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Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für den Großh. Amts- und Amtsgerichts-Bezirk Engen, Jg. 1892 (51)

Bibliographic data

fullscreen: Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für den Großh. Amts- und Amtsgerichts-Bezirk Engen, Jg. 1892 (51)

Structure type:
Periodical
Collection:
Archive im Landkreis Konstanz
Title:
Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
Place of publication:
Engen
Publisher:
Anton Roos

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7
Structure type:
Periodical volume
Collection:
Archive im Landkreis Konstanz
Title:
Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für den Großh. Amts- und Amtsgerichts-Bezirk Engen, Jg. 1892
Volume,Issue,Number:
51
Place of publication:
Engen
Year of publication:
1892
Publisher:
Theophil Schneider's Buchdruckerei
Scope:
27,1 x 40,9 cm

Physical location:
Verbundzentrale des GBV (VZG), Göttingen
Persistent Url:
http://www.digishelf.de/piresolver?id=344181-7_1892

Chapter

Structure type:
Chapter
Title:
Zeitungen

Contents

Table of contents

  • Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für die Großh. Amtsbezirke Engen und Radolfzell
  • Höhgauer Erzähler. Verkündigungs-Blatt für den Großh. Amts- und Amtsgerichts-Bezirk Engen, Jg. 1892 (51)
  • Register zu den amt- und amtsgerichtlichen Verordnungen und Bekanntmachungen
  • Zeitungen

