildesheim verbunden mit "Bote aus dem Bieletal" (Ziegenhalser Stadtblatt in der Fremde) ; Mitteilungsblatt des Neiser Kultur- und Heimatbundes e.V.
Volume,Issue,Number:
1953
Place of publication:
Hildesheim
Year of publication:
1949
Publisher:
Neisser Kultur- u. Heimatbund

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Shelfmark:
Z 423
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010079289_1953

Periodical issue

Structure type:
Periodical issue
Title:
März 1953
Volume,Issue,Number:
30/31

Contents

Table of contents

  • Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse
  • Neisser Heimatblatt für den Stadt- und Landkreis Neisse (1953)
  • März 1953 (30/31)
  • Juni 1953 (32/33)
  • August 1953 (34/35)
  • Dezember 1953 (36/37)

Full text

re @ A * @ IN. A 
für den Stadtis und Landkreis Neijje — Organ des „Neijjer Kultur: und Heimatbundes“ e,B., Schwabach 
Pa 
nd, 
Im 
Yin 
a 
Das „Neisser Heimatblatt“ erscheint je nach Bedarf als Mitteilungs- 
blatt des Neisser „Kultur- und Heimatbundes“ (13a) Schwabach. 
Es dient den Bestrebungen des Bundes zur Zusammenführung 
aller Neisser Bürger von Stadt und Land = Auflage 6000 
Herausgeber: Neisser Kultur- und Heimatbund e.V. (13a) Schwabach 
Penzendorfer Str. - Postscheckkonto Nürnberg Nr. 20077 - Schrift- 
leitung: I.V. E. Schade; alle Einsendungen an Neisser Kultur- und 
Heimatbund, Schwabach - Druck: H. Millizer, Schwabach 
 Teimat-Treffen 1953: 
Pfingst-Tage der Neisser in Frankfurt a. m. 
(13a) Schwabadch/Mittelfranken, März 1953 6. Jahrgang 
Nach Frankfurt a. Main 
Voraussichtliche Zeiteinteilung: 
Sonnabend, den 23, Mai 1953: 
Eintreffen der Teilnehmer und Umschau 
in der Stadt. - 
14.00 Uhr: Arbeitstagung mit den Berich- 
ten des geschäftsführenden 
Vorstandes, Vorstandswahlen, 
. im Ratskeller. 
20.00 Uhr: Zwangloses Beisammensein der 
bereits in Frankfurt eingetrof- 
fenen Landsleute, dabei Licht- 
dildervortrag über Neisse, Rats- 
keller. 
Sonntag, den 24. Mai 1953; . 
8.30 Uhr; kath. Gottesdienst, St. Leon- 
nardikirche, am Untermarkt 4, 
8.00 Uhr: ev. Gottesdienst, Dreikönigs- 
xirche, 
10.30 Uhr: Festakt und Feierstunde, mit 
Jer Festansprache von Bundes- 
minister Dr. Lukaschek in 
derhistorischen Pauls- 
Kirche, 
ab große Wiedersehensfeiern 
Aller Neisser im „Fidelen Nas- 
zauer“, in Hedderheim, zu er- 
‚eichen mit Straßenbahnlinie 8, 
22, 23, 24. ; 
ab. Wiedersehensfeiern der an- 
gemeldeten früheren. Vereine, 
innungen uSW. 
Montag, den 25. Mai 1953 
Besichtigungen der Stadt und Ausflüge in 
lie Umgebung von Frankfurt. Einzelheiten 
werden bei der Arbeitstagung bekannt- 
zegeben, 
Am Sonntag nachmittag findet noch eine 
Besprechung aller anwesenden Vorstände 
jer Heimatgemeinschaften und der Ver- 
‚rauensleute für die Schadenfeststellung 
statt. Die Zeit wird bei der Arbeitstagung 
Jekanntgegeben, 
Allgemeine Hinweise, 
lie wir zu beachten bitten! 
‚meldungen, 
Die Anmeldung zum Treffen muß von allen 
Teilnehmern bis zum 1. Mai 1953 erfolgt 
sein. Es ist unbedingt notwendig, daß alle 
ım Treffen teilnehmenden Personen ge- 
meldet werden, auch diejenigen, die keine 
JDebernachtung benötigen, Wer hier nicht 
gemeldet ist, kann auch nicht verlangen, 
laß ihm Programm und, Eintrittskarten 
übersandt werden. 
Jnkostenbeitrag. 
Frankfurt ist bekanntlich eine sehr teuere 
Stadt. Dementsprechend sind auch die Un- 
gosten sehr hoch. Zur Deckung dieser wird 
jeder Teilnehmer gebeten, pro Person DM 
1.50 mittels beiliegender Zahlkarte auf 
ınser Postscheckkonto bis spätestens 
u Mai 1953 einzuzahlen. Programme 
