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Unser Oberschlesien (1967)

Bibliografische Daten

fullscreen: Unser Oberschlesien (1967)

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Landsmannschaft der Oberschlesier
Titel:
Unser Oberschlesien
Untertitel:
Organ der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V., Bundesverband Bonn, Rh.
Publikationsort:
Frankfurt, M.
Veröffentlichungsjahr:
1951
Verlag:
Unser Oberschlesien

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=010038280
Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Sammlung:
Landsmannschaft der Oberschlesier
Titel:
Unser Oberschlesien
Untertitel:
Organ der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V., Bundesverband Bonn, Rh.
Band, Heft, Nummer:
1967
Publikationsort:
Görlitz
Veröffentlichungsjahr:
1951
Verlag:
Senfkorn-Verl.

Physikalischer Standort:
Bibliothek der Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen
Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=010038280_1967

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
August 1967
Band, Heft, Nummer:
16

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Unser Oberschlesien
  • Unser Oberschlesien (1967)
  • Januar 1967 (1)
  • Januar 1967 (2)
  • Februar 1967 (3)
  • Februar 1967 (4)
  • März 1967 (5)
  • März 1967 (6)
  • April 1967 (7)
  • April 1967 (8)
  • Mai 1967 (9)
  • Mai 1967 (10)
  • Juni 1967 (11)
  • Juni 1967 (12)
  • Juli 1967 (13)
  • Juli 1967 (14)
  • August 1967 (15)
  • August 1967 (16)
  • September 1967 (17)
  • September 1967 (18)
  • Oktober 1967 (19)
  • Oktober 1967 (20)
  • November 1967 (21)
  • November 1967 (22)
  • Dezember 1967 (23)
  • Dezember 1967 (24)

Volltext

Yerlagsort Wiesbaden 
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Bleibt Peking der Hauptfeind® 
Organ der Landsmannschaft der Oberschlesier e. V. - Bundesverband 
— 
Zonn/Rhein =. 17. Jahrgang :- Nummer: 16 vom 17. August 1967 
1 
Ka 
Amerika im Zwielicht — Beunruhigung in der Öffentlichkeit der USA wächst — Wird 
Washington seine Außenpolitik den Erfordernissen der Gegenwart und Zukunft anpassen? 
‘-yten in Kattowitz-Koschutka 
= = N . = “ 
Dolitik der :l ııtimentfs 
Die Aktivität de Gaulles auf internationalem Feld 
Die. Kommentare der hervorragendsten 
>ublizisten zur Welle der Neger-Un- 
‚;uhen in den Vereinigten Staaten selbst, 
‚ur Konferenz der „Organisation für la- 
einamerikanische Solidarität“ in Havan- 
ıa, zur Kriegslage in Vietnam und zu 
sonstigen aufregenden Erscheinungen in 
jer Welt lassen die Beunruhigung erken- 
Jen, die in weiten Kreisen der Öffentlich- 
keit der USA wegen der äußerst bedenk- 
.‚ichen Entwicklungen auf nationalem und 
nternationalem Felde entstanden ist. Man 
ıaf das Gefühl, daß das ganze Land ins 
Zwielicht geraten ist — wie eine 
jegend, über der dunkle Rauch- 
volken der Feuerbrünste liegen und 
lie Sonne verhüllen. In der Tat 
at es den Anschein, daß man sich 
gezwungen sieht, von lieb gewordenen 
Vorstellungen Abschied zu nehmen, die 
bisher den Gang der amerikanischen Poli- 
ik bestimmt haben. 