Full text

— Dem Waldshuter Albbote“ zufolge 
vurde am Samstag nachmittag in Ulb einge— 
zrochen und 1500 Mark entwendet. Verdächtig, 
ziesen Diebstahl begangen zu haben, sind 3 Hand⸗ 
werksburschen, welche kurz vor der Entdeckung den 
Ort passierten. 
— Eine Familie in Neuenheim bei Heidel⸗ 
herg ließ ein mit Schwefelsäure gefülltes 
Fläschchen auf der Kommode stehen, welches zwei 
lin Zimmer allein befindliche Kinder sich aneigneten. 
Das kleinere 2 Jahre alte Kind trank von dem 
urchtbaren Gift und verbrannte sich schrecklich. 
Das arme Würmchen ist alsbald seinen Leiden er⸗ 
egen. 
Auslano. 
Schweiz. Vor dem Zivilgericht in Basel wurde 
im 3. September über zwei Entschädigungsforde⸗ 
ungen durch Verunglückte bei der Mönchen⸗ 
deiner Katastrophe verhandelt. Auf Grund 
jon Urtikel 7 des Haäftpflichtgesetzes, das grobe 
Fahrlässigkeit voraussetzt, verlangte und begründete 
der Anwalt einer Frau Kunz, die Mann und Sohn 
jerlor, 42860 Franken, Fräulein Stähelin, das 
ortwährend kränkelt, 60000 Frks. Die Jurabahn 
zestritt die Fahrlässigkeit. Das Urteil wird später 
zerkündet. 
Oesterreich Ungarn. Aus allen Teilen der 
Monarchie laufen Nachrichten über einen bedeuten⸗ 
den Temperatursturz in den Alpen und 
tarken Schneefallein. In Ischl und Aussee 
lieb der Schnee liegen, die Hochthäler sind in 
Winterlandschasten verwandelt. In Wien reguet 
es seit dem letzten Samstag unausgesetzt. 
Rußland. In aller Stille begeht man in Ruß⸗ 
and allerhand französisch-russische Ver— 
zrüderungsfeste. Das Organ des Generals 
Burko, der „Dremnik Warszawski“, berichtet über 
eine solche Kundgebung im Truppenlager von Moka⸗ 
ow bei Warschau: Im Miokatower Lager bei 
Warschau fanden sich während des zeremoniellen 
Zapfenstreichs am 17. vorigen Monats unverhofft 
iede Gäste ein — Franzosen, welche auf der 
Reise zum Petersburger Eisenbahnkongreß in Warschau 
kurzen Aufenthalt genommen. Die Delegierten des 
Kongresses mit dem Assistenten des Ministers für 
zffentliche Bauten, Picard an der Spitze, kamen 
in vier Wagen in das Lager, als gerade an der 
Frontlinie sämtliche Militaͤrorchester und Sänger 
Aufstellung genommen hatten. Sobald die teuren 
Zäste erschienen, intonierten die Kopellen die Kaiser⸗ 
zymne. Die Franzosen schwenkten die Hüte und 
tiefen: „Vive la Russio!“, worauf ein zehntausend⸗ 
stimmiges „Hurrah!“ ertönte. Zu Ehren der 
französischen Gäste erschallte nun die franzöfsische 
stationalhymne, und wieder dröhnten Rufe: 
„Urra! Vive la Russie! Vive la France!“ Nach 
zem Zapfenstreiche vereinte ein Festmahl, gegeben 
»om Kommandanten des Lagers, General Razgil⸗ 
diejew, Offiziere und Gäste, wobei Trinksprüche 
auf Frankreich und Rußland ausgebracht wurden. 
Auf „la Russio!“ trant Picard, worauf ein russischer 
Beneral auf die Waffenbrüderschaft trank. Die 
Reden waren so rührend, daß die anwesenden 
Damen in Thränen ausbrachen. — O Gott, o Gott, wie 
rührt michdas! — Urra, Urra — U —U — rara ra —. 
Aus Stadt und Land. 
Engen, den 7. September 1892. 
* In hiesiger Stadt werden in diesem Herbste 
vie früher, an jedem Montag Obst märkte ab⸗ 
gehalten. Der erste Markt findet am nächsten Mon⸗ 
sag den 12. d. M. statt. Näheres siehe im In⸗ 
eratenteil. 
änglich durch Hermann ausgesprochen, waren vergeb⸗ 
aich geblieben. Darum glaubte der junge Mann 
auch jetzt ihren Wunsch ablehnen zu müssen, und nur, 
ils Sie ihm mit voller Bestimmtheit erklärte, daß sie 
nn diesem Falle selbst die geeigneten Schritte unter⸗ 
nehmen würde, um sich jene Erlaubnis zu verschaffen, 
zab er ihr nach, da er ihre Entschlossenheit kannte, 
ind die Unerschütterlichkeit, mit der sie an einem ein⸗ 