ınd Eintrittskarten werden nach Eingang 
les Unkostenbeitrages und der gemeldeten 
Sersonen übersandt. _ 
Da die Tage des Treffens bereits fest- 
stehen, werden besondere Einladungen 
vesen Porto- und Arheitsersparnis nicht 
versandt. Auch eine Bestätigung der ein- 
bezahlten Beträge findet nicht statt. Soll- 
len wider Erwarten unvorhergesehene 
Aenderungen in der Programmgestaltung 
usw. eintreten, So werden nur die zum 
Treffen gemeldeten Teilnehmer hiervon 
verständigt, 
Dnterbringung und Quartiere, . . 
Die Unterbringung erfolgt nach Ueberein- 
xzunft mit dem Verkehrsamt Frankfurt, 
vorwiegend in Privatquartieren, zum 
Preise von 4.— bis 6.50 pro Bett. Außer- 
lem werden etwa 200 Massenunterkünfte 
bereitgehalten. 
Alle Unterkünfte sind mittels beiliegender 
Karte beim Verkehrsamt in Frankfurt 
bis spätestens 1. Mai 1953 anzu- 
melden. Ein Quartier kann nur dem zu- 
gewiesen werden, der fristgemäß dieses 
Dpeantragt hat, Die Zuweisung erfolgt 
beim Eintrefffen durch das Verkehrsamt 
in Frankfurt. Die Heimatgemeinschaft 
Frankfurt und auch wir haben diesmal 
keinen Einfluß auf die Quartierbeschaf- 
fung und Zuweisung. 
Besondere Wiedersehensfeiern, 
Bei diesem Treffen sind auch besondere 
Wiedersehensfeiern der früheren Vereine 
usw. vorgesehen. Wo solche Veranstaltun« 
zen geplant sind, wird um Mitteilung ge- 
beten, damit die entsprechenden. Ver- 
sammlungsräume sichergestellt werden 
Können, 
Festabzeichen, 
An diesen Tagen trägt jeder Teilnehmer 
ınser Neisser Bundesabzeichen, Fehlende 
werden bei der Ankunft bereit gehalten. 
Als Eintrittskarte wird ein besonderes 
Abzeichen angefertigt und den teilneh- 
menden Landsleuten, soweit sie den Un- 
zostenbeitrag übersandt haben, zuge- 
schickt. Dieses Abzeichen ist in Frankfuri 
öffentlich zu tragen. Es berechtigt zum 
kostenlosen Eintritt zu unseren sämtlichen 
Veranstaltungen, . . 
Fahrpreisermäßigung. 
ın den gleichen Tagen findet in Frankfurt 
such das „Sudetendeutsche“ Heimattreffen 
itatt. Es wird mit einer Besucherzahl von 
stwa 200000 Personen gerechnet. Da die 
judetendeutsche Landsmannschaft Sonder- 
‚üge mit 50 % Ermäßigung laufen hat, so 
haben wir uns mit dieser in Verbindung 
gesetzt, damit auch wir diese Sonderzüge 
denützen können. . Jeder angemeldete 
Teilnehmer erhält Einzelheiten über die 
Fahrpreisermäßigung bei Zustellung der 
Programme und Eintrittskarten übersandt, 
Da Frankfurt in diesen Pfingsttagen 
überaus stark besucht sein wird, empfiehlt 
®s sich, daß alle Teilnehmer unseres Tref- 
fens rechtzeitig ihre Quartiere und An- 
meldungen vornehmen. 
Schriftwechsel. 
Der die Tage von Frankfurt betreffende 
Schriftwechsel wird einschl. aller Einla- 
dungen nur von der Bundesgeschäftsstelle 
in Schwabach geführt und erledigt. 
® er. ® ® 
Die Tragödie Schlesien 
Von Dr, Emil Franzel 
In den Tagen, da um die Wiedervereinigung 
Deutschlands, um die Anerkennung der uns 
‚um Hohne als „Friedensgrenze“ bezeichneten 
Jder-Neiße-Grenze, um die . Verteidigung 
Deutschlands und die Sicherheit Europas eben« 
‚o hitzige wie oft oberflächliche Debatten ge« 
ührt werden, wirkt das Buch von der Tra- 
'ödie Schlesiens wie der markerschütternd«e 
"odesschrei eines Märtyrers in das Stimmen« 
‚ewirr einer ausgelassenen Tischrunde. Wir 
ind im deutschen Westen leider allzugern 
‚ereit, mit den Begriffen Flucht, Austreibung, 
error, Bolschewismus keine wirkliche Vor- 
tellung mehr zu verbinden. Wir sprechen von 
reiheit, Menschenwürde, Menschlichkeit 
Zenschenrecht, von Staat und Ordnung und 
‚erichten, ohne zu bedenken, wie rasch all 
