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Unser Oberschlesien (1968)

Bibliographic data

fullscreen: Unser Oberschlesien (1968)

Structure type:
Periodical
Collection:
Landsmannschaft der Oberschlesier
Title:
Unser Oberschlesien
Subtitle:
Organ der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V., Bundesverband Bonn, Rh.
Place of publication:
Frankfurt, M.
Year of publication:
1951
Publisher:
Unser Oberschlesien

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010038280
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Landsmannschaft der Oberschlesier
Title:
Unser Oberschlesien
Subtitle:
Organ der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V., Bundesverband Bonn, Rh.
Volume,Issue,Number:
1968
Place of publication:
Görlitz
Year of publication:
1951
Publisher:
Senfkorn-Verl.

Physical location:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=010038280_1968

Periodical issue

Structure type:
Periodical issue
Title:
Juli 1968
Volume,Issue,Number:
14

Contents

Table of contents

  • Unser Oberschlesien
  • Unser Oberschlesien (1968)
  • Januar 1968 (1)
  • Januar 1968 (2)
  • Februar 1968 (3)
  • Februar 1968 (4)
  • März 1968 (5)
  • März 1968 (6)
  • April 1968 (7)
  • April 1968 (8)
  • Mai 1968 (9)
  • Mai 1968 (10)
  • Juni 1968 (11)
  • Juni 1968 (12)
  • Juli 1968 (13)
  • Juli 1968 (14)
  • August 1968 (15)
  • August 1968 (16)
  • September 1968 (17)
  • September 1968 (18)
  • Oktober 1968 (19)
  • Oktober 1968 (20)
  • November 1968 (21)
  • November 1968 (22)
  • Dezember 1968 (23)
  • Dezember 1968 (24)