Es handelt, sich darum, daß die „Grund- 
konzeption“ der amerikanischen Außen- 
Dolitik fragwürdig geworden ist, jene 
<onzeption, die hauptsächlich auf der 
Annahme beruhte, daß in erster Linie 
ne Politik der Annäherung an die So- 
wjetunion zweckmäßig und erfolgverspre- 
chend sei. Nicht Moskau, sondern viel- 
nehr Peking galt als der „Hauptfeind“, 
‚a man war der Überzeugung, daß eben 
wegen der Zunahme der chinesischen 
Macht um so eher eine gewisse „Koope- 
;ation“ der beiden Supermächte erzielt 
werden könne. Angesichts der Ausdeh- 
lung des sowjetischen Einflusses im Mit- 
‚elmeerraum — im Gefolge des israelisch- 
ırabischen Konflikts — und wegen der 
zußerordentlichen. Verstärkung: der ; Lie- 
lerung von: Waffen sowjetischer Produk- 
jon an Hanoi stellt man sich nun die 
‚rage, ob man nicht einer Chimäre nach- 
Agte, als das große Programm eines 
Brückenbaus“ zur Sowjetunion hin. ver- 
undet und verfolgt worden ist. 
Naturgemäß hat die Entwicklung des 
Sriegsgeschehens in Vietnam besonders 
‚azu beigetragen, daß man eine Über- 
rüfung der gesamten Außenpolitik der 
‚SA immer mehr für erforderlich hält. 
"je Sowjets haben den kommunistischen 
‚treitkräften in Nord- und Süd-Vietnam 
ıicht nur Flugabwehrraketen, sondern 
uch Boden-Boden-Raketen geliefert, die 
jereits höchst wirksam gegen die große 
jasis Da Nang und gegen eine. Basis für 
1ußkanonenboote nicht weit von Saigon 
ingesetzt worden sind. Die Kombination 
‚on subkonventioneller -Partisanen- 
tampfführung mit der Verwendung mo- 
‚ernster Trägerwaffen auf kommunisti- 
cher Seite hat tatsächlich eine militäri- 
che Krisensituation angekündigt, der man 
nit der Entsendung weiterer US-Truppen 
u begegnen sucht, wobei jedoch die Ver- 
.icherung, nun werde der Sieg sicherge- 
tellt werden können, nur wenig Glauben 
ındet. Vielmehr erscheint die These als 
.nhaltbar, daß durch die amerikanische 
n1tervention in Vietnam weitere: „Busch- 
merkriege“ verhindert werden würden. 
Die Kommunisten-Konferenz auf Kuba 
‚at nämlich genau das Gegenteil verkün- 
‚et. Auch sie nahm auf den Vietnam- 
Crieg Bezug, jedoch in dem Sinne, daß 
ie ihn als „beispielhaft“ für umfassende 
’artisanen-Aktionen in ganz Lateinameri- 
:a hinstellte, wo :es bekanntlich gleich- 
alls umfassende Urwald- und Dschungel- 
;‚ebiete gibt. Schwerpunkt der von Kuba 
‚usgehenden «revolutionären Aktivität +ist 
3olivien;..doch: auch in anderen südameri- 
sahischen‘ Ländern’ haben‘ sich "schon - Un- 
xuheherde gebildet — und nun schürt die 
subversive Agitation der „fidelistischen“ 
X<ommunisten die sogenannte „Neger-Re- 
‚olution“ ‚in den Vereinigten Staaten 
elbst. nn 
Einer der bedeutendsten Kolumnisten 
‚er amerikanischen. Presse, James Reston, 
ledaktionsmitglied der „New York 
‘imes“, war der erste, der es wagte, an- 
udeuten, daß es sich bei alledem um so 
iwas wie eine „konzertierte Aktion“ han- 
ele, hinter der letztlich Moskau stehe. 
T wies darauf hin, daß die in Havanna 
'‚ersammelten Kommunistenführer be- 
:aanntgegeben haben, es müßten überall 
‚ewaffnete Aufstände angezettelt werden, 
ım die Macht der Vereinigten Staaten zu 
‚ersplittern, 
Freilich ist es noch lange nicht soweit, 
jaß man etwa in Washington dem Rech- 
ıung tragen würde, was die Spatzen von 
len Dächern pfeifen: Daß‘ weniger Peking 
ıls vielmehr Moskau -die treiben- 
le Kraft hinter einer weltweiten 
ı\ktion ist, die sich gegen die Positienen 
ıer Vereinigten Staaten und ihrer Ver- 
yündeten richtet. Die offizielle Ansicht 
zeht immer noch dahin, daß Moskau sich 
aur die allgemeine Lage: zunutze mache, 
um die „nationalen Interessen der So- 
vjetunion“ etwa im Mittelmeer zu ver- 
olgen. Aber schon spricht niemand mehr 
‚on der einst überwuchernden Hoffnung, 
Moskau könne zur Mithilfe bei der Her- 
jeiführung eines Waffenstillstandes in 
Tietnam gewonnen werden, wenn man 
‚ur genügend Gegenleistungen — zum 
beispiel hinsichtlich des Atomsperrver- 
rages — biete. Man ‚verfolgt die „alte“ 
’olitik offensichtlich nur deshalb weiter, 
eil man sich außerstande sieht, die 
\ußenpolitik den Erfordernissen der Ge- 
zjenwart und der Zukunft anzupassen. 
