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Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt (1966)

Bibliografische Daten

fullscreen: Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt (1966)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt
Untertitel:
Mitteilungsblatt für Familie und Heimatkunde
Publikationsort:
Nürnberg
Veröffentlichungsjahr:
1958
Verlag:
Preußler

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=010077960
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Titel:
Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt
Untertitel:
Mitteilungsblatt für Familie und Heimatkunde
Band, Heft, Nummer:
1966
Publikationsort:
Nürnberg
Veröffentlichungsjahr:
1958
Verlag:
Preußler

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Signatur:
Z 417
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=010077960_1966

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
August 1966
Band, Heft, Nummer:
8

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt
  • Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt (1966)
  • Januar 1966 (1)
  • Februar 1966 (2)
  • März 1966 (3)
  • April 1966 (4)
  • Mai 1966 (5)
  • Juni 1966 (6)
  • Juli 1966 (7)
  • August 1966 (8)
  • September 1966 (9)
  • Oktober 1966 (10)
  • November 1966 (11)
  • Dezember 1966 (12)

Volltext

Schriftleiter Eberhard v. Zalewski, 425 Bottrop, Gerichtsstraße 20 
De en ante werden k7 8 n1l1os Suchanfragen sind tunlichst zu richten an: 
außer eigen) aufgenommen. Einsendungen an imatk witz —. ; d; 
Schriftleiter erbeten. Bei allen Einsendungen Helimat- Me ee ken, ha 9 Tanık Stadt 
Eeebrie und StraßeD ‚unmbedinst angeben. \umatkartel für Beuthen — Stadt und Land: Der Hel- 
nsen vB; Der 28. jeden Monats] matkreisbetreuer von Beuthen OS. in 435 Reckling- 
Das Gleiwitz-Beuthen-Tarnowitzer Heimatblatt. kann hausen, Hubertusstraße 13. Sprechstunden: Montag bis 
bei jeder Poststelle bestellt werden. Es erscheint etwa Freitag 8 - 12 Uhr. 
am 15. jeden Monats. Die vierteljährliche Bezugsge- _Heimatkartel für Tarnowitz: Stadtverwaltung Bockum- 
bühr beträgt 3.— DM. Hövel/Westfalen. . 
800000 Oberschlesier ohne Rechte 
In regelmäßigen Abständen lesen wir von den Aussiedlertransporten, die im Durch- 
gangslager Friedland eintreffen. Indem wir die Ziffern für einen Augenblick registrieren, 
haben wir sie schon wieder vergessen und, was noch ärger ist, gar nicht zur Kenntnis 
genommen, wieviel Leid erlitten werden mußte, bis endlich die Schwellen in die Freiheit 
überschritten werden konnten. 
Seit 1955, dem Anlaufen der sogenannten Aktion Link, sind bis heute 317 000 Deutsche 
aus dem Herrschaftsbereich Polens zu uns in die Bundesrepublik gekommen. In den letz- 
ten beiden Jahren 1964 und 1965 waren es 13500 und 14600 Deutsche, und die letzten 
Erhebungen nach den Transporten in den sechs Monaten dieses Jahres lassen für 1966 
wieder eine Ziffer von 12 000 bis 13 000 erwarten. Mancher wird sagen, das ist immerhin 
doch recht erfreulich, daß Polen diese Menschen auf ihren eigenen Wunsch herausläßt. 
Vergleicht man die „polnischen“ Ziffern mit denen Rumäniens, so muß ganz objektiv zu- 
gegeben werden, daß die polnische Praxis großzügiger ist als die rumänische oder die 
tschechische. Doch ist das nur relativ gemeint. 
Immer noch warten Kinder darauf, zu ihren Eltern. zu kommen, immer noch sind 
Ehepartner voneinander getrennt, immer noch drängen die Altgewordenen danach, end- 
lich zu ihren Angehörigen gelassen zu werden. Diese Fälle der engsten Familienzusam- 
menführung und der Härtefälle wenn (Kriegerwitwen zu Verwandten wollen, da sie 
durch den Krieg keine nächsten Angehörigen mehr besitzen), belaufen sich immer noch 
auf ungefähr 18 000, so daß nun angenommen werden darf, bis zur Jahreswende 1967/68 
wenigstens diese schwersten Fälle bereinigt zu haben, daß diese 18 000 Deutsche in die 
Freiheit kommen werden. 
Die Anträge, die aber darüber hinaus vorliegen, übersteigen ein Zehnfaches der eben 
genannten Ziffer! Zur Einreichung eines Antrages gehört eine Portion Mut, denn oft 
genug ist der erste Bescheid Ablehnung, doch mit der Ablehnung ist auch wiederholt die 
Entlassung vom Arbeitsplatz verbunden. So berichtete erst kürzlich ein Landsmann aus 
Ratibor, daß 120 deutsche Arbeiter, die in der früheren Fabrik von Hegenscheidt beschäf- 
tigt waren, entlassen worden seien, weil sie sich um eine Ausreisegenehmigung bemüht 
hätten. Oder aber man stuft den Antragsteller in eine niedere und schlechter bezahlte 
Arbeit. Ein Aussiedler, der 43 Jahre in der Andreashütte im Kreis Groß-Strehlitz ge- 
arbeitet hatte, bekam mit dem Tag der Antragstellung auf Ausreisegenehmigung eine 
geringer bewertete Arbeit, so daß der Arbeitslohn um über 25 Prozent sank. 
Die Prozedur der Antragstellung hat sich endlich ein wenig gebessert. Seit Beginn 
dieses Jahres müssen die Anträge nicht mehr am Woiwodschaftssitz in Empfang genom- 
men werden, sondern werden von den Kreisbehörden ausgegeben. Früher war es so, daß 
man sich erst einmal früh schon bei der Woidwodschaftsmiliz anstellen mußte, um über- 
haupt eine Nummer zu erhalten, wann man demnächst wieder erscheinen dürfe, 
Erschien man dann wieder nach etwa 14 Tagen, bekam man erst das Formblatt aus- 
gehändigt. Schließlich mußte man ein drittes Mal die zum Teil weite beschwerliche und 
vor allem kostspielige Reise zur Woiwodschaft antreten, um die 18 Unterlagen einzurei- 
chen. In der Hausahltsrede vor dem niedersächsischen Landtag hat Frau Minister Maria 
Meyer-Sevenich ausgeführt: „Selten ist mir so brutal offenkundig geworden, welche un-
	        

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