Full text

Verlagsort Wiesbaden 
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na BA ET Ma ne es 
Polens KP zur Lage in der CSS! 
Zonn/Rhein — 18. Jahrgang — Nr. 14 vom 18. Juli. 1968 
Bi. 
Unruhe über die jüngste Entwicklung in der Tschechoslowakei — Premierminister 
Cierankiewicz: Massive Drohungen mit Intervention — Kritik im Zentralkomitee der KP 
Jung-0/$ bei der abendlichen Feierstunde in. Essen 
(hvp) Wie. erst jetzt bekanntgeworden 
‚st, hat der polnische Ministerpräsident 
Zyrankiewicz in einer Rede, die er 
Vlitte Mai in Hindenburg O/S ge- 
nalten hat, massive Drohungen mit einer 
Intervention gegenüber der Bundesrepu- 
»»lik Deutschland geäußert. Diese Inter- 
zention werde „gemeinsam mit den SO- 
zialistischen Verbündeten“ erfolgen, falls 
;ich in Westdeutschland weiterhin der 
„Neo-Imperialismus“ verbreite, Cyrankie- 
wicz erklärte hierzu wörtlich: „Was in 
Westdeutschland vor sich geht, kann und 
wird nicht als innere Angelegenheit der 
deutschen Bundesrepublik behandelt wer- 
iden. Wir werden dem nicht untätig zu- 
ichauen, was in der Bundesrepublik ge- 
;schieht. Wir sind geneigt, vorher zu han- 
jeln statt erst nachträglich“. In diesem 
Zusammenhange bezeichnete er die Elbe- 
Werra-Linie als „Grenze des Friedens und 
der Sicherheit des sozialistischen Lagers.“ 
Sie diene auch der „Sicherheit ganz Eu- 
ropas“. Die „DDR“ sei überhaupt „ein 
mächtiges Bollwerk“ gegenüber dem 
westdeutschen „Neo-Imperialismus“, 
” Offensichtlich meinte Cyrankiewicz nicht 
eine bewaffnete Intervention im Sinne 
eines Angriffs auf die der NATO ange- 
nörende Bundesrepublik — was einen 
Weltkrieg bedeuten würde -—, sondern 
eher eine Operationgegenüber 
Jer CSSR. Unter unmißverständlicher 
Bezugnahme auf die Liberalisierungsbe- 
strebungen Prags betonte der polnische 
Premierminister nämlich, man werde es 
verhindern, daß „aus unserem Lager die 
schwächsten Glieder herausgebrochen und 
zegen uns geschleudert werden“. Dies sei 
ainfach: „ein: Gebot . der Selbsterhaltung“. 
In diesem Zusammenhang verdient atich 
eine dpa-Meldung aus Warschau Beach- 
tung, in der berichtet wird, daß auf der 
12. Plenarsitzung des Zentralkomitees Kri- 
ik an Auswüchsen der Säuberung in der 
Vereinigten Polnischen Kommunistischen 
Arbeiterpartei laut werde. Der erste Red- 
ner, der Kattowitzer Parteisekretär G ie- 
rek, versicherte, im Parteiapparat seines 
Sebietes sei man sich darüber einig. 
‚wenn es irgendwo zu Verdrehungen de: 
richtigen Linie in der gegenwärtigen Ka 
derpolitik gekommen ist, wenn man je- 
mandem Unrecht getan hat, muß diese: 
"Inrecht mit aller Entschiedenheit berich 
tigt werden“, Meist würden solche Be- 
schlüsse von „Individuen gefaßt, die nichts 
oder nicht viel mit der Partei oder ihreı 
Ideologie zu tun haben. In der Regel sind 
das Leute von zweifelhaften politischen 
beruflichen und moralischen Qualifikatio- 
nen. Diese Leute wollen meistens die 
Aufmerksamkeit der ihnen untergebenen 
Kollektive von sich, von ihren Fehlern 
und Versäumnissen ablenken .. .“ 
Unter den Gefahren, die seiner Ansicht 
nach heute drohen, nannte Gierek’‘ aus- 
drücklich auch die Lage in der Tschecho- 
slowakei, indem er von dem „Angriff re- 
aktionärer Kräfte auf die europäischen 
sozialistischen Länder, zum Beispiel jüng- 
stens auf die Tschechoslowakei“ sprach. 