Aber die Stimmen mehren sich, die for- 
iern, daß endlich die Konsequenzen aus 
lijer immer bedrohlicher werdenden Lage 
}jezogen werden, indem das haumtsäch- 
iche Augenmerk nicht: auf Moskau, son- 
lern vielmehr auf die-Stärkung der Ver- 
Üündeten gerichtet werden‘ müsse, auch 
n Europa. Immer lauter erhebt sich der 
zuf nach einer „neuen Politik“ und da- 
nit auch nach „anderen Männern“, Selbst 
n der Demokratischen Partei. ' 
Robert G. Edwards 
Wer. den Versuch macht, die Außen- 
jolitik des französischen Staatspräsiden- 
en zu erklären, muß unweigerlich zu 
lem Schluß kommen, daß es sich zwei- 
elsohne um eine „Politik der Ressenti- 
nents“ handelt, um eine Politik, die 
lurch „nach: rückwärts gerichtete Emp- 
indungen“ wesentlich bestimmt wird. 
ur diese Definition bringt alles auf 
‚inen Nenner, was de. Gaulle in letzter 
;‚eit an Aktivität auf internationalem 
'elde entfaltet hat. Gleich, ob es sich 
ım seine Stellungnahme zum Vietnam- 
tonflikt, zur Nahost-Krise, zur Oder- 
leiße-Frage oder zum Problem der fran- 
ösisch-sprechenden Kanadier handelt 
mmer läßt sich nur ein einziger Beweg- 
‚rund dafür finden, daß die französische 
sußenpolitik über das hinausschoß, was 
jach. den Begriffen. des . berechtigten 
jigeninteresses Frankreichs ‚, als tunlich 
ınd geboten, somit auch als plausibel er- 
chien: Daß außerordentlich starke Emo- 
ionen die Maßnahmen und überhaupt 
lie politische Haltung des Mannes weit- 
jehend festlegen, der die. Geschicke 
"rankreichs: lenkt. ‘ 8 Ve 
So erscheint es beispielsweise als durch- 
‚us begreiflich, daß die französische 
\ußenpolitik unter dem General darau’ 
‚edacht ist, ihre Selbständigkeit gegen: 
iber den Vereinigten Staaten zu unter: 
treichen. Man solite niemals vergessen. 
laß Washington zu seinem Teile zu den 
;cheitern des firanzösisch-britischen Suez- 
Jnternehmens im Jahre 1956 beigetrager. 
ıat, indem die USA es unterließen, den 
‚eiden europäischen Westmächten Rücken- 
leckung gegen die damalige sowjetische 
\tom- und Raketendrohung zu gewähren 
Jnd. auch das ist eine historische Tat- 
ache, daß die Politik .der Vereinigte: 
taaten mit dazu geführt hat, daß da 
französische Algerien“ geräumt werde: 
nußte — bekanntlich war es eine de 
‚rsten Maßnahmen der Kennedy-Admi 
ıistration, daß Washington amtliche Kon- 
akte zur provisorischen algerischen Re- 
‚jerung aufnahm. Vorher noch’ -hatten 
lie USA Frankreich jedwede militärisch”. 
lilfe im Kampfe gegen die Vietminh ver 
veigert, woraufhin sich die Franzose: 
ıach der Niederlage von Dien Bien Ph: 
eranlaßt sahen, Vietnam aufzugeben, 
Es ist also an sich kein Wunder, da’. 
