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Werdenberger Jahrbuch 2003-016

Bibliografische Daten

fullscreen: Werdenberger Jahrbuch 2003-016

Strukturtyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Werdenberger Jahrbuch
Untertitel:
Beiträge zur Geschichte und Kultur der Gemeinden Wartau, Sevelen, Buchs, Grabs, Gams und Sennwald : Historisch-Heimatkundliche Vereinigung des Bezirks Werdenberg
Publikationsort:
Buchs
Verlag:
Buchs Dr. u. Ver
Größe der Vorlage:
Online-Ressource

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407473181
Strukturtyp:
Ausgabe
Sammlung:
Bodensee Bibliotheken
Titel:
Werdenberger Jahrbuch 2003-016
Veröffentlichungsjahr:
2003-016-01

Persistente Url:
https://www.digishelf.de/piresolver?id=bsz407473181_2003_016

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Werdenberger Jahrbuch
  • Werdenberger Jahrbuch 2003-016

Volltext

Von den einstigen, das Landschaftsbild prägenden Rheinauenwäldern 
sind lediglich mehr oder weniger schmale Galeriewälder übrig geblieben. 
(Aufnahme 1989, Höhe Haagerau-Gamprin.) 
«Was nützen uns die Wälder? 
Die Wälder geben uns Holz; das weiß Je 
dermann, und daß ohne Holz der Bauer 
und der Hirt weder seine Landwirtschaft 
noch seine Viehzucht betreiben könnte; 
daß der Mensch am Fuße hoher Gebirge 
oder in kalten Ländern ohne Holz nicht 
die Kälte der langen und harten Winter 
zer Forstpioniere, den St.Galler Johann 
Joseph KeeP (1801-1886) und den Bünd 
ner Johann Coaz" (1822-1918), zweifellos 
von erheblichem Einfluss war. 
Schon 1822 hatte Kasthofer in einer 
Schrift den Raubbau am Bergwald an 
geprangert und Aufforstungen sowie 
eine Aufklärungskampagne gefordert. 
Sein Wirken galt denn auch in hohem 
Mass der Ausbildung des Forstpersonals 
und der Aufklärung von Waldbesitzern 
und Bevölkerung. Ein Beispiel hierfür 
ist das 1828/29 in zwei Teilen erschienene 
Buch «Der Lehrer im Walde», in dem 
er die Eigenverantwortung der Bevöl 
kerung vor Ort, besonders der Bauern, 
anmahnt. Das Buch zeigt aber auch auf, 
mit wie viel Einfühlungsvermögen Kast 
hofer die Leserschaft für seine Anliegen 
zu gewinnen suchte. In der Einleitung 
schrieb er: 
(1759-1813), - in der Aufklärungsbewe 
gung des späten 18. Jahrhunderts. Sie 
führte die Naturwissenschaften - Mathe 
matik, Physik, Chemie, Biologie, Geolo 
gie usw. - zu wegweisender Bedeutung 
und löste einen Schub an wissenschaftli 
chen Erkenntnissen aus, die im Geist des 
politischen Um- und Aufbruchs um 1798 
ebenfalls in der Schweiz nach praktischer 
Anwendung riefen. Als ein «Kind» der 
Aufklärung zu sehen ist der Begründer 
des schweizerischen Forstwesens, der 
Berner Albrecht Karl Ludwig Kasthofer 8 
(1777-1853), der auch für die Ostschwei- 
7 Peter 1960, S. 431. 
8 Der gebürtige Berner Karl Albrecht Kastho 
fer hatte an den Universitäten Göttingen und 
Heidelberg Forstwissenschaft und Ökonomie 
studiert, war von 1806-1832 Oberförster im Ber 
ner Oberland, von 1832-1844 Berner Kantons 
forstmeister und von 1837-1843 Berner Regie 
rungsrat. 
9 Der in Rorschach geborene Johann Josef 
Keel trat 1830 in den Forstdienst des jungen 
Kantons St.Gallen ein und versah von 1851 bis 
1873 das Amt des Kantonsforstinspektors. 
Er verfasste zahlreiche forstwissenschaftliche 
Schriften, darunter mehrere Lehrbücher für 
Bannwarte. Im Rahmen einer Arbeit zur Ge 
schichte der st.gallischen Forst- bzw. Waldge 
setzgebung werden wir in einem folgenden Jahr 
gang des Werdenberger Jahrbuchs auf sein Wir 
ken näher eingehen. 
10 Johann Coaz, als Sohn eines Bündner Obers 
ten in holländischen Diensten in Antwerpen ge 
boren, studierte in Dresden Forstwissenschaft, 
ln Graubünden arbeitete er zunächst als Ge- 
birgstopograph (Erstbesteigung des Piz Bernina 
im Jahr 1850) und amtete danach von 1851 bis 
1873 als Oberforstinspektor des Kantons Grau 
bünden. 1875 wählte ihn der Bundesrat zum Eid 
genössischen Forstinspektor - ein geschickter 
Schachzug, nachdem Coaz 1868 eidgenössische 
Vorschriften im Forstwesen noch abgelehnt 
hatte. Von diesem Amt trat er 1914 im Alter von 
92 Jahren (!) zurück; die letzte seiner vielen wis 
senschaftlichen Publikationen verfasste er 1918, 
kurz vor seinem Tod. 13 
Die Wälder über Gams und Sax unterhalb der Kreuzberge. Links das 
Gebiet Schäferwald-Zenisloch, getrennt vom Gulentobel, durch das der 
Igadeelbach bzw. Rofisbach abfliesst. Oben von der Bildmitte nach rechts 
die Gebiete Hübschenwald, Wolfmoos, Nasseel, Gufera.
	        

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