-Gierek stellte sich in seinen weiteren 
Ausführungen demonstrativ hinter Par- 
teichef Gomulka und rief zur Einheit deı 
Partei ‚auf, Beobachtern dieser ersten ZK- 
Plenarsitzung seit den durch die Studen- 
‚enunruhen: hervorgerufenen innerpar- 
teilichen Spannungen fiel auf, daß Gierek 
unter den Hauptgefahren für den Sozia- 
demne den DBPayisinnismue ımA dia Reak- 
ion nannte, nicht aber den sonst häufig 
Js einen der Drahtzieher der März-Er- 
jgnisse angeprangerten Zionismus 
An der Tagung — nach der Eröffnung in 
Cattowitz zog man nach Jaszowiec um — 
‚ahmen etwa 200 polnische Schriftsteller 
owie Delegationen aus der Sowjetunion, 
ler CSSR und der „DDR“ teil. Es wur- 
len drei Themenbereiche behandelt: 
„Schlesien als Gegenstand der polni- 
chen Literatur“. 2. „Die ideologischen 
'ragen in der polnischen Literatur“. 3. 
Die Einstellung der Deutschen Bundes- 
epublik zur polnischen Literatur“. Für 
lie Tagung galt das Motto: „Die polnische 
„iteratur steht im Dienste des sozialisti- 
:schen Vaterlands“ 
Defizit der Staatsgüter 
(hvp) Aus einem Bericht von Radio War- 
chau ging hervor, daß immer noch rd. 
0 v. H. der Staatsgüter in Polen und 
en Oder-Neiße-Gebieten mit 
tarken Bilanzverlusten arbeiten: Im letz- 
ın Wirtschaftsjahr Juli 1967 — Juni 1968 
arwirtschafteten“ sie ein Defizit in Höhe 
on nicht weniger als 1,5 Milliarden Zloty. 
jem stehen allerdings Gewinne der üb- 
jgen Staatsgüter gegenüber, jedoch steht 
ine Gesamtbilanz der Staatsgutwirtschaft 
‚och aus. } * 
Im Jahre 1957 belief sich das Defizit 
Ner Staatsgüter noch auf ca. 4 Milliarden 
;loty. Es ist also seither gelungen, die 
Jefizitwirtschaft der Staatsgüter einzu- 
lämmen, was allerdings nur gelungen ist. 
veil von staatlicher Seite seither Dut- 
zende von Milliarden an Investitionen ir 
lie Staatsgüter -zepumpt worden sind. 
Ostpolitik una Sperrvertrag 
Moskau will die Unterschrift der Bundesrepublik erzwingen 
Polnische Literaten tagten 
jegen Revanchisten und Zionisten ...!“ 
{(hvp) Das Jahrestreffen 1968 der in den 
jolnisch verwalteten deutschen Ostgebie- 
en jenseits von Oder und Neiße wohn- 
‚aften polnischen Schriftsteller fand dies- 
nal hauptsächlich im Teschener Gebiet, 
a Jaszowiec (Beskiden), statt. Zum Ab- 
chluß der Tagung wurde eine Resolution 
‚erabschiedet, in der u. a. betont wurde- 
ı1an wolle „allen Leuten entgegentreten, 
zelche die Erfolge und Errungenschaften 
7olkspolens verkleinern und herabsetzen 
Jlen Feinden der sozialistischen Gesell- 
chaftsordnung“. Überhaupt wolle man die 
7ereinigte Polnische Arbeiterpartei „mit 
Nen Kräften unterstützen“. Von denjeni- 
jen Schriftstellern, welche „gegen die 
Sulturpolitik der Volksmacht auftreten“, 
listanziere man sich „im Namen des 
jündnisses von Kunst und Arbeit“. Wei- 
erhin heißt es in der Entschließung: „Wir 
‚erurteilen - die feindliche Tätigkeit der 
vestdeutschen Revanchisten und Revioni- 
:#ten ... Wir verurteilen auch die. zio- 
ıistische Bewegung und deren Träger, die 
.. sich nicht scheuen, den Interessen 
rolkspolens zu schaden und Lügen, Be- 
sidigungen und Verleumdungen gegen 
‚as ehrenwerte und schwer geprüfte pol- 
nische Volk zu schleudern. 
3etrachtet man die Manöver der sowje- 
‚schen Außenpolitik, wie sie seit einigen 
ahren angelegt und ausgeführt worden 