ı1as entwertet, ins Gegenteil verkehrt und bif 
u welch grauenvollem Maße es geschändel 
verden kann. Das Schlesienbuch, das Dr 
Johannes Kaps bearbeitet und herausgegeben 
ı1at, diese 196 aus einer kaum übersehbaren 
Fülle von Berichten, Zeugnissen und Doku- 
nenten sorgfältig ausgewählten verläßlichsten 
ınd unbedingt glaubwürdigen Aussagen von 
‚erantwortungsbewußten Menschen (zum gTO- 
jen Teil von Priestern), gibt dem. Deutschen, 
lem Europäer, dem Bürger der noch freien 
Nelt eine im ursprünglichsten Sinne dei 
Nortes blutvolle Vorstellung von der Ver- 
vandlung der Welt unter dem Gesetz der 
ıationalistisch-kollektivistischen Tyrannei, die 
nit dem Sieg der Russen über die deutschen 
\rmeen für Ostdeutschland hereinbrach und 
lie durch das Abkommen von Potsdam mil 
einen leichtfertig unüberlegten Bestimmungen 
‚uf unabsehbare Zeit über den deutschen 
‚sten verhängt wurde. » i 
Dei Polen stützen ihre Herrschaft über 
‚chlesien gern mit historischen Argumenten. 
hr Rechtsanspruch gründe darauf, daß Schle- 
‚jen seit Urzeiten slawisches Land, daß die 
leutsche Kolonisation eine gewaltsame Erobe- 
ung und Unterwerfung, und daß Schlesien 
taatsrechtlich immer ein Bestandteil der 
£rone Polens gewesen sei, Es war ein guter 
jedanke, dem Dokumentenband eine histo- 
:sche Einleitung voranzustellen, die unter 
inweis auf zahlreiche wissenschaftliche Dar- 
‚ellungen die polnischen Thesen sachlich, ohne 
de leidenschaftliche Polemik, berichtigt. 
Schlesien war, lange bevor es slawisch wurde, 
urch ein Jahrtausend germanisches Land. 
7orgeschichtliche Forschungen auf allen Ge- 
ieten bestätigen es ebenso wie in geschicht- 
icher Zeit die Berichte der antiken Schrift- 
teller. Beträchtliche Teile der germanischen 
wandalischen) Bevölkerung bliehe= in Schle- 
‚ien, als der größere Teil 2 Straße 37, “a 
Wanderung ging. Die verbleibenden tr ranz | 
ıaben den um das Jahr 600 n. Chr. lang: 
neist als Hintersassen der Awaren n&® 
ückenden Slawen das so gut wie ausschlie 
ich germanische Namensgut des oberen Oder 
andes überliefert. Um das Jahr 1000, da Bres, 
au Bistum ward, sind deutsche Einflüsse, vi: 
‚lem deutsche Kulturleistungen bereits wied.* 
ıachweisbar. Die piastischen Herzöge werden 
elbst mit der Zeit zu Deutschen, heiraten 
leutsche Fürstentöchter — deren berühmteste 
le Hl Hedwig aus dem Hause Andechs- 
Aeranien war — rufen seit dem 12. Jahrhun- 
lert deutsche Bauern, Handwerker, Berg- 
nappen, Mönche als Kolonisatoren ins Land. 
‚wischen 1163 und 1350 sind 63 Städte und 
500 Dörfer von deutschen Kolonisten gegrün- 
jet und aufgebaut worden. Als Polen völlig 
'reiwillig und in unbezweifelbar gültigen Ver- 
rägen auf die schlesischen Herzogtümer zu- 
zunsten der böhmischen Krone verzichtete, 
var Schlesien ein durch und durch deutsches 
„and, ein Gebiet hoher Kultur, eine wahre 
3astion des Abendlandes am Rande der öst- 
ichen Welt, für Polen selbst ein wichtiger 
Jandelspartner und ein friedlicher Nachbar. 
jchlesiens Anteil an der deutschen Kultur- 
r‚eschichte ist aus ihr nicht wegzudenken. Die 
leutsche Mystik mit Jakob Böhme und Angelus 
jilesius, unsere Barockdichtung mit der ersten 
ınd der zweiten „schlesischen Schule“, der ein 
‚0 großartiger Lyriker wie Johann Christian 
}ünther entsprossen ist, die Schlesischer 
3arock-Kirchen, die reichen Städte, die von 
Saiser Leopold I. gegründete Breslauer Uni- 
rersität, sie alle sind Zeugen einer der frucht- 
yarsten und glänzendsten Epochen der euro« 
jäischen Geschichte, Durch die drei schlesi- 
1952 brachte für unsere Neisser Gemein- 