nal gefaßten Entschluß festhielt. 
So ließ er sich denn noch am nämlichen Vormittage 
zei dem Beamten, welcher die Oberaufsicht über die 
Hefängnisse hatte, melden, und es gelang ihm ohne 
jesondere Schwierigkeiten den Erlaubnisschein für das 
(unge Mädchen zu erlangen. Sie dankte ihm mit ei⸗ 
nem liebevollen Blick als er ihr denselben überbrachte; 
aber als er sie nach den Ursachen ihres plützlich mit 
o großer Lebhaftigkeit rege gewordenen Wunsches 
fragte, blieb sie ihm die Antwort schuldig, und bat 
hn nur, nicht wieder in sie zu dringen, ehe sie den 
Besuch im Gesängnis wirklich gemacht habe. 
Seine Begleitung auf dem schweren Wege lehnte 
ie mit freundlicher Entschiedenheit ab, und obwohl 
er nicht begriff, von welchen Beweggründen sie gelei⸗ 
et wurde, hatte er doch Vertrauen genug in ihren 
ruhigen, klaren Verstand, um zu wissen, daß sie nur 
ach ganz bestimmten Grundsaͤtzen handle, und ihre 
chwerwiegenden Gründe haben müsse. 
* Auf dem Krämermarkt am letzten Mon— 
ag hatte eine Frau mit ihrem Sohne (Mickler von 
Neudingen ist ihr Name) 2 Paar Schuhe und 
Ztiefel gest o hlen. Beide wurden von der Gen⸗ 
armerie festgenommen und ins hiesige Amtsge— 
ängnis eingeliefert. 
IJ Eberbach, 5. Sept. Vom 3. bis 5. Sep⸗ 
ember tagte dahier die Generalversammlung und 
Ausstellung des badischen Vereins für 
Bienenzucht, wobei dem Herrn P. Isele, 
Bienenzüchter von Thengen, für seine wohlge— 
ungene Honig⸗Ausstellung vom Preisgerichte die 
ilberne Vereinswedaille zuerkannt wurde. Herr 
zyriak Maier von Thengen erhielt für seine 
donig⸗Ausstellung ein Diplom. 
Handel und Verkehr. 
R:( Engen, 6. Sept. Dem am vorigen Montag 
ahier abgehaltenen Jahresviehmarkte wurden 
25 Rinder und 277 Schweine zugetrieben. Der 
Marktbesuch durch fremde Händler war ein ganz 
Jjußerordentlich starker, weshalb in kurzer Zeit ein 
reger Handel sich entwickelte. Begehrt waren 
ute Arbeitsochsen, aber auch Jungvieh und Kalbinnen 
anden raschen Absatz. Die Preise behaupteten ihren 
3tand, wie solche von den in jüngster Zeit stattge⸗ 
abten Märkten berichtet worden sind. Ein weiteres 
Zinken konnte diesmal nicht konstatiert werden, eher 
ine Neigung zur Steigerung derselben. Die Haupt⸗ 
äufer waren aus Württemberg, Bahern, Norddeutsch— 
and und der Schweiz, so daß 20 Wagen nach den 
verschiedensten Richtungen mit verkauftem Vieh ver— 
saden werden konnten. Unch auf dem Schweine— 
narkte herrschte ein reges Leben und wurde bei— 
iahe die ganze Zufuhr in kurzer Zeit umgesetzt. 
Ochsen im Alter von 45-4/40 Jahren kosteten 320 bis 
331 M. das Stück, 1 —1jährige 90 — 115 M. 2 2. 
und 8jährige 220-260 Mark das Stück, Kalbinnen 
360.-360 Mark das Stück. Ferkel galten 24-82 
Mark und Länfer 30—70 Mark das Paar. 
* Die für die internationale Viehausstellung in 
Wien bestimmten 530 Stück Zuchttiere aus dem 
zereiche deroberbadischen Zuchtviehgenossen— 
sch aften sind am Freitag nach Wien abgegangen. 
Tuttlingen, 5 Sept. (VWochenmarktbericht.) Der 
jeutige Wochtnmarkt war stark besucht und hatte sehr starken 
Umsatz. Die Preise stellten sich: Obst: 1Pfd. Aepfel 9-510 
Pfennig, 1 Pfund Birnen 18 Vfennig, 1 Pfund Zwetschgen 
15 18Pf., 1 Pfd. Nüsse 28 Pfennig. Gemüse: 1 Stock Salat 
126 Piennig, 1 Pfd. Bohnen 10 Pfennig. 1 Kopjf 
Zraut 10—15 Pfennig, 1 Stock Endivie 355 Pf. 1Kopf Köhl 
15—18 Pf., 1Rettig 2 bis 5 Pf, 1 Kopf Blumenkohl 
10-15 Pf., 1 Pfund Zwiebeln 12 Pf. 1 Pfund gelbte 
Rüben 7 Pf. 1 Stück Rahnen 426 Pjfennig, 1 Simri 
dartoffeln J Mark, Trauben das Pfund 50 Pfg., Gurken 
das Sück 4-10 Pf. 1 Pfund Pflaumen 20—24 Pfg. — 