ind, im Zusammenhange, so ergibt sich 
in klares Bild: Moskau verfolgt haupt- 
ächlich zwei Zielsetzungen. Zunächst ging 
ınd geht es dem Kreml darum, die Ver- 
uche der westlichen Welt, in den unmit- 
elbaren Interessenbereich der Sowjet- 
nacht in Europa hineinzuwirken und so 
ıtwas wie eine „Auflockerung des Sowjet- 
locks“ herbeizuführen, mit allen Mitteln 
ıbzuwehren. Sodann aber ist es der So- 
wjetführung darum zu tun, den Atom- 
;perrvertrag durchzusetzen, das heißt 
ber in erster Linie, die Unterschrift der 
zundesrepublik Deutschland zu erzwin- 
‚en. Diese beiden politischen Vorhaben 
tehen teils miteinander in Konkurrenz, 
eils ergänzen sie sich auch. Das erstere 
vurde am Verhalten Moskaus gegenüber 
ier Bundesrepublik deutlich, das letztere 
rat hauptsächlich in der sowjetischen 
"olitik gegenüber .den USA zutage. » 
Was die sowjetische Deutschlandpolitik 
nbelangt, so wurde diese seit Jahren 
lJadurch ganz wesentlich bestimmt, daß 
tonn tatsächlich den Versuch gemacht hat 
ne allgemeine Verbesserung des Ver: 
‚ältnisses zu gewissen Mitgliedstaaten des 
Narschauer Paktes bzw. überhaupt zı 
:ommunistischen ‘ Ländern. Europas her- 
‚eizuführen. Es handelt sich primär um 
las Verhältnis zu Rumänien aber auch 
ım das zur CSSR und zu Jugoslawien. 
Nas Polen anbelangt, so wurde Warschau 
leutlich gemacht, daß man bereit sei, auf 
/ieles zu verzichten, wenn das Gomulka- 
ltegime nur geneigt wäre, seine starre 
Zaltung‘ gegenüber Bonn zu modifizieren. 
Aoskau aber — und das war auch für 
Varschau entscheidend — betrachtete diese 
intspannungsbemühungen als besonders 
‚.hinterhältigen“ Versuch, die sowjetische 
>osition in Europa zu untergraben, und 
‚jo reagierte es hart und scharf vermit- 
els Ost-Berlins an jenem Punkt, wo es 
‚uchstäblich die stärkste Bataillone ‘hat: 
Iinsichtlich der Verbindungslinien von 
ınd nach West-Berlin, Daß die letzte Ak- 
ion Ulbrichs genau zu jenem Zeitpunkt 
.rfolgte, als der Bundesaußenminister sich 
‚uf die Reise nach Belgrad begeben wollte 
ınd in Wien Station machte, sprach Bände. 
fein anderer als der sowjetische Außen- 
ninister Gromyko hat denn auch in seiner 
'or dem Obersten Sowjet ausgegebenen 
üngsten Erklärung nicht nur Bonn, son- 
lern auch Prag mit folgenden Ausführun- 
‚en gewarnt: „Kurzsichtig und auf Sand 
‚ebaut sind die Berechnungen jener, die 
umindest ein Glied aus der‘ sozialisti- 
chen Gemeinschaft herausbrechen wollen. 
ıas wird die sozialistische: Gemeinschaft 
ıicht zulassen.“ 
Soweit ist alles klar: Als. einigermaßen 
‚&rwunderlich: muß, e$‘. jedoch ’erscheinen, 
1aß Gromyko: nichtsdestöweniger‘ Bundes- 
;anzler Kiesinger und. die Unionsparteien 
ıeftiger. attackierte als, die SPD und ihren 
Jorsitzenden;. ja daß Moskau eine Sonder- 
‚onferenz zwischen‘. ihrem. Botschafter in 
Ist-Berlin, Abrassimow, und Willy Brandt 
»illigte (wenn nicht angeregt hat), obwohl 
loch feststeht, daß der Bundeskanzler 
ner auf die Klientel der Sowjetmacht 
‚bgestellten Ostpolitik skeptischer gegen- 
ıbersteht als der Bundesaußenminister, 
Jer vielmehr diese Politik mit Energie be- 
rieben hat. Es ist bekanntlich auch. Dr. 
Ciesinger gewesen, der zuerst auf das 
;rfordernis der Herstellung besserer Be- 
ijehungen zu Moskau hingewiesen hat. 
Aan konnte also erwarten, daß die So- 