‚schaft die. beiden großen Bundestreffen in 
Hildesheim und Regensburg. 
Nach Hildesheim gingen wir, weil das 
ıns geistesverwandte Hildesheim die Paten- 
chaft. unserer Stadt Neisse übernahm und der 
{reis Hildesheim Pate für Neisse-Land wurde. 
Diese Patenschaften sollen mehr sein als ein 
‚übsches Gesellschaftsspiel, sie sollen im 
egenseitigen Geben und Nehmen eine Be- 
eicherung für die Patenkinder und die 
’atenonkels bringen und zu einer festen Ver- 
yundenheit und Freundschaft führen, zu 
ner Freundschaft und inneren Verbunden- 
ıeit nicht nur für heute und morgen. Neben 
ınserer Heimatgemeinschaft in Hildesheim 
‚elbst sind unserem ganzen Bund hier wich- 
ige Aufgaben gestellt. 
Aber, für unsere Landsleute in Süddeutsch- 
and lag Hildesheim weit und die Reise zu 
euer. Darum hielten wir 1952 noch ein süd- 
leutsches Bundestreffen in der alten Kaiser- 
tadt Regensburg ab, die ja in so vielem 
ınmutet wie eine größere Schwester unserer 
Jeimatstadt Neisse. . . . 
Für 1953 sind wir nun aufgerufen für ein 
ıroßes und. allgemeines Neisser Bundes- 
reffen in Frankfurt a. Main. . 
Frankfurt ist im westdeutschen Raum der 
roße Schnittpunkt zwischen Nord und Süd, 
‚st und West. Es liegt auf beiden Seiten des 
Aains. In Frankfurt wird die Mainlinie, die 
n der deutschen Geschichte eine so tragische 
Aolle gespielt hat, endgültig überbrückt und 
iberwunden, 
Der Name kommt von Franken-Furt, Das 
‚rinnert uns daran, daß hier die Franken 
iber den Main gingen, jener selbe altdeutsche 
;tamm der Franken, der in seiner Be- 
üÜhrigkeit und seinem Wagemut vor 700 
Jahren hauptsächlich — neben Thüringern 
ind Hessen — Schlesien sein deutsches Ge- 
‚icht wieder geprägt hat und gerade auch das 
7olkstum unseres Neissegaues formte, Das 
‚agt uns nicht nur die Heimatforschung, da- 
ür blieben bis heute u. a. lebendige Zeugen 
lie. Neisser Mundart, die den fränkischen 
Mundarten nahe verwandt ist, und die Hof- 
ınlagen in unseren stattlichen Neisser Bau- 
srndörfern. 
Der Name Frankfurt a. Main findet im 
leutschen Herzen ein gutes Echo. Frankfurt 
st nicht nur ein beherrschender deutscher 
Z/erkehrsmittelpunkt und ein Kraftfeld des 
Jandels und der Industrie, es ist auch eine 
stadt reichster deutscher Geschichte und die 
Heimat starker Seelenkräfte, 
Da ist der Frankfurter „Römer“, das 
ılte Rathaus mit dem Kaisersaal. Schon Karl 
ler Große hielt im Jahre 794 in Frankfurt 
inen deutschen Reichstag ab. In Frankfurt 
aanden durch Jahrhunderte die deutschen 
Xönigswahlen statt, seit 1562 auch die Krö- 
1ungen. 
Da ist die Paulskirche, in der 1848/49 
m deutschen Vorparlament und in der Na- 
ionalversammlung die besten deutschen 
3eister um die deutsche Einigung rangen, der 
Sehnsucht wieder nach einem deutschen Reich 
uf echter demokratischer Grundlage Erfül- 
ung schenken wollten und Schwarz-rot-gold 
zur Reichsflagge erklärten. Auch Schlesien 
war in der Nationalversammlung in Frank- 
urt vertreten. Ich erinnere an Fürst Felix 
son Lichnowsky und seinen tragischen Tod 
n Frankfurt. Bis 1866 war Frankfurt eine 
‚reie deutsche Reichsstadt, dann kam es zu 
Preußen. Heute ist es mit seinen annähernd 
300 000 Einwohnern die größte Stadt des 
Landes Hessen. 
1871 wurde der Friede mit Frankreich in 
Prankfurt geschlossen. Der Traum der deut- 
schen Idealisten in der Paulskirche ging frei-« 
ich nicht ganz in Erfüllung; nach dem un- 
jeligen deutschen Bruderkriege schied Oester- 
reich aus der staatlichen deutschen Gemein- 
schaft aus. 
Frankfurt war aber auch immer ein Quell- 