Liktualien 1 Pfd. Butter 82-86 Pfennig, 2 Eier 11 Pfennig. 
Rottweil, 3. Septbr. Der Wochen-⸗Markt war 
rdentlich stark besucht, und die ganze Zufuhr auf dem 
Schweinemarkt betrug 460 Milchschweine. Der Handel aber 
zing ziemlich flau, und die Preise gingen auch hente wieder 
iamentlich deshalb, weil der Markt überführt war, zurück. 
Es blieben auch ca. 120 Stück unabgesetzt. Erlöst wurden 
16-28 Mk. pro Paar. 
Stuttgart, 3. Sept. (Obstpreise.) Zufuhr auf dem 
Wilhelmsplatz: 1200 Ztr. Mostobst zu 3,604,00 Mk. per 
Zentner. 
Stuttgart, 3. Sept. (Kartoffel-und Krautmarkt.) 
deonhards platz: 600 Ztr. Kartoffeln, Preis per Ztr. 2850 — 
3,50 Mk. — Zufuhr am Marktplatz: 3800 Stück Filder⸗ 
craut, Preis pro 100 Stück 1620 Mlk. 
Nürnberg, 3. Sept. (Hopfen.) Markthopfen Ia 
—— 
M., Ha 135—150 M., Elsässer Ja 130-160 M., Ha 148 
bis 130 M., Badischer Ia 160-1465 M., IIa 140-150 
M., Württemberger Ja 160-166 M., IIa 140-150 M., 
Spalter Siegel Iz — — — M., Wolnzacher Ia 166-170 M. 
Ia 155-160 M., Aischgründer Ja 140-5155 M., IIa 180 
is 145 M., Altdorfer und Hersbrucker Gebirgshopsfen Ja 140 
ʒis Wonart Tageszufuhr 700 Ballen. Umsatz 900 Bal⸗ 
en. Ruhig. 
* Weizenernte in Europa. G. Dornbusch 
giebt jetzt folgende Schätzung der Weizenernte nach⸗ 
Er sollte bald erfahren, daß er sich keineswegs ge⸗ 
äuscht habe. 
Als sich Marianne mit dem Erlaubnisschein des 
hohen Beamten im Bureau des Gefängnisdirektors 
neldete, kam der Inspektor, dem sie ihn überreicht 
hatte, sichtlich in einige Verlegenheit. 
„Sie haben auf Grund dieses Scheines allerdings 
das Recht, den Gefangenen zu sprechen, mein Fcäu⸗ 
ein,“ sagte er, „und ich bin nicht befugt, die einmal 
don meinem Vorgesetzten erteilte Erlaubnis zurückzu⸗ 
iehmen, aber Sie werden vielleicht selbst darauf ver⸗ 
zichten, wenn ich Ihnen mitteile, daß sich der Gefan⸗ 
jene in der Krankenabteilung befindet, und daß ihm 
hseguns durch einen Besuch nur schädlich sein 
önnte!“ 
So stark nnd tapfer Marianne auch war, und so 
vacker fie auch ihre natürliche Angst und Befangen⸗ 
jeit bei dem Betreten des düsteren Gebäudes unter⸗ 
rückt hatte, so konnte sie doch ihr Erschrecken und 
hre Bestürzung dieser unerwarteten Nachricht gegen⸗ 
iber nicht verbergen. Der Beamte sah ihr Erbleichen, 
und wollte eben irgend ein mitleidig beruhigendes 
Wort hinzufügen, als das junge Mädchen rasch und 
zestimmt sagte: 
„Ich kaun nicht glauben, mein Herr, daß es mei⸗ 
iem Vater schaden sollte, mich wiederzusehen. Viel⸗ 
eicht ist es eine Aufregung für ihn, aber doch sicherlich 
stehend aufgeführter Länder in Hektolitern im Jahre 1892. 
Frankreich 100 0b0 000 
Rußland und Polen 76270 000 
Desterreich-Ungarn 47 850 000 
Türkei und Donauländer 46 400 000 
Italien 40 600 900 
Deutschland ⸗ 43 b(0 000 
Spanien und Portugal 24 650 000 
Großbritanien und Irland 23925 000 
Belgien und Holland 6 380 000 
Berlin 3. September. Infolge der Quarantaine⸗ 
naßregeln, welche in Dänemark und Schweden gegen 
die aus Deutschland kommenden Schiffe angeordnet 
worden, sind die Post-Dampfschiffahrten auf den 
Ldinien Stralsund-Malmö und Lübeck-Kopenhagen— 
Malmö eingestellt und die Fahrten auf der Linie 
zarnemünde⸗Gjedser auf einen täglich einmaligen 
Bang in der Weise beschränkt worden, daß von Warne⸗ 
münde nach Gjedser nur das Tagesschiff und in der 
entgegengesetzten Richtung nur das Nachtschiff verkehrt. 
Verschiedenes. 
— Auf der Fahrt von Heidelberg nach 
Mainz wurden in den letzten Tagen zwei Eng⸗ 
ändern die Brieftaschen gestohlen; die eine enthielt 
außer einigen Briefen eine Summe von 200 Pfund 
Sterling (4000 Mek.) und 10 Cirkularnoten à 10 