rankreichs Staatspräsident sich gerad 
ainsichtlich des Vietnam-Konflikts "eni 
schlossen hat, eine Politik zu betreiber: 
lie alles andere denn eine Unterstützun 
ler Amerikaner und ihrer Verbündete: 
n Ostasien darstellt. Jedoch muß scho‘ 
Mer zum Ausdruck gebracht werden, da’ 
amit- den. Amerikanern. nicht. etwa: nv’ 
(Gleiches mit Gleichem: vergolfen“ win 
’aris verhält sich.in dieser‘ Frage: keiner: 
vegs’' nur „neutral“, - hält‘ sich‘. nicht "nv" 
ıus-den Wirren in: Südostasien herau:, 
vie das die Bundesrepublik Deutschlan- 
‚ut, sondern :es. geht viele ‘Schritte we: 
er, indem es gegen: die USA 'Stellun‘ 
immt und letztlich in allen amtliche: 
irklärungen weitgehend das übernimm' 
vas die Östliche Propaganda gegen di 
Vereinigten Staaten vorbringt. Um die 
jes „Zuviel“ aber handelt es sich eber 
ınd es läßt das, wie gesagt, darauf schlie 
jen, daß nicht nur politische Zweckmäßig 
teitserwägungen, sondern auch Ressen 
iments im Spiele sind. 
Eine ähnliche Situation ist hinsichtlic‘ 
ler Atlantischen Allianz gegeben, in de 
Jekanntlich die Vereinigten Staaten di 
iominierende Macht sind. Wenn Frank- 
reich unter de Gaulle aus der integrier- 
ten Struktur der NATO ausgeschieden is’ 
Polnische Tatsachenverdrehungen 
Jan Czerwinski möchte gern die Vertriebenen. anklagen . + 
‚Die -mangeinden Beziehungen‘ zwischen. ‘Der Autör ‚glaubt, ‘in’ der” Politik -der 
ıer Bundesrepublik ‚Deutschland und Po- _„andsmannschaften vier Etappen ‚erken+ 
en seien auf die Politik der’Landsmann- ıen zu können, die aus unterschiedlichen 
.chaften und .Vertriebenenorganisationen ichtungen her zum selben Ziel geführt 
urückzuführen, nicht aber auf die pol- ‚ätten, nämlich zur Zementierung der 
sche Forderung: nach Anerkennung der ;‘pannung in Mitteleuropa: Der „extreme 
)der-Neiße-Linie als deutsche Ostgrenze. ıntikommunismus der Heimatvertriebe- 
diese Auffassung vertritt Jan Czer- en“, die Verkündung der Hallstein-Dok- 
vinski in der Warschauer Zeitschrift rin, die Einwände gegen einen soge- 
Prawo i Zycie“. Czerwinski versucht .annten Nichtangriffspakt und schließlich 
nit Hilfe einer „Dokumentation“ zu be- lie erneute Ablehnung einer „Normali- 
veisen, daß. es keineswegs an der pol- ierung mit Polen auf der Basis der be- 
schen Regierung liege, wenn noch im- tehenden Grenze“ durch die Landsmann- 
ner keine Normalisierung im Verhältnis chaften erst im vergangenen Jahre 
ler beiden Völker zueinander eingetreten „ieder. 
st. Allein die Forderung der Vertriebe- Jn dieses von Czerwinski gezeichnete 
jen nach Revision des gegenwärtigen Zu- ;]d passen keine Erklärungen und Do- 
tandes stehe einem gutnachbarlichen Ver- ‚umente, die den Friedenswillen der Hei- 
ıältnis entgegen. Dem politischen Pro- natvertriebenen und ihr Streben nach 
‚ram der Vertriebenen seien „Begriffe \usgleich beweisen, wie etwa die Charta 
vie Normalisierung oder auch: Entspan- ‚on 1950 oder die Erklärung der ost- 
ung fremd“, meint Czerwinski, leutschen Landesvertretungen. Deshalb 
'rwähnt sie Czerwinski nur am Rande 
ıder Überhaupt nicht. So bleibt auch 
liese „Dokumentation“ ein erneuter Be- 
weis dafür, was das amtliche Polen noch 
ıeute unter „Normalisierung“ versteht. 
