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Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt (1976)

Bibliografische Daten

fullscreen: Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt (1976)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt
Untertitel:
Mitteilungsblatt für Familie und Heimatkunde
Publikationsort:
Nürnberg
Veröffentlichungsjahr:
1958
Verlag:
Preußler

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=010077960
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt
Untertitel:
Mitteilungsblatt für Familie und Heimatkunde
Band, Heft, Nummer:
1976
Publikationsort:
Nürnberg
Veröffentlichungsjahr:
1958
Verlag:
Preußler

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
Z 417
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=010077960_1976

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
April 1976
Band, Heft, Nummer:
4

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt
  • Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt (1976)
  • Januar 1976 (1)
  • Februar 1976 (2)
  • März 1976 (3)
  • April 1976 (4)
  • Mai 1976 (5)
  • Juni 1976 (6)
  • Juli/August 1976 (7/8)
  • September 1976 (9)
  • Oktober 1976 (10)
  • November 1976 (11)
  • Dezember 1976 (12)

Volltext

Schriftleitung: Hanne von Zalewski, 4250 Bottrop, Gerichtsstraße 20 
Alle Familien-Nachrichten werden kostenlos (außer Quellenverlag Veronika Diwisch, 6450 Hanau 7 — 
Anzeigen) aufgenommen. Einsendungen an Schrift- Steinheim, PSA Frankfurt (Main) Nr. 1175 19-605 oder 
leiter erbeten. Bei allen ins ne unEen Heimat- Giro-Kto. 9035098 bei Bez.-Sparkasse Seligenstadt. 
schrift d Straße!) unbedingt ben. 
an (m ) X B*  SnES Suchanfragen sind tunlichst zu richten an: 
z . 3 : Heimatkartei für Gleiwitz - Stadt und Land: Stadtver- 
Einsendeschluß: Der 28. jeden Monats! waltung Bottrop (Westfalen), Rathaus, 
Heimatkartei für Beuthen — Stadt und Land: Der 
Heimatkreisbetreuer von Beuthen/OS. in 4350 Reck- 
linghausen, Rathaus, Sprechstunden Montag bis 
Freitag 9-12 Uhr. 
Heimatkartei Tarnowitz -- Stadtverwaltung Bockum- 
Hövel (Westfalen). 
39 .., 
besiegte Jesus selbst den Tod!“ 
(Aus »Triumph, der Tod ist überwunden«) 
Sie hatten sich 32 Jahre nicht mehr gesehen. Vorher waren sie Schüler des Gymnasiums in 
Hindenburg. Zwanzig ihrer Kameraden sind gefallen, nur zwölf leben noch. Acht von diesen trafen 
sich am 13. März in P.; daß es viel zu erzählen gab, ist klar. Dann packte einer seine Fotos aus. Vor 
zwei Jahren war er in der Heimat, hatte dort alles Mögliche und Unmögliche im Bild festgehalten, 
sogar den Sandkasten, in dem sie als kleine Kinder einst gespielt hatten. Und dann griffen sie zum 
»Weg des Himmeis«, sangen ein Lied nach dem anderen, immer wieder unterbrochen von Erleb- 
nissen, die in ihnen bei den einzelnen Liedern wach wurden. Bis in den frühen Morgen ging es so 
hinein. Einer von ihnen ist Priester. Um ihn scharten sie sich dann am späten Vormittag des 14. März 
zur hl. Messe in einem Schwesternhaus. Auch hier wieder nur Lieder aus der Heimat, die sie im 
Westen nie mehr gesungen hatten. — Nur Nostalgie? Es ist dieser Begriff zum Schlagwort geworden. 
Ich meine, für diese Menschen war es Ostern geworden. Es ist ein Unterschied zwischen wehleidiger 
Heimatsehnsucht und der tatkräftigen Meisterung der Vergangenheit, obwohl der Gedanke an die 
Heimat einen Oberschlesier ja nie loslassen wird oder darf. 
Wenn wir hier im Westen am Karfreitag oder Ostersonntag zum Gottesdienst gehen, wir sind 
wohl Zuschauer und Zuhörer bei den Zeremonien am Karfreitag, wir singen die Osterlieder mit, 
soweit sie uns im Laufe der Jahre bekannt geworden sind. Ich meine schon: zu Hause war es etwas 
anders. Wir blickten nicht als Zuschauer über den Zaun, die sich ihr Dabeisein billig machten, son- 
dern waren in das heilige Geschehen hineingenommen. Wenn am Karfreitag drei Priester die Passion 
— die Leidensgeschichte des Herrn — vorn am Altar sangen, so waren wir mit dabei, warteten auf diese 
oder jene besondere Schönheit im Gesang, hatten auch Mitleid, wenn ein Kaplan mitsingen mußte, 
obwohl er doch als unmusikalisch bekannt war. Ja, dieser Trauergottesdienst wurde uns zum Erleb- 
nis, über den wir dann nicht genug zu Hause zu erzählen wußten. Auch mit einem gewissen Schmun- 
zeln, weil der Kaplan es nicht ganz geschafft habe. An den Anbetungsstunden vor dem verhüllten 
Allerheiligsten am heiligen Grab teilzunehmen, war für uns heilige Pflicht und lebendige Gemeinde 
und Gemeinschaft, Lebendig! Ja, ist heute nicht so vieles auch im Wort »Gemeinde« nur konstruiert? 
Wo bleibt das Mitgehen und Mitmachen, weil man sich einfach innerlich gedrängt fühlt, weil man 
sich zur Gemeinde des Herrn zählt? — Genauso ging es um das Mitmachen bei den Fastenpredigten. 
Diese wurden ja Sonntag für Sonntag in unseren Pfarrkirchen neben den üblichen Sonntagspredig- 
ten am Vormittag und am Nachmittag gehalten. Ich hatte 1941 in Beuthen, St. Hyazinth, zweimal die 
Fastenpredigten hintereinander am Sonntag zu halten, weil für nur eine Predigt das Gotteshaus die 
Gläubigen nicht gefaßt hätte. Allerdings wurde die Predigt in früherer Zeit deutsch und polnisch 
gehalten; weil dann die polnische Sprache ausfiel, wurde zweimal auf deutsch gepredigt. Und als ich 
im Frühjahr 1940 den Weg vom Franziskanerkloster zur Peter-Paul-Kirche nahm, stieß ich schon auf 
der Bahnhofstraße auf Scharen von Gläubigen, die den Weg zur Kirche lenkten. Ja, vielleicht werden 
Sie, meine verehrten Leser, es verstehen, daß mir dort auf der Kanzel anfangs doch ein bißchen eigen- 
artig zumute war. Hatte ich doch als Kind, ehe ich aufs Gymnasium ging, in dieser Kirche, vorn links
	        

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