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Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt (1975)

Bibliografische Daten

fullscreen: Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt (1975)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt
Untertitel:
Mitteilungsblatt für Familie und Heimatkunde
Publikationsort:
Nürnberg
Veröffentlichungsjahr:
1958
Verlag:
Preußler

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=010077960
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt
Untertitel:
Mitteilungsblatt für Familie und Heimatkunde
Band, Heft, Nummer:
1975
Publikationsort:
Nürnberg
Veröffentlichungsjahr:
1958
Verlag:
Preußler

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
Z 417
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=010077960_1975

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Januar 1975
Band, Heft, Nummer:
1

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt
  • Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt (1975)
  • Januar 1975 (1)
  • Februar 1975 (2)
  • März 1975 (3)
  • April 1975 (4)
  • Mai 1975 (5)
  • Juni 1975 (6)
  • Juli/August 1975 (7/8)
  • September 1975 (9)
  • Oktober 1975 (10)
  • November 1975 (11)
  • Dezember 1975 (12)

Volltext

sich heute nicht mehr von selbst, wir Schlesier aber wollen auch weiterhin Idealisten 
bleiben. 
Auf Wiedersehen in Essen und Schlesien Glückauf! 
Dr. Herbert Hupka MdB 
Bundesvorsitzender Landsmannschaft Schlesien 
pds 16. 12. 74 
Heimat 
| von Leontine v. Groeling 
Wir sagen: Heimat, und wir meinen 
das ferne Land, das uns gebar, 
nach dem wir manche Träne weinen, 
in dem es schön und heiter war. 
So sind wir glücklich nie zu nennen, 
weil wir im Geiste dort noch sind — 
und hier — hier will uns keiner kennen, 
Verwehte bleiben wir im Wind. 
So geht es nicht! Laßt uns bedenken: 
Ist Heimat nur Feld, Fluß und Wald? 
Ein Herz, dem wir uns ganz verschenken, 
wird Heimat uns, und gibt uns Halt! 
»Spielvater« Michael Münzer 
von Johannes Martini 
Am Schicksal dieses Einmaligen, dieses Großen des 
oberschlesischen Grenzlandes kann und darf die Chro- 
nik der Heimat nicht achtlos vorübergehen. 
Michael Münzer starb beim Russeneinbruch in Glei- 
witz eines grauenvollen Todes, Er, der fast Achtzig- 
jährige, verbrannte mit seiner Frau im eigenen Hause 
Mühistraße 12, das die Russen am 22./23. Januar 
1945 in sinnloser Vernichtungswut in Brand steck- 
ten. Mit ihm sank sein Lebenswerk in Schutt und 
Asche: ein Werk, das einst wegweisend war für die 
kulturelle Jugendbetreuung Oberschlesiens und dar- 
über hinaus für die Jugendarbeit im großen deutschen 
Vaterlande. 
Michael Münzer wurde 1866 in dem kleinen Städtchen 
Zülz im Kreise Neustadt/0S. geboren. Seine Wiege 
stand in einem Bauernhause der „Neißer Vorstadt“. 
In Zülz besuchte er die Volksschule und das Lehrer- 
seminar, Als Lehrer wirkte er in Blascheowitz, Kö- 
nigshütte und Bismarckhütte, wo er auch nach der 
Abtrennung Ostoberschlesiens noch einige Jahre woh- 
nen blieb. Mittelpunkt seines Wirkens aber war die 
Stadt Gleiwitz, Sitz des von ihm gegründeten „ÖOber- 
schlesischen Spiel- und Eislaufverbandes“. 
Die Arbeit in der Schule allein hatte den jungen, 
energiegeladenen, der Heimat und der Jugend tiefst 
verbundenen Erzieher nicht befriedigen können. Er, 
der Bauernsohn, an ein sorgenfreies, naturverbunde- 
nes Leben in frischer Landiuft gewöhnt, war in das 
Industriegebiet mit seinen Mietskasernen, dunklen 
Hinterhöfen und Rauchschwaden verschlagen worden. 
ihn jammerte das soziale und noch mehr das gesund- 
heitliche Elend der ihm anvertrauten Industriejugend. 
Hier war Hilfe dringend notwendig. Irgendwie mußte 
ein Anfang gemacht werden. So kam Münzer zu dem 
genialen Entschluß, seine Schulkinder nachmittags aus 
den Kasernen und Höfen weg auf die im Industrie- 
gelände zu findenden Grasfelder hinauszuführen und 
sich dort mit ihnen in freier Luft und ungehemmter 
Fröhlichkeit zu vergnügen und zu tummeln. Lauf-, 
Kreis- und Ballspiele wechselten miteinander ab. Die 
Wangen der Jungen und Mädel röteten sich. und mit 
gutem Hunger zog das fröhliche Völklein heimwärts. 
Die jährlich aus der Schule entlassenen Kinder woll- 
ten das gewohnte fröhliche Spiel auf dem Rasen nicht 
mehr missen, wollten nach Feierabend mit ihrem 
Lehrer Münzer noch ein frohes Stündchen erleben. 
Münzer versuchte, Lehrer, Freunde und Herangewach- 
sene als Mithelfer zu gewinnen. Bald machten viele 
Nachbarschulen mit, und auch dort wurde mit jedem 
Jahre die Zahl der begeisterten Jugendsportler im- 
mer größer. Die Nachbarstädte ließen nicht lange auf 
sich warten. Im ganzen oberschlesischen Industrie- 
bezirk wurde Münzers Traum zur Wirklichkeit: „Indem 
Br spielen, dienen wir der Heimat und dem Vater- 
and!“ 
Münzer gab sich mit seinen Anfangserfolgen nicht 
zufrieden. Was im ersten Feuer der Begeisterung 
aufglühte, mußte durch organisatorische Gestaltung 
krisenfest gemacht werden. Nach erfolgreichen Ver- 
handlungen mit dem Zentralausschuß für Volks- und 
Jugendspiele und all den zuständigen amtlichen Stel- 
len konnte schon 1902 die „Spielvereinigung des 
oberschlesischen Industriebezirks“ geschaffen und 
zwei Jahre später zum „Oberschlesischen Spiel- und 
Eislaufverband“ erweitert werden. 
Inzwischen war die Schulabteilung der Oppelner Re- 
gierung auf das segensreiche Schaffen ihres, die Ju- 
gend begeisternden Lehrers Münzer aufmerksam ge- 
worden. Sie ernannte ihn 1904 zum „Spielinspektor“ 
im Range eines Schulinspektors und betraute ihn mit 
der Aufgabe, den Spiel- und Sportbetrieb der ober- 
schlesischen Schulen einheitlich auszurichten und ge- 
mäß der bisherigen Erfahrungen zu gestalten und zu 
fördern. Damit begann für die oberschlesischen Schu- 
jen eine Epoche modernster Turn- und Sportpflege. 
Da damals das Fußballspiel für die Volksschulen ver- 
boten war, verlegte sich Münzer mit aller Begeiste- 
rung auf die Pflege des Schlagballspiels, das nach 
der Schulzeit im Spiel- und Eislaufverband weiter- 
betrieben und zu einer technisch ausgefeilten Höhe 
geführt wurde, die kaum noch eine Steigerung zu- 
ließ.
	        

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