Vicht das klärende Gespräch auf der Ba- 
is des Völkerrechts, sondern die bedin- 
jungslose Annahme seiner ultimativen 
'orderungen. Es hätte nicht der Dar- 
tellung von Czerwinski in der War- 
ichauer Zeitschrift bedurft, um diese Tat- 
;ache zu wissen. 
Zum Tode von xaul Löbe 
Beileid der Landsmannschaft 
der Oberschlesier 
Zum Tode des verdienstvollen lang- 
ährigen Präsidenten des Deutschen 
Reichstages und Nestors der deutschen 
Parlamentarier, unseres untadeligen Lieg- 
ıitzer Heimatfreundes Paul Löbe, der 
m 92. Lebensjahr in einem Bonner Kran- 
tenhaus verstorben ist, hat der Sprecher 
ınserer Landsmannschaft der Oberschle- 
;ijer, Dr. Otto Ulitz, an den Vorstand 
ler Sozialdemokratischen Partei Deutsch- 
and in Bonn folgendes Beileidsschreiben 
zerichtet: f 
„Die Landsmannschaft der Oberschle- 
er trauert mit Ihrer Partei um Paul 
Löbe. 
Die Generation, die den Menschen und 
Politiker Paul Löbe erlebt und gekannt 
1at, wird sein Andenken am höchsten in 
Jem Wunsche ehren, das Vaterland möge 
‚mmer Persönlichkeiten seiner Art haben.“ 
* 
Als die Weimarer Republik aus der‘ 
Faufe gehoben wurde, gehörte Paul Löbe 
‚u denjenigen, die für ein Zusammen- 
virken aller politischen Gruppierungen 
n der parlamentarischen Demokratie ein- 
raten. 
Schwer litt er nach dem Kriege unter 
ler völkerrechtswidrigen Annexion seiner 
schlesischen Heimat und unter der Ver- 
‚reibung der Ostdeutschen aus dem Lande 
hrer Vorfahren. Er wandte sich gegen 
len erzwungenen Zusammenschluß der 
SPD mit der KPD in der Sowjetzone und 
zehörte auch eine Zeitlang dem außen- 
oolitischen Ausschuß der SPD an, immer 
larauf bedacht, den Rechtsanspruch auf 
Niederherstellung der staatlichen Einheit 
zanz Deutschlands zu wahren. Paul Löbe 
war es auch, der in der historischen 
38. Sitzung des Bundestages am 13. Juni 
‚950 namens aller Fraktionen und Grup- 
jen — mit Ausnahme der Kommunisten 
— jene interfraktionelle Erklärung 
zur Oder-Neiße-Frage verlas, 
welche bis zum heutigen Tage die Grund- 
age für die Politik aller Bundesregie- 
‚ungen geboten hat. . 
Unter. Bezugnahme auf die Vereinba- 
‘ung vom 6. Juni 1950 zwischen Warschau 
ınd Ost-Berlin, in der die Oder-Neiße- 
Linie als „Friedensgrenze“ deklariert 
worden war, wurde von Paul Löbe er- 
zlärt, daß „das deutsche Gebiet östlich 
von Oder und Neiße“ nach dem Pots- 
jamer Abkommen „als Teil der sowjeti- 
schen Besatzungszone Deutschlands der 
Republik Polen nur zur „einstweiligen 
Verwaltung übergeben worden ist“. Das 
zebiet bleibe „ein Teil Deutschlands“, 
ınd niemand habe das Recht, „aus eige- 
1er Machtvollkommenheit Land und Leute 
jreiszugeben. oder eine Politik des 
Zerzichts zu treiben“. Die Regelung 
lieser wie aller Grenzfragen Deutschlands 
xönne nur durch einen Friedensvertrag 
;rfolgen. Wenn die Handlung Ost-Berlins 
‚omit vom Bundestag zurückgewiesen 
werde, so erfolge dies „auch im Namen 
ler Deutschen in der sowjetischen Be- 
ALZUNESZONE! 