vjetführung dies wenigstens irgendwie 
‚onoriert hätte.‘ Daß das nicht. der Fall 
var, dürfte darauf zurückzuführen sein, 
iaß die SPD eher geneigt erscheint, den 
Atomsperrvertrag zu unterzeichnen, als 
lie Unionsparteien. Es kann kein Zweifel 
laran bestehen, daß das Gespräch Abras- 
iimow—Brandt ganz wesentlich durch die 
irklärung des . Fraktionsvorsitzenden der 
DU/CSU, Barzel, bedingt war, der die 
Trage aufgeworfen hatte, ob nicht ein 
nolitisches Junktim zwischen dem deut- 
chen Beitritt zum Sperrvertrag und dem 
7erhalten -Moskaus zur Berlin-Frage her- 
‚estellt werden sollte. Daß dem Kreml ein 
‚„olches Verhalten Bonns äußerst unan- 
‚enehm ein wiürd- etaht qußer ijeder 
Nder-Neiße niemals Grenze! 
“rage. Kurzum: Das Interesse Moskaus 
‚m Sperrvertrag ist größer als das an der 
Vergeltung“ für die bisherige Ostpolitik 
ı Richtung Prag, Bukarest, Belgrad usw. 
Im Verhältnis Moskau-Washington hat 
Joskau sowieso einen außenpolitischen 
irfolg nach dem anderen erzielen können. 
Zs gelang den Kreml nämlich, eine weit- 
z;ehende „Umorientierung“ der Außenpo- 
itik der USA zu erreichen. Bekanntlich 
ıatte Präsident Johnson sich auf Anraten 
jes amerikanischen Politologen polnischer 
Herkunft, Prof. Zbigniew Brzezinski, zu 
iner Politik des „Brückenschlags nach 
Dsteuropa“ entschlossen, womit in erster 
.inie Polen gemeint war; das politisch 
ınd wirtschaftlich weitgehend unterstützt 
verden sollte. Der Kreml- erwiderte in 
ler Weise, daß die Sowjetunion Hanoi mit 
nodernen Raketen-Waffen versah, wor- 
‚ufhin die US-Streitkräfte in‘ Vietnam in 
eine prekäre Lage gerieten. .Die Folge 
war, daß Prof, Brzezinski seines Postens 
als Berater des State Departments und 
Neißen Haus enthoben wurde und daß 
Nashington ganz offen erklärte, es gehe 
„un ausschließlich um eine Verbesserung 
jes amerikanisch-sowjetischen  Verhält- 
ıisses, was besonders in der: sich mehr 
ınd mehr verstärkenden Koopefation’ in 
Sachen Atomsperrvertrag zum Ausdruck 
:aam:‘ Bei jenem Vertrag, der ‚die Ver- 
‚ündeten der USA trifft, während Mos- 
rau seinen Satelliten ohnehin keine eigen- 
;tändige atomare Rolle .zubilligen wird, 
veil nämlich dann die zentrifugalen Ten- 
ienzen ‚im  Sowjetblock unaufhaltsam 
verden würden. Und so hat denn Gromvyka 
i 0.00 ” ® h { R h wo h 
‚Anerkennung der Realitäten“ und Verzicht aut Rechtsanspruche 
Der Weg zum Frieden ist nur erfolgreich, wenn ein Frieden der Gerechtigkeit angestrebt wird 
Angesichts des Verlaufs der sowjeti- taktischen Gründen innerhalb des Ost- lem -Frieden” näherzukommen ist au: 
«hen Deutschlandpolitik und besonders >»locks geboten sein, zu -überzeugen ver- :inem Wege, der die bestehenden. Kräfte: 
jer jüngsten Ausführungen des sowjeti- mag sie nicht. Jedoch sollte davon ausge: zerhältnisse: ‚und. Interessen ‘nicht reali- 
chen Außenministers Gromyko stellt sich ;angen werden, daß sich das Sowjetimpe- tisch genug berücksichtigt. Wenn man die 
je zentrale Frage, warum der Kreml mit :ium in seinem Herrschaftsbereich beein. nachtpolitischen Gegebenheiten ignoriert 
bweisender Härte auf Bonns Verständi- ‚rächtigt fühlt, daß letztlich also machtpo- ınd gewissermaßen m sie herum Politik 
ungsbereitschaft reagiert. Diese Frage itische Gesichtspunkte für den Kreml] nachen will — so scheint das ostpolitische 