s‚ebiet deutscher Wissenschaft und Kunst. Ich 
ıenne die Frankfurter Universität und 
ırinnere an Frankfurts vielgestaltiges und 
ingesehenes Bildungswesen. Was die große 
Xunst im besonderen anbelangt, dann genügt 
's, nur einen Namen zu nennen: Johann 
Volfgang von Goethe! Er, der große 
Jichterfürst, dessen Werk in die Weltlitera=- 
‚ur eingegangen ist, war ein Frankfurter 
Kind. Aus seinen Lebenserinnerungen wissen 
vir, wie sehr er sein Frankfurt liebte und 
rieviel er ihm verdankt, Die Frankfurter 
zoethe-Stätten sind heiliger Boden geworden, 
Sn Deutsche und die gesamte Kulturwelt. 
7elt. 
Frankfurt ist für uns Neisser so etwas wie 
ın Symbol. Auch Neisse war eine alte und 
‚edeutsame Brückenstadt, zwischen Ober- 
nd Niederschlesien, zwischen Preußisch- und 
‚esterreich-Schlesien. Aus unserer Brücken- 
vellung im schlesischen Raum bringen wir 
A die Zerstreuung ein besonderes Verständ- 
is, ja eine Verpflichtung mit, vermittelnd 
u wirken, wie in der alten Heimat zwischen 
)ber- und Niederschlesiern, wie unser Josef 
on Eichendorff zwischen preußischer und 
sterreichisch-süddeutscher Ort aber auch z 
elfen bei der endgültigerr Veberwit nd 
er Mainlinie, auszugleiche m no 
Vest, zwischen westdeutscher “und astdeut- 
her Lebensauffassung. Damit‘ h 1fn \wir 
m besten unserer unverrückbaten \Heimat- 
hnsucht, bei der Verwirklichukg * unserer 
eimatziele. A 
Gewiß wird die Fahrt nach Frankfurt für 
.e meisten von uns mehr oder weniger 
inanzielle Opfer verlangen. Es kommt dazu, 
‚aß Frankfurt ein etwas teurer Boden ist. 
\ber unser Bundesvorsitzender ist eifrig da- 
’ei, in guter Zusammenarbeit mit unseren 
*rankfurter Landsleuten und Freunden gün- 
tige finanzielle Voraussetzungen für die 
7agungsteilnehmer zu vereinbaren. Auf jeden 
°all dürften sich die Opfer lohnen. Es bleibt 
mmer ein ganz großes Erlebnis, wenn wir 
ıns mit unseren Landsleuten, mit lieben 
"reunden und Verwandten wieder einmal 
reffen können, Freund Josef Thamm machte 
ıns das süddeutsche Bundestreffen in Regens- 
urg schmackhaft, indem er launig mit den 
‚erühmten Regensburger Würstchen winkte, 
Yun, die Frankfurter Würstchen haben es 
„uch in sich, 
Doch Spaß beiseite. Denken wir an das 
4roße, das uns in Frankfurt erwartet: 
Diese einzigartige Stadt mit ihrer reichen 
jeschichte und ihren Kultur- und Bildungs- 
‚tätten, die Darbietungen während des Tref- 
2ns — die Feierstunde in der Paulskirche. 
)ie Paulskirche ist für unser deutsches 
Tolk und für die Welt ein Begriff geworden. 
Aögen unsere Anliegen, die wir aus der 
ıistorischen Paulskirche in alle Welt rufen 
vollen, gehört werden, vom ganzen deutschen 
7olke, in Westdeutschland ebenso wie in der 
sowjetzone und jenseits der. Oder-Neiße- 
„inie, darüber aber hinaus in der gesamten 
reien Weltl Karl Schodrok.
	        

Cite and reuse

Cite and reuse

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Periodical volume

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF DFG-Viewer
TOC

Periodical issue

PDF RIS

Image

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Periodical volume

To quote this record the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Periodical issue

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Image

To quote this image the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Neisser Heimatblatt Für Den Stadt- Und Landkreis Neisse. Neisser Kultur- u. Heimatbund, 1949.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fourth digit in the number series 987654321?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.