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Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt (1965)

Bibliographic data

fullscreen: Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt (1965)

Structure type:
Periodical
Collection:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Title:
Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt
Subtitle:
Mitteilungsblatt für Familie und Heimatkunde
Place of publication:
Nürnberg
Year of publication:
1958
Publisher:
Preußler

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010077960
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Oberschlesische Heimatblätter ab 1949
Title:
Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt
Subtitle:
Mitteilungsblatt für Familie und Heimatkunde
Volume,Issue,Number:
1965
Place of publication:
Nürnberg
Year of publication:
1958
Publisher:
Preußler

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Shelfmark:
Z 417
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010077960_1965

Periodical issue

Structure type:
Periodical issue
Title:
Oktober 1965
Volume,Issue,Number:
10

Contents

Table of contents

  • Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt
  • Gleiwitzer - Beuthener - Tarnowitzer Heimatblatt (1965)
  • Januar 1965 (1)
  • Februar 1965 (2)
  • März 1965 (3)
  • April 1965 (4)
  • Mai 1965 (5)
  • Juni 1965 (6)
  • Juli 1965 (7)
  • August 1965 (8)
  • September 1965 (9)
  • Oktober 1965 (10)
  • November 1965 (11)
  • Dezember 1965 (12)

Full text

Nach der Besetzung unserer Heimat durch. Russen und Polen verblieb er dort, um 
seinen Landsleuten weiterhin beistehen zu können. So gelang es ihm u. a., durch seinen 
persönlichen Einsatz im bischöflichen Ornat den von den Polen in Wartha ins Gefängnis 
eingelieferten Oberbürgermeister Dr. Geisler von Gleiwitz zu befreien. Im September 
1946 zwang ihn die polnische Miliz, seine Heimat zu verlassen und zwar in die sowje- 
tische Besatzungszone, wo er bis zum Juni 1947 im Auftrage des Kapitelvikars im Gör- 
üitzer Restteil der Erzdiözese Breslau und im Auftrage der Bischöfe von Fulda und Würz- 
burg in Thüringen firmte. 
Der Kölner Kardinal Frings selber setzte sich trotz Widerstandes in den eigenen 
Reihen für ihn bei Papst Pius XII. ein und ‚so wurde er im März 1947 als Weihbischof und 
Domkapitular in das altehrwürdige Metropolitankapitel nach Köln berufen. In dieser 
Stellung blieb er stets der Bischof der Vertriebenen, vor allem. der Schlesier, insbesondere 
der Oberschlesier. Er kam zu allen großen Treffen der Ober- und Niederschiesier, nach 
Düsseldorf, Stuttgart, Hannover, München, Frankfurt, Köln, um dadurch die Treue zur 
Heimat und das Festhalten am väterlichen. Glauben zu dokumentieren. Unvergeßlich 
bleibt den Gleiwizern das Pontifikalamt auf dem Trappenkamp in Bottrop vor 20000 
Teilnehmern aus Anlaß der Patenschaftsübernahme im Jahre 1951. 
Im Jahre 1954 wurde Weihbischof Ferche zum Ehrendomherrn des Domkapitels in 
Tarbes/Lourdes (Südfrankreich) ernannt und konnte im Jahre 1961 sein goldenes Priester- 
jubiläum feiern. Die Bundesrepublik Deutschland ehrte ihn durch die Verleihung des 
Großen Bundesverdienstkreuzes. Aus Anlaß seines 75. Geburtstages wurde er mit dem 
hohen Titel „Päpstlicher Thronassistent“ ausgezeichnet. 
Weihbischof Ferche ist stets, auch als Bischof, ein Freund und Helfer des Volkes ge- 
wesen, der durch Einfachheit und stete Hilfsbereitschaft sich die Liebe und Achtung sei- 
ner oberschlesischen Landsleute erworben hat. 
Am Tage seines silbernen Bischofsjubiläums fand im Kölner Dom das Pontifikal- 
Requiem statt, welches der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Bafıile, zele- 
brierte. Kardinal Frings war eigens zum Trauergottesdienst vom Konzil in Rom nach 
Köln geflogen und hielt dem rangältesten seiner Weihbischöfe selbst die Trauerrede, in 
welcher er ein Lebensbild des frommen, aufrechten, mutigen Mannes und Priesters. zeich- 
nete und vor allem seine Dankbarkeit hervorhob, 
Tausende seiner Landsleute nahmen an der Trauerfeier im Dom teil. Ein Ordens- 
kissen trug seine Auszeichnungen. Zu den prominenten Trauergästen gehörte Bundes- 
minister Ernst Lemmer, Oberbürgermeister Burauen von Köln, Landesdirektor Dr. 
Klausa, zahlreiche Domherren, die schlesischen Malteserritter, fünf studentische Verbin- 
dungen, an der Spitze seine Breslauer Verbindung „Alania“ im KV, früher Breslau, jetzt 
Aachen, Jugendfreunde und Bundesbrüder. Anschließend erfolgte die Beerdigung auf 
dem Kapitelsfriedhof hinter dem Chor des Domes. 
Unvergessen bleibt allen Schlesiern, daß er entgegen dem ausdrücklichen Befehl der 
Gestapo 1945 in Breslau verblieb und im Mai dieses Jahres zusammen mit dem evange- 
lischen Stadtdekan auf den Kampfkommandanten von Breslau, General Niehoff, ein- 
wirkte, den aussichtslos gewordenen Kampf um, die tapfere Verteidigung der Stadt auf- 
zugeben und dadurch die Leiden der Bevölkerung abzukürzen. So blieb er, vor allem 
nach dem Tode des Kardinals Bertram, der einzige bischöfliche Amtsträger in der Diö- 
zese und die Verkörperung des Trostes und der Hilfe in dieser furchtbaren Zeit. 
Seine guten Werke begleiten ihn. Ave pia anima! V. Zalewski 
Hier spricht der Heimatkreisvertrauensmann für Gleiwitz-Stadt 
— stellvertretend auch für Gleiwitz-Land — 
Ein wichtiger Hinweis für die Verwahrung des Testaments 
„Sterben schafft Erben“, besagt ein Sprichwort, dem heute besondere Bedeutung zu- 
kommt. Es ist gleichgültig, ob der Verstorbene Vermögen hinterläßt oder nicht. 
Wer den gesetzlichen Erben, d. h. seiner Verwandtschaft, Zeit, Geld und Verdruß er- 
sparen und den Frieden erhalten will, sollte bei voller Gesundheit und bei ruhiger Über- 
legung für den unabwendbaren „Fall“ vorsorgen und ein rechtsgültiges Testament er- 
richten.
	        

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