vird um so gewichtiger, je mehr als Fak-: naßgeblich sind, unter denen unsere Ost: ?ıezept zumindest eines ‚Teiles der öffent: 
um berücksichtigt. wird, daß Bundeskanz- »olitik störend erscheint. Allerdings wird ichen Diskussion zu sein —, dann sollte 
er und Bundesaußenminister immer wie- nan zugeben müssen, daß das tief ein- an sich nicht wundern, daß man mehr 
‘er die entscheidende politische Rolle der ‚ewurzelte Mißtrauen des Kremls — nich! ‘pannungen erregt als abbaut. 
JdSSR unterstreichen und betonen, daß ıhne jeden Grund — immer wieder Die ostdeutschen Landesvertretungen 
nsere Politik nie die Interessen Moskaus vachgerufen wird. Dazu tragen Kommen- ‚ind weit weniger illusionär als manche 
ußer acht läßt, geschweige denn sich ge- are und Zukunftsprognosen unserer eige- ‚itbürger, die Lösungen für die bestehen- 
‚en sie richtet, Es scheint sich darum zu ıen Massenmedien und der westlichen jen Probleme anbieten, den internationa- 
jandeln, daß dem Kreml solche Verbalbe- ’ublizistik überhaupt bei. Sie vertreten en Gegebenheiten aber ausweichen, die 
‚undungen, wenn nicht belanglos, so doch ‚ämlich bedauerlich oft die These, unsere ‚ich in den bestehenden Kräfteverhältnis 
on geringerem Gewicht als politische Dstpolitik beabsichtige letzten Endes ge- ‚en widerspiegeln. Solche Ratschläge gip- 
landlungen erscheinen, die obendrein adezu eine sog, „Auflockerung“ des Ost- 'eln nicht. gar so selten in der Utopie, 
‚och willkürlich mißdeutet werden. Das ılocks, mithin eine Minderung sowjetischer |urch bloße Kapitulation — man nennt 
‚eschieht aber gerade bei allen Schritten inflüsse. Dem Kreml — wie wohl allen ‚je verschämt: die Anerkennung von Rea- 
ne wir in den ostmitteleuropäischen Ootalitären Systemen — fällt es offenbar täten — das außenpolitische Ringen um 
Iauptstädten tun. ehr schwer, a den rl in. Überleben in unserer freiheitlichen 
; ati ungen einer freiheitlichen Publizistik un rdnung beenden zu können. Man spricht 
Ca SmJelschen Vorbehalte dagegen ler Haltung einer verantwortungsbewuß- rd Dolitischem Ballast, der abzuwerfen 
Dir al richt von YaBB. wir Dei dep mn politischen Führung zu unterscheiden, ;ei und meint, auf solche Weise Entla- 
n Sn ialistischen“ Lager“ hervorrufen Wenn z. B. häufig genug. im Rahmen tung zu bewirken, ohne allerdings die 
sollten. Oder man gibt vor, Bonner Pläne ‚stpolitischer Erörterungen in Publika- Zukunft zu bedenken. . 
‚ermuten zu dürfen, nach denen die „Ab- ionsorganen unseres Landes einer par- Wenn irgend jemand, so sehen die ost- 
rennung einer Reihe. osteuropäischer iellen..„Anerkennungspolitik“ das Wort ljeutschen Vertriebenen mit harter Deut- 
Änder von der sozialistischen Kampfge- "eredet wird, besonders in der Oder- ichkeit, daß heute die Linie an Elbe und 
neinschaft“ betrieben würde. (So der Teiße-Frage,- so ist es kein Wunder, daß Nerra, die Mauer in Berlin, die Oder: 
owjetische Kommentator Jury Schukow ler Kreml darauf bisher stets mit einer (Veiße-Linie unüberwindlich sind daß das 
n der „Prawda“ vom 10. 4. 68) — und jetzt rhöhung seiner Forderungen antwortete, 3elbstbestimmungsrecht aller Deutscher 
ieder Gromyko. ndem er — wie soeben erst Gromyko lerzeit nicht durchzusetzen ist, wel 
; ünd für di setische deutlicher denn je — die „Anerkennung remde Gewalt Linien un’ 