Pfund St. (2000 M.); die andere enthielt nur 
Zundertmarkscheine. Der Verdacht, diese Diebstähle 
ausgeführt zu haben, fällt auf einen Mitreisenden. 
Die Bestohlenen haben auf die Ergreifung des 
Thäters eine Belohnung von 400 M. gesetzt. 
— Vor acht Jahren war in Essen a. d. R. 
ein Bergmann im Streit erschlagen worden. Der 
Thäter entfloh nach Amerila, während seine Frau 
zurückblieb. In diesem Sommer erwachte in ihm 
die Sehnsucht nach der alten Heimat, er gedachte nicht 
seiner alten Schuld oder glaubte sie verjährt und 
fraf in voriger Woche bei seiner Frau ein. Kaum 
jatte er sich die alten Stätten einige Tage ange— 
sehen, als auch schon die Polizei erschien, die ein 
hesseres Gedächtnis hatte, und ihn verhaftete. 
Er sitzt jetzt im Gerichtsgesängnis und wird sich 
demnächst wegen Körperverletzung mit nachgefolgtem 
Tod zu verantworten haben. 
— Durch den Stich einer Fliege hat der 
Mechaniker B. in Berlin einen Arm eingebüßt. 
Als B. vor einigen Tagen an einer Müllablade⸗ 
stelle vorüberging, wurde er von einer großen Fliege 
in die Hand gestochen; er beachtete den Stich nicht; 
als er aber zu Hause angekommen war, empfand 
er so heftige Schmerzen, daß er schleunigst einen 
Arzt zu Rate ziehen mußte. Dieser erkannte die 
Verwundung durch das Insekt alsbald als eine 
sehr bösartige und ordnete schleunige Aufnahme in 
ein Krankenhaus an; dort wurde eine Blutver⸗ 
giftung konstatiert, so daß der Unglückliche, um 
nicht das Leden zu verlieren, in die Amputation 
seines Armes willigen mußte. 
— Acht Mann des 56. österr. Infanterie— 
Regiments, welche in einem Hofe in Moszanica bei 
Sahybusch einquartiert waren, sind bei einem durch 
Blitzschlag entstandenen Brande des Hofes ver⸗ 
brannt, sieben andere Soldaten wurden ver⸗ 
wundet. 
— Am B. April wurde in Darmstadt ein 
25⸗jähriger Neger eingeliefert unter der Anschul⸗ 
digung, eine junge Frankfurterin entführt zu ha⸗ 
ben. Während der Untersuchungshaft verfaßte er, 
wie die Darmst. Z. zu berichten weiß, eine Selbst⸗ 
biographie, von 72 Quartseiten in deutscher Sprache, 
aus der sich ergibt, daß der junge Schwarze schon 
so ziemlich durch die Welt gekommen ist. Zuletzt 
arbeitete“ er ais selbständiger „afrikanischer Täu— 
Jer“. Die Untersuchung ergab übrigens die voll⸗ 
nur eine freudige, und ich habe immer gehört, daß 
eine solche nur von wohlthätiger Wirkung sein könne. 
Aber ist er denn wirklich so krank, mein armer un— 
schuldiger, unglücklicher Vater? Was fehlt ihm, und 
varum haben wir gar keine Nachricht darüber er— 
halten ?“ 
Der Inspektor zuckte die Achseln. Würde irgend 
ein Anderer eine derartige Frage an ihn gerichtet 
haben, so hätte er wahrscheinlich eine unhöfliche Ant— 
wort gegeben. Diesem jungen Mädchen gegenüber, 
dessen sanftes, liebliches Gesicht ihn ebenso sehr anzog, 
als ihm ihr festes zielbewußtes Auftreten imponirte, 
jehlte ihm dazu der rechte Mut, und so antwortete er 
denn mit einer Höflichkeit, die ihm selbst verwunder⸗ 
lich erschien: 
„Es ist nicht Vorschrift und Herkommen, mein 
Fraͤulein, daß wir die Angehörigen eines Gefangenen 
wer sein Befinden auf dem Laufenden halten. 
dazu wuͤrde es uns, außer an allem Anderen, auch 
in Zeit fehlen, denn eigentlich ist die Mehrzahl un— 
erer Sträflinge beständig krank. Und was nun ganz 
»esonders den — Ihren Vater anbetrifft, so hat es 
damit eine ganz eigene Bewandtnis. Noch soeben war 
der Gefaͤngnisarzt bei mir, um über ihn zu sprechen 
und er meinte, daß ein so eigentümlicher Fall ihm noch 
niemals vorgekommen sei. 
(Fortsetzung folgt.)
	        

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