V 
Botschafter a. D. Dr. Hans Kroll +} 
Ein treuer Sohn Oberschlesiens und hervorragender Diplomat 
;ten Stationen des sprachenbegabten Be- 
ufsdiplomaten. nn 5 
In der nächsten Ausgabe werden wir 
las Lebensbild dieses wahrhaft großen 
sohnes unserer Heimat Oberschlesien. ge- 
Jührend nachzeichnen. 
Nummer 17 erscheint 
wegen der Urlaubszeit 
am 14. September 1967 
Kurz nach Redaktionsschluß für diese 
\usgabe erreichte uns die traurige Nach- 
icht, daß unser Landsmann, Botschafter 
«AD. Hans Kroll, im Alter von 69 Jah- 
en im Kreiskrankenhaus von Starnberg 
gestorben ist. Der hervorragende Diplo- 
nat hatte kürzlich beim Baden im Am- 
nersee einen Herzkollaps erlitten. Sein 
‚ustand hatte sich in letzter Zeit immer 
nehr verschlechtert, 
Dr. Hans Kroll. war ein echter 
)berschlesier, der sich stets stolz 
‚u seiner Herkunft bekannte. Am 18. Mai 
898 in Deutsch-Piekar bei Beu- 
hen O/S geboren, zog der Beamtensohn 
D14 als 16jähriger Kriegsfreiwilliger mit 
en berühmten Breslauer 11. Königs- 
renadieren an die Westfront. Seine 
Mensichtlich angeborene Zähigkeit ließ 
ın die zwanzig Körpertreffer am 22.März 
316 vor Verdun, die Folgen einer Bri- 
anzgranate, ebenso überwinden, wie die 
Vachwirkungen eines schweren WUnfalls 
m Jahre 1965. Darüber hinaus entwik- 
telte Dr. Kroll, dessen vier Brüder in 
yjeiden Weltkriegen gefallen sind, eine 
jemerkenswerte Zivilcourage, im „Ernst- 
all“ große Portionen Schneid und eine 
‚usgesprochene * Vorliebe für „Heißes 
Äaster“, ; 
Für uns Oberschlesier ist interessant, 
‚aß am Beginn des langen politisch-diplo- 
ıatischen erfolgreichen Lebens von Dr. 
roll sein Einsatz im Abstim- 
nungskampf Oberschlesiens 
n den Jahren 1919 und 1920 als Ange- 
ıöriger des deutschen Plebiszitkommis- 
ariats und des Oberschlesischen  Selbst- 
chutzes stand, 
Als es: dem‘ temperamentvollen und vi- 
alen Oberschlesier anfangs der  zwanzi- 
jer Jahre in,Madrid zu:langweilig-wurde, 
ijeß sich der junge Diplomat nach Mos- 
au versetzen. Chikago, Sän Franzisko, 
as Auswärtige Amt, Ankara und Bar- 
elona vor 1945 und danach Belgrad, To- 
jo und Moskau bildeten. die wesentlich- 
‚ Sich zunehmend vom Bündnis distan- 
ziert, so haben sicherlich die USA eine? 
ıaicht unerheblichen Teil der Verantwor- 
‚ung dafür zu. tragen, daß. diese bedauer- 
.iche Entwicklung eingetreten , ist: Si 
ıaben alles getan, was nur möglich; war. 
ım den Aufbau‘.der französischen Atom: 
nacht zu inhibieren. Zuletzt noch wurd. 
lie Lieferung modernster Computer ame- 
"ikanischer Produktion an-Frankreich ver: 
ıindert, die erforderlich waren, um die 
Jusammensetzung :atomarer Sprengsätz«: 
‚ascher zu ermitteln, als dies mit dern 
;onstigen „Rechenmaschinen“ möglich ist. 