Diese Begründung für 016 SOWICHSCH der ‚DDR’ und des „selbständigen Status Mauern, aber auch die Recht: 
Aversion gegen UNSEr? *IS ma” 7"S von West-Berlin“ fordert. Dies ist offen- ‚osigkeit deutscher Bürgel 
;ichtlich auf zwei. Gründe zurückzufüh- :ırzwin gt. Die Vertriebenen tragen die- 
‘en: ‚en Zustand als bittere Not unseres Lan- 
Zunächst ist es klar, daß dann, wenn die des und seiner Menschen in dem Bewußt 
üntspannungspolitik mit „Anerkennung jein, Teil einer Nation als „politischer 
Jer Realitäten“, d, h. auch einem Verzicht Willensgemeinschaft“ zu sein und in einem 
ıuf Rechtsansprüche definiert wird, natur- jtaate zu leben, der die Rechte aller ihm 
zemäß von der Gegenseite die politischen ‚nvertrauten Menschen: auch gegenüber 
Forderungen immer ‚höher geschraubt ‚uswärtigen Mächten zu wahren sucht. 
werden. Denn wer westliche Eigeninter- wenn die deutschen Heimatvertriebenen 
»ssen zu opfern bereit ist, ohne dafür eine ‚„f eine Deutschland-Politik dringen, 
;‚eale Gegenleistung anzustreben, von dem „elche — nach einem Worte von Imma- 
wird angenommen, daß er bei nötigem „el Kant keinen Schritt tun sollte, ohne 
Druck weitere Opfer anbietet. A vorher der Moral und dem Recht gehul- 
Der Kreml] spekuliert auf eine resignie- digt zu haben —, dann bestehen sie auf 
‚ende Öffentliche - Meinung, um seinen .;nem wesentlichen Element einer wahr- 
nachtpolitischen Versuch zu einem erfolg- paft konstruktiven deutschen Ostpolitik. 
reichen. Abschluß zu bringen, nämlich den 5enn solche Beharrlichkeit ‘ dient dazu, 
Status quo in Deutschland zu zementie- 1;ese Politik dort‘ glaubhaft zu machen, 
PEN, a . wo man allzuleicht bereit ist, hinter 
Zum anderen wird in Moskau — wieder- +1och so aufrichtigen Verständigungsbe- 
am nicht ohne jeden Grund — vermutet, nühungen irgendwelche „geheimen Ab- 
alle “die Bekundungen der Absicht, die sichten“ zu vermuten, weil man einfach 
Oder-Neiße-Linie anzuerkennen, hätten ıjcht verstehen kann, daß irgendein freies 
allein den Zweck, Warschau zu einer Än- Land ein solches unerhörtes Geschehen 
derung seiner Haltung gegenüber Moskau wie z. B. die Massenaustreibungen, be- 
ınd Ostberlin zu veranlassen. Man denke i1ingungslos akzeptieren’ oder gar nach: 
ıur an die sogenannte „Ostdenkschrift“ räglich gutheißen könnte. Eine durch das 
ler EKD und das „Bensberger Memoran- {echt legitimierte und begrenzte deut- 
Jum“, die mit ihren propolnischen Ziel- ;che, Ostpolitik kann ‘ nicht als irgend- 
zetzungen zur Vergrößerung des sowje- ine -„Großmachtpolitik“- mißGdeutet wer- 
dischen Mißtrauens und damit zur Ver- len. ©. 2. . ; 
närtung der Haltung Moskaus in_ der Nicht‘nur< grundsätzlich, sondern auch 
Deutschlandfrage beigetragen haben, n..der“ realpolitischen - Praxis kann der 
Im Blick auf die zentrale Stellung der Weg zum Frieden nur ganz "erfolgreich 
Sowjetmacht ist Ostmitteleuropa und im heschritten werden, wenn ein Frieden der 
Deutschland jenseits der Elbe-Werra-Linie Gerechtigkeit angestrebt wird. 
wird es also zur offenen Frage, ob denn Joachim Freiherr v on- Braun 
CA ‘ [N 
Bundestagspräsident Gerstenmaier überreicht dem Bundesvorsitzer der Landsmann- 
schaft der Oberschlesier,. Dr. Herbert Czaja, MdB, rechts, das Bundesverdienst- 
kreuz 1. Klasse Foto: Georg Munker
	        

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