Das Streben Washingtons nach einer „ger 
neinsamen Politik“ mit Moskau, tat ein 
ibriges .dazu, um de Gaulle zu eine: 
“Ockerung der Bindungen. Frankreichs ar 
lie. NATO und zu einer Annäherung ar 
Aoskau zu bewegen. Aber auch hier is‘ 
‚u . beobachten, daß mehr getan worder 
‚st, als unbedingt nötig, um die — an sich 
nicht unberechtigte — Verstimmung über 
las amerikanische Verhalten zu bekun- 
len. Die politische Unterstützung. der 
-.ranzösisch-sprachigen „Separatisten“ in 
ler Provinz Quebec während der Reise 
je Gaulles nach Kanada, ist auch von 
ler französischen Presse als unnötige 
anti-angelsächsische Aktion“ -verurteikt 
vorden. ' 
Was nun-aber Europa und speziell das 
ranzösisch-deutsche Verhältnis anbelangt. 
‚oO konnte es sicherlich als begreiflich 
arscheinen, daß Frankreichs “Staatspräsi- 
lent Zurückhaltung gegenüber Bonn be- 
zundete, nachdem unter- der Regieräng 
irhard die Ansätze zur Kooperation, 
velche der Elysee-Pakt. bieten _ sollte, 
ıicht wahrgenommen worden «sind. Aber 
uch hier ist die Frage zu ‘stellen, ob 
3s denn wirklich nötig gewesen ist, daß 
lem Bundeskanzler der Großen Koalii 
ion, die eine Verbesserung der deutsch- 
ranzösischen Beziehungen zu einem we- 
‚entlichen Punkte ihres Programmes ge+ 
acht hatte, das Ansinnen gestellt wa» 
Rehs gegen „Zumutung” : 
Die deutschen Ostgebiete keine Kolonien 
dod. Bonner Korrespondenten-Berich- 
ten zufolge. hat Staatspräsident de Gaulle 
das an Bundeskanzler Kiesinger gerich- 
ete Ansinnen, „um des guten Eindrucks 
villen“ die Oder-Neiße-Linie als Grenze 
ınzuerkennen, unter anderem mit. dem 
Ainweis begründet, auch Frankreich habe 
ım des lieben Friedens willen auf Al- 
Jjier verzichtet und damit. Verständnis 
jeim französischen Volke gefunden. Den 
3erichten zufolge, habe der Kanzler dem- 
‚jegenüber festgestellt, daß ein solcher 
Akt auch die‘ Forderung nach Anerken- 
ıung der „DDR“ nach sich ziehen würde, 
ınd daß die Mehrheit der deutschen Be- 
/ölkerung die Anerkennung der . Oder- 
Veiße-Linie ablehne. 
Dazu erklärte BdAV-Präsident Rehs 
lem Deutschlandfunk und ergänzend dem 
)0D gegenüber, die klare Antwort von 
3undeskanzler Kiesinger auf diese „Zu- 
nutung“ sei zu begrüßen. Mit Sicherheit 
verde Polen die Anerkennung der. Oder- 
Jeiße-Linie als Grenze mit der Forde- 
ung nach Anerkennung der SBZ als 
‚weiten deutschen Staat „honorieren“. Der 
Vergleich zwischen Algier und den 
leutschen Ostgebieten sei. „völlig ab- 
vegig“. Ostpreußen, Pommern und 
jchlesien .seien .nicht Kolonial- 
änder, sondern deutsches 
„and. Nicht nur aus opportunistischen, 
‚sondern. auch. aus. grundsätzlichen pa- 
riotischen Beweggründen müsse die 
Jundesregierung und mit ihr das ganze 
eutsche Volk angestrengt bemüht sein 
so viel wie möglich von Ost eufschlanc 
ür Deutschland zu zent 
aA 
«a2, Mr 
Au NER-HEIMA 
15€, 
Am 10. September begehen die Heimat- 
‚ertriebenen. aus den deutschen Gebieten 
enseits der Oder und Neiße zusammen 
nit den Flüchtlingen aus dem Machtbe- 
‚eich der SED gemeinsam den diesjähri- 
‚jen Tag der. Heimat, Er steht unter den 
eitworten: Verständigung und Frieden — 
‚ein neues Versailles, In Berlin wird der 
ag der Heimat bereits am 3.. September 
WEINEEN
	        

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